Doping-Serie – Teil 4: Doping nach dem Zweiten Weltkrieg
Seit es Dopingverordnungen gibt, greifen Sportler auch zu verbotenen Mitteln. Doch nie waren die „Wundermittel des Sports“ effektiver, und nie wurden sie schneller wieder gewechselt, als im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts.
Jede Zeit hat ihre eigene Mode. Doch nicht nur die Fashiontrends ändern sich ständig. Auch dopende Sportler greifen immer zu neuen Mitteln. Um den Fahndern nicht ins Netz zu gehen, waren und sind sie stets darauf angewiesen, ihrem aktuellen „Wundermittel“ nicht zu lange zu vertrauen. Sobald ein neues, besseres Präparat auf den Markt kommt (das zudem noch nicht nachweisbar ist), wird gewechselt. Diese Zyklen haben sich in den letzten Jahrzehnten auch durch die Fortschritte im Anti-Doping-Kampf noch einmal deutlich verkürzt.
Was die die allgemeine Verwendbarkeit der Mittel angeht, gibt es freilich Unterschiede: Ausdauersportler können in den wenigsten Fällen etwas mit Präparaten anfangen, von denen beispielsweise Schnellkraftsportler profitieren. Nichtsdestotrotz werden im Folgenden kurz die wichtigsten Präparate vorgestellt.
Ausdauersport I: Von Stimulanzien und Cortikoiden
In den Ausdauersportarten, insbesondere im Radsport, wurden bis in die 1970er Jahre vorrangig Stimulanzien (z. B. Amphetamine) als Dopingmittel benutzt. Sie reduzieren die Müdigkeit und ermöglichen eine nahezu restlose Ausschöpfung der körperlichen Reserven. Da Stimulanzien allerdings nur wirken können, wenn sie kurz vor dem Wettkampf eingenommen werden, waren sie relativ häufig in den Urin-Kontrollen nachweisbar.
Abgelöst wurden sie von den Cortikoiden, die das gefühlte Belastungsempfinden verringern und die Regeneration beschleunigen. In Verbindung mit Amphetaminen und Anabolika konnte ihre Wirkung noch einmal verstärkt werden. Cortikoide sind erst seit wenigen Jahren im Urin nachweisbar und wurden entsprechend lange verwendet.
- Stichwörter:
- Amphetamine,
- Anabolika,
- BALCO,
- Blutdoping,
- CERA,
- Cortikoide,
- DDR,
- Doping,
- EPO,
- Hormone,
- Leichtathletik,
- Oral-Turinabol,
- Radsport,
- Stimulanzien,
- THG













