Nina Schaller
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Nina Schaller ist Ernährungsexpertin und Diplom-Ökotrophologin. Nach dem Studium an der TU –München mit anschließender wissenschaftlicher Tätigkeit an der Hochschuldozentur für Humanernährung und Krebsprävention war sie im Gesundheitsmanagement der BMW Group tätig. Heute ist die aktive Hobbysportlerin am Zentrum für präventive und rehabilitative Sportmedizin der TU München/ Klinikum r.d. Isar beschäftigt und leitet die ambulante Ernährungsberatung.
Was ist der Glykämische Index?
Der Glykämische Index gibt an, wie stark kohlenhydrathaltige Lebensmittel den Blutzuckerspiegel nach oben treiben. Nahrungsmittel, die einen raschen und hohen Blutzuckeranstieg bewirken, haben einen hohen Glykämischen Index. Einige Diät-Konzepte richten sich nach diesen Werten.
Der Glykämische Index wurde im Rahmen der Diabetes-Forschung in den 80er Jahren entwickelt. (Häufig verwendet werden auch der Begriff Glyx oder die Abkürzung GI). Man stellte fest, dass Weißbrot den Blutzucker - und damit auch die Insulinausschüttung - stärker ansteigen lässt als normaler Haushaltszucker. Deshalb wurde damit begonnen, kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel auf ihren GI zu untersuchen. Als Referenzwert diente die blutzuckersteigernde Wirkung von 50 Gramm Traubenzucker (Glukose). Dieser Wert wurde auf 100 festgelegt. Hat ein Lebensmittel den Wert 50, bewirkt es folglich nur einen halb so großen Blutzuckeranstieg wie Glukose. Übrigens: Alle anderen Lebensmittel haben einen niedrigeren Glykämischen Index als reine Glukose.
Diät-Konzepte richten sich nach dem Glykämischen Index
Mittlerweile gibt es verschiedene Diät-Konzepte, die dem GI Bedeutung zumessen. Dazu zählen die Montignac-Methode, die Glyx-Diät und die Logi-Methode. Sie basieren auf folgender Grundvorstellung: Ein hoher glykämischer Wert bedeutet, dass der Körper die Kohlenhydrate des Lebensmittels schnell verdaut. Sie gelangen zügig ins Blut und lassen den Blutzuckerspiegel und damit auch den Insulinspiegel rasch ansteigen. Nahrungsmittel mit einem kleinen glykämischen Index bewirken dagegen nur einen langsamen und insgesamt geringeren Anstieg der Blutzuckerkurve. Dadurch wird weniger Insulin produziert. Dieses körpereigene Hormon sorgt dafür, dass Körperzellen Blutzucker aufnehmen. Gleichzeitig begünstigt es den Aufbau von Fettpolstern und verhindert, dass der Körper Fettreserven abbaut. Produziert der Körper viel Insulin, kann das sogar zusätzlich den Appetit steigern. Aus diesem Grund kommt es mit der Zeit zu einer Gewichtszunahme.
Ernährungswissenschaftlerin Nina Schaller von der Technischen Universität München sagt dazu: „Ausschlaggebend für eine Zunahme an Körperfett ist letztlich eine langfristig positive Energiebilanz, d.h. dauerhaft mehr Energie zu sich zu nehmen als man verbraucht. Wer abnehmen möchte, sollte daher regelmäßig Sport treiben und auf eine ausgewogene Ernährung achten. Der Glykämische Index kann bei der Auswahl geeigneter Lebensmittel, also solche, die eine geringe Blutzuckerwirksamkeit haben, durchaus behilflich sein.“ Allerdings weist sie auch auf einige Schwachstellen des Glykämischen Indexes hin, die es zu beachten gilt.














