Körper und Geist – Geistig gesund durch Bewegung
„Mens sana in corpore sano“ – „In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist“, so sagt es eine alte lateinische Weisheit. Und was im Altertum galt, gilt für die heutige Zeit ebenso. Sport und Bewegung dienen nicht nur dem Training oder dazu, den Körper zu formen. Körperliche Ertüchtigung baut zudem Stress ab und wappnet uns gegen viele Krankheiten. Bewegung ist aber auch ein Faktor, der uns das psychische Wohlbefinden näher bringt.
Der Frage, wie sich tägliche Bewegung auf die Psyche auswirkt, haben sich zahlreiche Wissenschaftler im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit angenommen. In einer umfangreichen Broschüre („Aktiv sein – für mich - Auswirkungen von Bewegung auf die psychische Gesundheit von Frauen“) haben sie den Zusammenhang von Bewegung und Psyche speziell bei Frauen unter die Lupe genommen. Doch aus den dortigen Erkenntnissen lassen sich viele Ansatzpunkte ableiten, die für Frau und Mann gleichermaßen Geltung haben.
Einfluss der körperlichen Veränderung auf Körper und Geist
Menschen durchleben im Laufe ihres Lebens die unterschiedlichsten Entwicklungs-Phasen und stoßen immer wieder körperlich als auch geistig an ihre Grenzen. Durch den geeigneten Sport können sie sich auf altersbedingte Gegebenheiten besser vorbereiten, sich aber auch den alltäglichen Herausforderungen effektiver stellen. Dabei ist hier nicht nur die Rede von älteren Menschen, denen körperliche Gebrechen zu schaffen machen. Selbst der vor Kraft und Elan sprühende Jungendliche muss körperliche Grenzen anerkennen und hat Stress-Faktoren wie Schule, Prüfungsangst oder der ersten große Liebe zu meistern. Darüber hinaus haben gerade pubertierende Jugendliche mitten im Hormonen-Chaos die ein oder andere körperlich-funktionale Umstellung auszuhalten. Extremen körperlichen Veränderungen sind vor allem jedoch Frauen während der Schwangerschaft und den Wechseljahren ausgesetzt. Auch Männer geraten in den frühen Vierzigern und Fünfziger in eine Lebenskrise, wenn die physische Kraft langsam nachlässt und man sich ungewohnte Schwächen eingestehen muss. Ganz besonders während dieser Phasen ist es enorm wichtig, nicht nur körperlich sondern auch psychisch stark zu sein. Neben einem gesunden Selbstbewusstsein hilft auch die körperliche Betätigung eine gesunde und positive Einstellung zum Leben zu bekommen.
Sport in allen Lebensphasen
Dass wir alle dem körperlichen Wandel unterworfen sind, haben wir bereits festgestellt. Es fragt sich, wie sich der Sport positiv auf diese Phasen vom Kleinkind zum Erwachsenen auswirken kann und welche Wirkung er auf die Psyche des Menschen haben kann.
Soziale Interaktion
Sport ist ein sehr guter Wegbereiter für soziale Interaktionen. Man findet hier nicht nur Menschen, die auf das gleiche Ziel hinarbeiten, was die Motivation ankurbelt. Man findet gleichzeitig Leitbilder für Sportsgeist, Zielstrebigkeit und Kampfbereitschaft. Diese sind Hebel, die man im täglichen Leben ebenfalls einsetzen kann, um erfolgreich Alltagsprobleme zu lösen. Dazu bieten Vereine und Teams einen zusätzlichen sozialen Rückhalt, der weiterhin das Selbstbewusstsein des Einzelnen stärken kann und damit ein sicheres Auftreten auch außerhalb des Vereins zur Folge hat.
Bessere Stress-Bewältigung
In wissenschaftlichen Studien haben Forscher herausarbeiten können, wie bei Menschen Stress entsteht. Dabei wurden zwei unterschiedliche Ursachen festgestellt. Fühlt man sich der Herausforderung gewachsen und hat die entsprechenden Mittel zur Problemlösung zur Hand, empfindet man diese Aufgabe als „Eustress“, also als guten Stress. Ist man überfordert und sieht keinen Lösungsansatz fühlt man sich schnell bedroht, was zum Distress, dem schlechten Stress führt. Ist man häufig diesem Distress ausgesetzt, schadet dies der Psyche und es kommen körperliche Beeinträchtigungen bei zunehmendem Stress hinzu. Umso wichtiger ist es an dieser Stelle, dass man sich geistig und körperlich erholt und beide Bereiche stärkt. Denn je leistungsfähiger und stärker man sich fühlt, desto einfacher kommt man über alltägliche Hürden und entzieht sich dadurch dem schlechten Stress.
Im Spiel bleiben
Mit einem vorausschauenden Blick in das spätere Leben entdecken wir, dass wir nicht immer im Berufsleben bleiben werden. Gerade für die ältere Generation bedeutet „Rentner sein“, dass man sich neue Aufgaben und Beschäftigungen suchen muss. Diese neue Lebenssituation hat zunächst einen negativen Beigeschmack, wenn man das ganzes Leben nichts anderes als „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ kannte. Deswegen ist es besonders wichtig, jetzt schon dafür zu sorgen, dass man neben der Arbeit auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten sieht. Sportliche Aktivitäten machen nicht nur mobiler, sondern helfen auch den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt besser zu meistern. Bevölkerungswissenschaftliche Studien nach sehen 90 Prozent aller über 50-Jährigen in sportlichen Aktivitäten und dem „Fitbleiben“ das wichtigste Lebensgut. Dadurch werden die Möglichkeiten eröffnet, seine Zeit neu auszurichten und neue Lebensziele zu finden. Außerdem erhält das Leben wieder eine Struktur, an der man sich orientieren kann. Was wiederum eine gewisse Sicherheit und Regelmäßigkeit bringt. Genau dies trägt wiederum zu einem besseren Lebensgefühl und einer positiven Einstellung bei und wirkt so stabilisierend auf die menschliche Psyche.













