Dr. med. Markus Klingenberg
Dr. med. Markus Klingenberg

Dr. med. Markus Klingenberg

Fitness / Arzt, Sportmediziner, Notarzt

Dr. med. Markus Klingenberg arbeitet als Arzt mit den Schwerpunkten Sport- und Ernährungsmedizin und Personal Trainer in Bonn und im Sporthopaedicum in Regensburg/Straubing. Mehrmals pro Jahr arbeitet er zudem als Tauchmediziner im indischen Ozean. Seine Schwerpunkte umfassen ein Personal Training, Ernährungs-Coaching, und die Leistungsdiagnostik. Als ehemaliger Leistungssportler kombiniert Dr. med. Markus Klingenberg sein Wissen als Sportmediziner und Personal Trainer, um für seine Kunden nachhaltig erfolgreiche individuelle Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Knie kaputt - Was hilft bei Arthrofibrose?

Knie kaputt - Was hilft bei Arthrofibrose?

Wird ein Gelenk längere Zeit nicht bewegt, kann es zu einer Arthrofibrose kommen. Dabei kann man das Gelenk nicht mehr richtig strecken. So auch bei netzathletin Beatrice, die nach einer Operation ihr Knie sechs Wochen ruhig lagern musste. Dr. Sport erklärt, was eine Athrofibrose ist und welche Therapie die richtige ist.

Hallo Dr. Sport,

ich (41, w) habe mir eine Patellaluxation am linken Knie mit Absplitterung am Oberschenkelknochen und Innenbandriss zugezogen, die im Februar operiert wurde.

Danach musste ich sechs Wochen durch Schiene und nur Lymphdrainage in Streckstellung liegen, da eine massive Schwellung vorhanden war. Laut Aussage meines Arztes kommt die Beweglichkeit durch Laufen dann wieder von ganz alleine.

Als ich mit der Krankengymnastik anfangen wollte, war ich beim Arzt, der beim Versuch das Knie zu bewegen eine Arthrofibrose feststellte. Nun bekomme ich 5 Wochen Cortison

Wird das helfen, das Knie zu heilen? Die Schmerzen habe ich beim Beugen an der Außenseite des Oberschenkels, nicht im Knie. Meine Physiotherapeutin sagte, es ist ein verkürzter Streckmuskel, was kein Problem sein wird. Was soll ich nun glauben und soll ich das Cortison nehmen?

Freundliche Grüße
Beatrice



Hallo Beatrice,

eine Arthrofibrose bedeutet, dass sich nach einem Unfall oder einer Operation „Verklebungen“ im Gelenk und an der Gelenkkapsel gebildet haben. Diese führen dazu, dass die freie Beweglichkeit entweder schmerzhaft ist oder die Beweglichkeit relativ schmerzfrei aber dennoch eingeschränkt ist.

Stell dir vor, jemand rafft bei deinem Hemd den Stoff an der Schulter und vernäht diesen. Deine Schulter ist dann „eigentlich" beweglich, aber das umliegende Gewebe schränkt sie in ihrer Bewegungsfreiheit ein.

Arthrofibrosen können unter Umständen sehr ausgeprägt sein und eine operative Lösung in Form einer Narkosemobilisation oder einer Arthroskopie („Schlüsselloch-OP“) erfordern. Geringer ausgeprägt sind eine intensive Physiotherapie, täglich durchgeführte selbständige Übungen und eine Therapie mit Kortison oder alternativen Medikamenten oftmals ausreichend.

Ferndiagnosen sind in einem solchen Fall aber komplett unseriös. Dazu kommt, dass es nicht die eine richtige Therapie bei der Arthrofibrose gibt. Frag drei Orthopäden und du erhältst vermutlich ähnlich viele Antworten.

In deinem Fall ist natürlich eine weitere wichtige Information, welche Operation genau durchgeführt wurde. Wurde eine Sehne am Oberschenkel entnommen, um das bei der Patellaluxation gerissene Band zu rekonstruieren (MPFL-Plastik), wurde Metall eingebracht, wurde die OP offen oder minimal-invasiv durchgeführt? Lagen intraoperativ höhgradige Knorpelschäden vor? Leidest du an einer Stoffwechselerkrankung (wie z.B. Diabetes), die das Risiko einer Arthrosfibrose erhöht?

Erst die Zusammenschau dieser Informationen, des aktuellen Untersuchungsbefundes und der bisherigen Entwicklung unter der Kortisiontherapie/Physiotherapie möglichen eine effektive individuelle Beratung.

Im Wesentlichen geht es um das Resultat!

1) Verbessert sich die Beweglichkeit deines Kniegelenks?

2) Nehmen die Schmerzen ab?


Erzielst du in beiden Bereichen Fortschritte scheint die Therapie in deinem Fall die Richtige zu sein.

Gute Besserung!
Dr. med Markus Klingenberg


Du hast eine Frage? Dr. Sport hilft Dir
Schick einfach eine E-Mail an drsport@netzathleten.de

Hinweis unter Bezug auf §7 (3) der Muster-Berufsordnung für Ärzte

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Es gibt einen Kommentar

Mümmel schrieb am 30.09.12 um 09:46
Ich bin zwar kein Arzt... Aber das Cortison kommt zu spät. Ich bin mir auch nicht sicher, ob nicht doch eine Applikation direkt ins Gelenk erforderlich ist. Man hat direkt nach einer OP natürlich auch Angst vor einer Infektion... Wie dem auch sei - am sichersten ist die Entfernung auf operativem Wege - nach Möglichkeit arthroskopisch - und dann sofort Cortison injizieren bzw. Tabletten einnehmen, um die Immunreaktion abzumildern. Denn sonst entstehen durch die Korrektur-Arthroskopie ja wieder Verklebungen... Bzw., nach Arthroskopien sehr schnell mobilisieren. Ich hatte keine Motorschiene u. kann dazu nichts sagen. Wichtig ist eine sehr frühe Mobilisierung. Lieber in eine Schwellung und in leichte Schmerzen hinein mobilisieren, als Verklebungen zu riskieren... Und so oft wie möglich mobilisieren. Sich - soweit ein derartiger Beugungsgrad schon erreicht wurde - zB auf einen Tisch setzen und die Beine hin u. her baumeln lassen... Und zügig weiter machen... Ich hatte eine retropat. Knorpelerweichung... Die Verklebungen haben den Knorpel weiter stark beschädigt... Mir hat mein Lateral Release eher geschadet. Leider hatte ich vor dem Eingriff kein MRT, dass diese Beschädigung gezeigt hätte... Bei Knorpelerweichung sollte man wohl eher keine ASK machen... In jedem Falle sind Narkosemobilisationen zu vermeiden - immer... Es ist brachiale Gewalt, die alles mögliche beschädigen können. Man weiß ja gar nicht, wo die Verklebungen genau sind, mit welchen Strukturen sie eine Verbindung eingegangen sind... Übel, dass man von Ärzten nicht über die Gefahren fehlender Mobilisation aufgeklärt wird... Bei einigen Arten v. Knieproblemen wird man wahrsch. keine andere Wahl haben, als das Bein wochenlang unbeweglich zu halten. In diesen Fällen hat man natürlich keine Wahl und muss das Risiko v. Verklebungen in Kauf nehmen. Aber es sollte einem dann ganz sicher keine Narkosemobilisation angeboten werden...

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