Rüdiger May
Boxen / Deutscher Meister, EU-Meister im Profiboxen
Rüdiger May (*26.11.1974 in Meerane) begann als jüngster Spross einer Boxer-Familie seine Karriere bereits mit 6 Jahren. Nach 76 Amateurkämpfen folgte er seinem älteren Bruder Torsten May ins Profi-Lager. Als Profi wurde er 2003 EU-Meister. Rüdiger beendete 2008 seine aktive Karriere. Heute arbeitet er zusammen mit seinem Vater Uli und Bruder Torsten als Boxcoach und Personaltrainer im Maylife Boxclub in Köln.
Gewichtmachen mit Rüdiger May
Es ist wohl der Albtraum eines jeden Kampfsportlers: beim Einwiegen vor dem Wettkampf zeigt die Waage zu viel für die entsprechende Gewichtsklasse an. „Damit das nicht passiert, sollten Boxer, Judoka und andere Kampfsportler rechtzeitig mit dem Gewichtmachen anfangen“, rät der ehemalige Box-Profi Rüdiger May.
Es hat schon Boxer gegeben, die beim offiziellen Wiegen ihre Unterhose ausziehen mussten, um die nötigen Gramm für ihre Gewichtsklasse zu schinden. Auch Profisportler tun sich manchmal schwer mit dem Abnehmen. Teilweise kommen dann altmodische Maßnahmen zum Einssatz, um auf die Schnelle noch die nötigen Pfunde loszuwerden. „Abkochen“, wie es in der Boxersprache heißt, bedeutet stundenlanges Seilspringen, ausgiebige Saunagänge und teilweise sogar Trinkverbot während des Trainings. Gesund ist das allerdings nicht wirklich. Und schon gar nicht für abnehmwillige Hobbysportler zu empfehlen.
„Solche kurzfristigen Gewichtsverluste schafft man meist nur über den Wasserhaushalt“, sagt Rüdiger May. „Arthur Abraham zum Beispiel hatte manchmal eine Woche vor dem Wettkampf noch 5-7 Kilogramm zu viel auf den Hüften.“ Soviel Fett kann man in einer Woche kaum verbrennen, zumal Profisportler in dieser Trainingsphase bereits einen sehr niedrigen Körperfettgehalt haben. Ein solcher Gewichtsverlust ist nur durch Ausschwitzen von Flüssigkeit zu bewerkstelligen.
Flüssigkeitsmangel verschlechtert die sportliche Leistungsfähigkeit
„Früher galt im Training sogar Trinkverbot. Heute weiß man, dass das kontraproduktiv und sogar gefährlich ist. Wassermangel wirkt sich nicht nur auf die Leistungsfähigkeit aus, sondern schränkt auch die Konzentration deutlich ein und kann teilweise sogar lebensgefährlich sein“, sagt Rüdiger May. „Wenn der Körper zu viel Wasser verliert, dickt das Blut ein. Bei starken Trainingsbelastungen kann das zu Hirnblutungen führen.“
Wer bis zum Wettkampf 10 Kilo abnehmen muss, solle deshalb bereits 12 Wochen vorher damit anfangen, rät der ehemalige Boxprofi und Fitnesstrainer. Ein gutes Beispiel dafür sei Felix Sturm, der mit einem Ernährungsinstitut in Köln zusammenarbeite und sich nach einem maßgeschneiderten Plan ernähre. „Deshalb sieht der Felix nicht so ausgemergelt aus wie andere Boxer“, so May.
Profis greifen auch immer häufiger auf Nahrungsergänzungspräparate zurück. Das fängt bei Vitamintabletten an und reicht über Proteinshakes bis hin zu Aminosäurekonzentraten. „Ich habe das früher auch ausprobiert, war damit aber nicht so zufrieden. Zwar sind meine Muskeln davon dicker geworden, aber eben nicht deutlich leistungsfähiger“, sagt Rüdiger. Und für Hobbysportler bestehe keine Notwendigkeit dafür. Der Normalbürger laufe auch bei intensivem Training nicht Gefahr, mit Nährstoffen unterversorgt zu sein.
Vorsicht, versteckte Kalorien
Am wichtigsten ist es, ausreichend zu trinken. Leider fangen da für Viele die Gewichtsprobleme an. In den meisten Softdrinks ist Zucker enthalten. „Doch Getränke ohne Geschmack mag ja keiner. Und so droht schnell eine Überernährung durch die tägliche Flüssigkeitsaufnahme“, erklärt Rüdiger. Die besten Sportlergetränke sind immer noch Wasser und ungesüßte Tees. Aber Vorsicht: Schon im Warenkorb beginnt das Gewichtsproblem. Fertiggetränke wie Eistee oder Fruchtsäfte enthalten ebenfalls viel Zucker.
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