Nina Schaller
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Nina Schaller ist Ernährungsexpertin und Diplom-Ökotrophologin. Nach dem Studium an der TU –München mit anschließender wissenschaftlicher Tätigkeit an der Hochschuldozentur für Humanernährung und Krebsprävention war sie im Gesundheitsmanagement der BMW Group tätig. Heute ist die aktive Hobbysportlerin am Zentrum für präventive und rehabilitative Sportmedizin der TU München/ Klinikum r.d. Isar beschäftigt und leitet die ambulante Ernährungsberatung.
Zucker oder Süßstoff - Was ist besser?
Um Zucker und Süßstoffe ranken sich viele Mythen. Fette Schlagzeilen verkünden immer wieder, dass Süßstoff dick macht. Was schmeckt besser, was macht dicker und vor allem: Was ist gesünder?
Zunächst eine kleine Geschichtsstunde zur Entstehung des Zuckers und der Süßstoffe. So stammt das Wort Zucker ursprünglich aus dem indischen Sanskrit. „Sakkara“ bedeutet dort süßen. In Indien, Ostasien und Persien liegen auch im wahrsten Sinne des Wortes die Wurzeln der Zuckerrohr-Pflanze. Die ältesten Zuckerrohrfunde kommen von dort. Seit dem 16. Jahrhundert wird Zuckerrohr weltweit auf Plantagen angebaut, dennoch blieb der Zucker, das „Weiße Gold“, ein Luxusprodukt für die Reichen. Im Jahr 1840 wurde schließlich der Würfelzucker erfunden und die zunehmende industrielle Herstellung sorgte dafür, dass der Zuckerpreis fiel und Zucker zum alltäglichen Bedarfsgegenstand wurde.
Künstliche Süßstoffe blicken verständlicherweise auf eine kürzere Geschichte zurück. 1885 erfand der deutsche Zuckerchemiker Constantin Fahlberg mit dem „Saccharin“ den ersten Süßstoff. Schnell begann er mit seinem Süßstoff, dem Zucker Konkurrenz zu machen, der daraufhin auf Druck der Zuckerindustrie rezeptpflichtig wurde. Während der beiden Weltkriege ersetzte der Süßstoff dann teilweise den Zucker, da dieser knapp geworden war. Momentan sind in der Europäischen Union acht Süßstoffe zugelassen, die als gesundheitlich unbedenklich gelten.
40 Würfel Zucker pro Liter
Der jährliche Zuckerkonsum hat sich seit der Industrialisierung drastisch gesteigert. Dadurch ist zum Teil auch die Zunahme von Übergewicht und Adipositas zu erklären. Solch schnellverdauliche Kohlenhydrate wie Zucker sorgen für einen starken Anstieg des Blutzuckerspiegels mit einer entsprechenden Insulinantwort. Der Blutzucker wird in den Körperzellen zu Fett umgebaut und gespeichert. Diese hohe Glykämische Last kann also eine Gewichtszunahme fördern.
Besonders in süßen Getränken ist die Konzentration des Zuckers bedenklich hoch. Cola, Limonade und gesüßte Fruchtgetränke können bis zu 120 Gramm Zucker pro Liter enthalten, was 40 Würfeln Zucker entspricht. Viele andere Lebensmittel enthalten ebenfalls eine Menge Zucker. Hier lohnt sich mal wieder der häufig geforderte Blick auf die Packungsangaben. „Zuviel Zucker gefährdet die Gesundheit und belastet insbesondere die Bauchspeicheldrüse “, sagt Ernährungsexpertin Nina Schaller.
Eine weitere unbestrittene Tatsache ist die Mitwirkung des Zuckers bei der Entstehung von Karies. Der Zucker, egal ob in Form von Haushaltszucker, Honig, oder Stärke, wird von Bakterien im Mund zu Säuren umgewandelt, die den Zahnschmelz entkalken und so Karies verursachen.
Es gibt 6 Kommentare
| W. Jahn schrieb am 09.05.12 um 10:24 |
| C.D. schrieb am 03.11.11 um 17:06 |
| Claudia Diana Schulz schrieb am 01.04.11 um 12:31 |
| u schrieb am 08.03.11 um 21:25 |
| Jörg B. schrieb am 12.08.09 um 11:58 |
In einer Studie wurde der Einfluss verschiedener Joghurts auf Nahrungsaufnahme und Hungergefühl untersucht. Das Ergebnis war eindeutig: Menschen die einen mit Saccharin gesüßten Joghurt verzehrten, waren hungriger und aßen im Laufe des Tages mehr als diejenigen, die einen mit Stärke oder Zucker versetzen Joghurt gegessen haben.
In einer weiteren Studie wurden 80000 Frauen befragt! Sie sollten angeben, wie sich Ihr gewicht in den vergangenen zwölf Monaten verändert hatte und ob und seit wann sie Süßstoffe verwendeten. In der Gruppe der Frauen, die zugenommen hatten, waren eindeutig mehr Süßstoffanwenderinnen und diese hatte auch stärker zugenommen. Dieser Unterschied ließ sich nicht mit den sonstigen Ernährungsgewohnheiten erklären.
Zu guter letzt ist es tatsächlich so, dass Süßstoffe in der Schweinemast erfolgreich eingesetzt werden, um die Tiere zu mästen. Laut Herstellern von Tierfutter verbessere sich durch Süßstoffe die tägliche Futteraufnahme und der Appetit würde angeregt. Warum das so ist, ist bisher allerdings nicht wissenschaftlich eindeutig belegt. Ich finde es aber bedenklich genug, dass Schweine mit künstlichen Süßstoffen gemästet werden und möchte persönlich nicht den gleichen Effekt riskieren. Da kann mir die Nahrungsmittelindustrie erzählen, was sie will. Aber das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
| Andi D. schrieb am 11.08.09 um 09:26 |














