Dr. med. Markus Klingenberg
Fitness / Arzt, Sportmediziner, Notarzt
Dr. med. Markus Klingenberg arbeitet als Arzt mit den Schwerpunkten Sport- und Ernährungsmedizin und Personal Trainer in Bonn und im Sporthopaedicum in Regensburg/Straubing. Mehrmals pro Jahr arbeitet er zudem als Tauchmediziner im indischen Ozean. Seine Schwerpunkte umfassen ein Personal Training, Ernährungs-Coaching, und die Leistungsdiagnostik. Als ehemaliger Leistungssportler kombiniert Dr. med. Markus Klingenberg sein Wissen als Sportmediziner und Personal Trainer, um für seine Kunden nachhaltig erfolgreiche individuelle Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.
Man müsste Klavier spielen können - Die Schultereckgelenksprengung
Die Schulter gehört zu den verletzungsanfälligsten Körperteilen beim Sport. Bei jedem Sturz besteht die Gefahr, auf die Schulter zu fallen und sich dabei schwer zu verletzen. Eine der häufigsten Verletzungen in der Schulter ist die Schultereckgelenksprengung (Tossy 3); mit eindeutigen Kennzeichen.
Ein Sturz – ein Schrei. Die Schulter schmerzt wie verrückt und wenige Minuten später kann man den Arm kaum noch bis zur Schulter heben. Das sind typische Kennzeichen für eine Schultereckgelenksprengung. Eindeutig kann man diese Verletzung am Schlüsselbein erkennen. Denn bei der Schultereckgelenksprengung steht dieses unnatürlich hoch, lässt sich nach unten drücken und federt wie eine Klaviertaste wieder zurück. Darum trägt die Verletzung auch den Beinamen „Klaviertastensyndrom“.
Egal ob beim Judo, Handball oder American Football, wenn man mit hoher Geschwindigkeit genau auf das Schultergelenk fällt, können die Bänder reißen, die das Schultergelenk zusammenhalten. Dabei unterscheidet man drei Schweregrade:
Tossy 1: Die Bänder sind nicht gerissen, sondern nur stark gedehnt. Möglicherweise sind Mikrorisse in den Bändern entstanden, die jedoch nicht operiert werden müssen. Das Schlüsselbein ist nicht auffällig.
Tossy 2: Die Bänder in der Schulter sind teilweise gerissen. Teilweise wird eine OP durchgeführt. Das Schlüsselbein steht hoch.
Tossy 3: Sämtliche Struktur gebende Bänder sind gerissen. Das Schlüsselbein steht unnatürlich hoch. Je nach Schwere ist eine OP unumgänglich.
Neuer und genauer ist die Einteilung nach Rockwood. Er unterscheidet 6 Stufen der Schultereckgelenksprengung, zwischen Zerrung (Tossy 1), Teilabriss (Tossy 2), Komplettriss des Band- und Kapselapparats (Tossy 3), zusätzliche Verrenkung des Schlüsselbeins in der Horizontalebene nach hinten bei Kopfbewegungen (Rockwood 4), extremer Schlüsselbeinhochstand (Rockwood 5) und Rockwood 6, wenn das Schlüsselbein unter den Rabenschnabelfortsatz des Schulterblattes getreten ist.
Röntgen schafft Klarheit
Sind alle Bänder in der Schulter gerissen, wird eine Röntgenaufnahme erst ohne, dann mit einem Gewicht im betroffenen Arm gemacht. Bei Kindern wiegt es 5kg, bei Erwachsenen werden es schon einmal 10 Kilogramm. Wird der Arm mehr als 1,5cm aus dem Gelenk „herausgezogen“, wird in der Regel operiert.
Wichtig ist bei der Röntgenaufnahme zudem, dass eine so genannte Panorama-Aufnahme von beiden Schultern gemacht wird. So kann der Mediziner zwischen verletzter und gesunder Schulter unterscheiden und feststellen, ob das Schlüsselbein wirklich unnatürlich weit hoch steht, oder ob der Patient von Natur aus ein hoch stehendes Schlüsselbein (Clavicula) hat.
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Es gibt 2 Kommentare
| Sascha N schrieb am 29.11.11 um 14:41 |
| andrew moritz schrieb am 17.08.11 um 08:08 |














