Kinesiotapes - Ein Pflaster als Allheilmittel

Kinesiotapes - Ein Pflaster als Allheilmittel

Immer mehr Sportler kleben sich blaue, rosa oder schwarze Bänder auf bestimmte Muskeln. Für den Laien ist es nicht immer nachvollziehbar, was die bunten Bänder bringen sollen. Fakt ist: Diese so genannten Kinesiotapes werden mittlerweile von vielen Sportlern in fast jeder Sportart eingesetzt. Denn die Japanischen Heilpflaster versprechen Hilfe gegen fast alle körperlichen Beschwerden.

         Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen  Digg Button    

Egal ob Fußball, Tennis, Golf oder Leichtathletik, in jeder erdenklichen Sportart gibt es mittlerweile Athleten, die sich ein Kinesiotape auf Oberschenkel, Rücken, Knie oder Schulter kleben. Auch immer mehr Hobbysportler kleben sich bei muskulären Problemen die Bänder auf die betroffene Stelle. Es bleibt die Frage, ob die Kinesiotapes ein Modegag oder ein tatsächliches Hilfsmittel gegen akute Beschwerden sind.

Kinesiotapes: Acryl sorgt für Haftung ohne Klebstoff


Die Kinesiotapes wurden vor rund 30 Jahren vom japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelt. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Pflaster-Verbänden bestehen die verschiedenen Bänder zum Großteil aus Baumwolle und Acryl. Im Übrigen gibt es mittlerweile einen großen Konkurrenzkampf in diesem Bereich, sodass Kinesiotape (neben unter anderem Medi-Tape) nur ein Name für ein mehr oder weniger identisches Produkt ist.

„Die Kinesiotapes legen sich wie eine zweite Haut auf den Muskel“, erklärt Sportarzt Dr. Markus Klingenberg, der bereits viel Erfahrung mit dem elastischen Baumwollband gesammelt hat. Die Bänder sind ungefähr hautdick und haben ähnliche Elastizitätseigenschaften wie die menschlichen Muskeln. Sie sind mit einer Vordehnung auf die Trägerfolie angebracht. Durch diese Vordehnung und durch die klebemittelfreie Acrylbeschichtung haftet das Tape. Letztendlich ist es die Körperwärme, die der Beschichtung ihre Hafteigenschaft verleiht. Die Tapes sind wasserfest und können bis zu zwei Wochen ohne Qualitätseinbußen getragen werden, solange man sie nach dem Duschen nicht abreibt, sondern nur vorsichtig abtupft.

Soweit zur Theorie. Doch wie wirken die Kinesiotapes in der Praxis? „Die Kinesiotapes regen den Stoffwechsel in der beklebten Region über minimale Bewegungen der Faszien und der Muskulatur an. Dadurch wird ebenfalls die Durchblutung verbessert“, erläutert Dr. Klingenberg. Die Muskeln werden dadurch leistungsstärker und kleinere Verletzungen können verhindert werden.

Flexibilität beschleunigt Heilungsprozess


Die Kinesiotapes haben aber auch noch einen anderen Vorteil: „Die bisher überwiegend verwendeten Tapes sind starr“, erklärt Dr. Klingenberg. „Sie geben den Gelenken beispielsweise bei einem Bänderriss zwar Halt, sind aber starr und schränken daher die Beweglichkeit ein.“ Da die Gelenke bereits durch das Tape gestützt werden, entwickeln sich die nicht gebrauchten Muskeln und Bänder nur langsam, sodass der Heilungsprozess deutlich langsamer verläuft. Zudem können Stauungen im Blut- und Lymphsystem auftreten. Das Kinesiotape stabilisiert das Gelenk zwar, dennoch werden die betroffenen Muskeln gefordert und schneller aufgebaut.

Auch bei einer Prellung helfen die Kinesiotapes: „Bei dieser Verletzung kommt es zu einer Schwellung im betroffenen Bereich“, erklärt der Sportmediziner. „Außerdem kann sich das Gewebe entzünden. Das Kinesiotape schmiegt sich eng an die Haut und massiert bei jeder Bewegung die betroffene Stelle. Das beschleunigt den Heilungsverlauf, da der Blut- und Lymphfluss angeregt wird. Zudem klingen Entzündungen schneller ab und Schwellungen gehen stärker zurück“

Seite 1: Kinesiotapes - Ein Pflaster als Allheilmittel
Seite 2: Vielseitig einsetzbar bei Verletzungen

Kommentar schreiben

  • (erforderlich)
  • (erforderlich)
  • Captcha Image
  • Infos über neue Kommentare per E-Mail erhalten

Es gibt einen Kommentar

Marion B. schrieb am 05.05.10 um 16:51
Marion B.
Für eine Zulassungsarbeit im Rahmen meines Sportstudiums suche ich Teilnehmer für eine Online-Befragung zum Thema "Kinesio-Taping". Die Umfrage soll den Grad der Akzeptanz und Beliebtheit der Therapiemethode in der Bevölkerung untersuchen.

Hier der Link zur Umfrage: https://www.soscisurvey.de/2tapeornot2tape

Da die Aussagekraft der Umfrage mit ihrer Teilnehmerzahl steigt, freue ich mich über jeden ausgefüllten Fragebogen!

Danke!!! =)

Mehr aus Gesundheit

Bevor man eine Reise unternimmt, sollte man sich in jedem Fall weiterlesen
Beim Sport spielt das Verletzungsrisiko immer mit, und kaum ein weiterlesen
Auch wenn es in Deutschland einige Gebiete gibt, in denen Taucher weiterlesen
Schmerzen in der Achillessehne sind oft langwierig und nur schwer weiterlesen
Kommentare: 2
Die Endoskopie zählt zu den bildgebenden Verfahren, da eine kleine weiterlesen