Tollkühne Männer in ihren schwimmenden Kürbissen

Tollkühne Männer in ihren schwimmenden Kürbissen

Paddeln in einem ausgehöhlten Kürbis - wie soll das gehen? Die Kürbisse der Sorte Atlantic Giant werden so groß, dass man sie auch als Boot verwenden kann. Was einst als Jux-Veranstaltung auf einem kleinen See begonnen hat, hat mittlerweile Kultstatus.

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In einem ausgehöhlten Kürbis zu paddeln ist enorm schwierig. Die Innenwände des schwimmenden Untersatzes sind sehr glitschig und die Wasserlage alles andere als optimal, schließlich fehlt ein Kiel oder andere stabilisierende Elemente. Es ist schon problematisch, die richtige Richtung beim paddeln zu halten. Bei fehlender Technik dreht man sich um die eigene Achse und rudert wieder zurück in Richtung Start. Natürlich sind dadurch auch Havarien vorprogrammiert, da die wackeligen orangenen Kugeln schnell kentern. Kommt einmal Wasser in die Öffnung, dauert es nur noch wenige Sekunden bis der Kürbis vollläuft und sinkt.

Anstrengender Balanceakt

Die Technik bei der Bootspartie im Kürbis ist schwer mit anderen Wassersportarten zu vergleichen. Kniend kauert der Kürbis-Kanute in seinem Gemüse-Ungeheuer und versucht mit einem Balanceakt, die Wasserlage unter Kontrolle zu halten. Sitzt man ohne zu paddeln im Kürbis, ist es sogar schwieriger, das Gleichgewicht zu halten, als wenn man erstmal Fahrt aufgenommen hat. Während der Rennen fällt es eher schwer, die Richtung zu halten. Man sollte schon wissen, wie man mit dem Paddel umgehen muss, ansonsten verbringt man eine ganze Weile auf offener Strecke, bis man es wieder zurück an Land geschafft hat.

Fotostrecke

Kuerbisregatta



Eine Kürbisregatta ist anstrengend. Natürlich wird der Oberkörper durch das Paddeln stark beansprucht, die Hauptbelastung – das merkt man beim Aussteigen aus dem Rennkürbis – liegt aber in den Beinen. Durch das ständige balancieren und ausgleichen der Bewegungen des Kürbis und die ohnehin leicht verkrampfte Haltung darin, brennen die Oberschenkel gehörig nach einem Kürbisrennen.

Sicherheitskleidung ist beim Kürbisbootssport eigentlich nicht vorgeschrieben, dennoch geht der Trend zum Helm. Natürlich werden keine herkömmlichen Helme verwendet – vermutlich entsprechen sie nicht den spezifischen Anforderungen des verrückten Sports. Stattdessen werden kleinere Kürbisse halbiert und mit einem Gurt auf dem Kopf befestigt.

Kürbis-Kanuten sind saisonabhängig

Der Kürbisbootssport ist sehr saisonabhängig. Nur im Herbst können die Riesenkürbisse geerntet werden. Bis dahin werden sie von ihren Züchtern gehegt und gepflegt, damit sie eine stattliche Größe erreichen und überhaupt als Boot genutzt werden können.

Das ist wohl auch eine weitere Besonderheit beim Kürbisbootssport. Die liebevolle Beziehung des Kanuten zu seinem Gefährt. Wie viel Zeit hat er doch investiert, um das Gewächs zu düngen und zu gießen, nur damit er bei einem einzigen Rennen im Jahr in Topform ist.

Probleme bereitet dann häufig schon der Transport der schweren Wassergefährte. Gleich mehrere Personen sind erforderlich, um die bis zu 300kg schweren Kolosse auf einen Anhänger zu hieven, damit er zur Regatta transportiert werden kann.

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