Dr. med. Markus Klingenberg
Dr. med. Markus Klingenberg

Dr. med. Markus Klingenberg

Fitness / Arzt, Sportmediziner, Notarzt

Dr. med. Markus Klingenberg ist Facharzt für Orthopädie / Unfallchirurgie, Sportmedizin, Manuelle Medizin und Notfallmedizin. Er arbeitet als leitender Arzt für Orthopädie und Sportmedizin in der Beta Klinik in Bonn und in seiner Privatpraxis. Er ist Experte für Gelenkchirurgie, Leistungsdiagnostik und funktionelle Bewegungsanalysen. Weitere Zertifikate hat er als Arzt für Ernährungsmedizin, Tauchmedizin und Gesundheitsförderung & Prävention.

Warum ist man nach dem Tauchen müde? – Frage an Dr. Sport

Warum ist man nach dem Tauchen müde? – Frage an Dr. Sport

Tauchen kann für den Körper eine große Belastung sein, ohne dass man es direkt merkt. So auch bei netzathlet Christoph. Dr. Sport erklärt, warum man nach dem Tauchen öfters müde ist.

Hallo Dr. Sport,

ich habe jetzt mit dem Tauchen angefangen. Im Pool ging es sehr gut. Nach meinem ersten Ausflug in den See habe ich mich danach aber sehr müde gefühlt und bin Zuhause direkt eingeschlafen. Woran liegt das und muss ich mir Sorgen machen, dass ich vielleicht nicht tauchen kann?

Mit freundlichen Grüßen
Christoph



Hallo Christoph,

Der Hauptgrund für die Müdigkeit nach einem Tauchgang ist in der Regel der erhöhte Stickstoffanteil im Körper. In der Tiefe spricht man ja auch von einer „Stickstoffnarkose“. Je tiefer man taucht, desto mehr Stickstoff wird im Blut gelöst. Der höhere Partialdruck des Stickstoffs verändert die elektrischen Eigenschaften der Nervenzellen und erzeugt dabei vereinfacht gesagt einen narkotischen Effekt. Deshalb ist man auch beim Tauchen mit Nitrox weniger müde. Nitrox ist ein Gasgemisch mit erniedrigtem Stickstoff- und erhöhtem Sauerstoffanteil. So bedeutet z.B. „Nitrox 32“, dass das Gasgemisch 32 Prozent Sauerstoff und 68 Prozent Stickstoff enthält. Normalerweise haben wir in unserer Umgebungsluft ja etwa 21 Prozent Sauerstoff und 79 Prozent Stickstoff.

Eine andere Auswirkung der Stickstoffnarkose ist der so genannte Tiefenrausch, bei dem die Wahrnehmung und das logische Denkvermögen gestört werden. Auch die Reaktionszeit lässt nach. Es kommt zu regelrechten Vergiftungserscheinungen durch den Stickstoff. Dies geschieht in der Regel aber erst ab einer Tiefe 30 Metern, wenn das Wasser sehr kalt ist oder der Taucher ermüdet ist auch in flacherem Wasser. Die erste Maßnahme beim Tiefenrausch ist es, wieder etwas höher zu tauchen, damit der Partialdruck des Stickstoffs und damit seine physiologische Wirkung wieder abnimmt.



Gerade bei Tauchern die ansonsten wenig Sport betreiben, kann die körperliche Belastung als solches schon ein ausreichender Grund für eine vermehrte Müdigkeit sein. Dazu kommt gerade bei Tauchanfängern bei den ersten Freiwassertauchgängen auch eine mentale Anspannung hinzu. Auch für ansonsten sportliche Taucher ist das Flossenschwimmen unter Umständen eine ungewohnte und damit relativ anstrengende Belastung.

Sorgen musst Du Dir wahrscheinlich keine machen, wenn bei Dir die Tauchtauglichkeit bereits durchgeführt wurde. Bei einer Zunahme der Beschwerden oder weiteren Symptomen empfiehlt sich eine erneute Vorstellung bei deinem Taucherarzt.

Viel Spaß weiterhin unter Wasser

Dr. Markus Klingenberg
Sport- und Tauchmediziner


Du hast eine Frage? Dr. Sport hilft Dir.
Schick einfach eine E-Mail an drsport@netzathleten.de

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