Vorsicht, Schulter! – Richtig greifen beim Krafttraining

Vorsicht, Schulter! – Richtig greifen beim Krafttraining

Wer kann am meisten drücken? Gerade junge Männer wetteifern gerne beim Krafttraining miteinander. Und die Königsdisziplin ist dabei das Bankdrücken. Doch mit einer falschen Technik sind Verletzungen vorprogrammiert.

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Mit der richtigen Technik kann man nicht nur mehr Gewicht drücken, sondern man verringert auch das Verletzungsrisiko. Das fängt schon bei der Griffbreite an. Viele Kraftsportler wählen einen breiten Griff, um mehr Last bewegen zu können. Die Theorie dahinter: Durch den geringeren Bewegungsradius kann die Brustmuskulatur ein höheres Gewicht bewältigen. Doch das kann ein schwerwiegender Fehler sein, wie zwei englische Fitness-Trainer herausgefunden haben.

Untersuchung: Breiter Griff erhöht Verletzungsrisiko


In ihrer Untersuchung ging es darum, mit welcher Technik man die Leistung beim Bankdrücken steigern und gleichzeitig das Verletzungsrisiko minimieren könne. Ein breiter Griff, mehr als anderthalb Mal die Schulterbreite, und die Hantelstange auf Höhe der Schlüsselbeine steigert demnach das Risiko einer Schulterverletzung und sogar eines Brustmuskelabrisses.

Die richtige Technik beim Bankdrücken


Deshalb solltest Du einen breiten Griff beim Bankdrücken vermeiden, bei dem der Oberarm einen rechten Winkel mit dem Körper bildet. Stattdessen solltest Du die Ellenbogen nah am Körper halten und das Gewicht in einer geraden Linie zum unteren Anteil des Brustmuskels führen. Außerdem solltest Du darauf achten, Deine Beine effektiv einzusetzen und mit dem Hintern immer Kontakt zur Bank zu halten.

Viele Kraftsportler, die über einen längeren Zeitraum Bankdrücken gemacht haben, leiden unter Problemen mit der Rotatorenmanschette. Üblicherweise sind eine mangelnde Technik und Übertraining die Hauptursachen dafür.

Um Schulterverletzungen beim Bankdrücken vorzubeugen und gleichzeitig die Leistung zu steigern, solltest Du enger greifen und die Ellenbogen nah am Körper halten. Zudem solltest Du exzessive Trainingsumfänge meiden und Dein Trainingsgewicht reduzieren, solange Du die Technik beim Bankdrücken umstellst. Dafür kannst Du später große Gewichte bewegen, ohne Deine Schulter zu ruinieren.

(Quelle: Strength and Conditioning Journal, 29, 2007, S. 10-14)

Jörg Birkel

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Es gibt einen Kommentar

Manfred Kaerten schrieb am 23.03.12 um 16:14
Guter und vorallem wichtiger Artikel. Eine Schulterverletzung bzw. ein Impingement Syndrom, ausgelöst durch starke vordere Schulter und schwache Außenrotatoren, hat fast jeder, der ernsthaft Bankdrücken trainiert, einmal. Wer darauf nicht verzichten möchte, sollte daher unbedingt die Schulter stabilisieren. Hierzu sollten Ruderübungen für den Rücken und die hintere Schulter, sowie bspw. "L-Flys" für die Außenrotatoren eingesetzt werden. Selbst wenn die ersten Schmerzen auftreten kann man so noch entgegenwirken. Falls die Schmerzen jedoch stärker werden, ist ein Besuch beim Orthopäden angeraten, da muskuläre Dybalancen im Schultergelenk nahezu zwangsläufig in einer Sehnenentzündung (Supraspinatus Sehne) oder gar einer äußerst schmerzhaften, langwierigen Schleimbeutelentzündung führen. Für die, die es interessiert: Die zu kräftigenden Muskeln sollten vor allem die hintere Schulter, der M. teres minor, der Infra-, sowie der Supraspinatus sein. Eine gute Übung, sowie weitere Infos finden sich u.A. hier: http://www.exrx.net/WeightExercises/Infraspinatus/DBLyingExternalRotation.html

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