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Tennis / Fachgebiet: Individuelles Coaching für Sportler, Teams und Trainer in Fragen der Leistungserbringung und Wettkampfvorbereitung
Jens Heuer ist Sportwissenschaftler und Sportpsychologe für Leistungssport in Hamburg und Münster. Sein Fachgebiet ist Individuelles Coaching für Sportler, Teams und Trainer in Fragen der Leistungserbringung und Wettkampfvorbereitung. Er selbst war leistungssportlich u.a. im Tennis, Langstreckenlauf und Triathlon aktiv.
Trainingsweltmeister – Leistungsabfall im Wettkampf
Training und Wettkampf sind zwei Paar Schuhe. Der eine oder andere Sportler hat diese bittere Erkenntnis schon einmal gemacht. Wenn es darauf ankommt, kann er sein Potenzial einfach nicht ausschöpfen. In solchen Fällen macht das Wort „Trainingsweltmeister“ oft die Runde.
Man kann Sportarten nur sehr schlecht miteinander vergleichen. Und doch gibt es fast überall den Typ Sportler, dem viele ein außergewöhnliches Potenzial nachsagen, der es aber im Ernstfall nur sehr selten abrufen kann. Häufig zu beobachten war dieses Phänomen etwa beim Skispringen, zu Zeiten, als TV-Sender nicht nur die Wettkampfsprünge, sondern auch den Probedurchgang live in die Wohnzimmer gesendet haben. Das immer wiederkehrende Szenario war Folgendes: Springer XY gelingt bei der Generalprobe ein außerordentlich guter Sprung. Ist er dann im Wettkampf dran, landet er erstaunlich früh und scheidet aus. Passiert ihm dies mehrfach, wird er irgendwann als „Trainingsweltmeister“ abgestempelt.
Keine voreiligen Schlüsse ziehen
Doch dieses Urteil wird häufig vorschnell und teilweise auch zu Unrecht gefällt. „Bevor man vom Phänomen des Trainingsweltmeisters spricht, sollte man zunächst abklären, ob überhaupt ein psychologisches Problem die Ursache für einen Leistungsabfall im Wettkampf ist“, sagt Sportpsychologe Jens Heuer.
Negative Denkweise oder Nervosität
„Man kann erst dann vom Trainingsweltmeister sprechen, wenn dieses Problem wiederholt auftritt. Häufig sind Zweifel und Ängste die Ursache. Jeder Leistungssportler schätzt bewusst oder unbewusst ein, wie groß seine Chancen sind, sein Wettkampfziel zu erreichen. Setzt er sich hiermit nicht schon in der Vorbereitung auseinander, besteht die Gefahr, dass diese unbewussten Gefühle während des Wettkampfs kommen und erst dann bezüglich der Chancen zur Zielerreichung negative Emotionen auslösen“, fährt Heuer fort.
Zum anderen können Selbstzweifel ausgelöst werden, wenn die eigene körperliche Erregung negativ gedeutet wird. Die Ungewissheit jeden Wettkampfausganges ist real und führt häufig zu deutlich erhöhten Herzfrequenzen und körperlich spürbaren Anspannungssymptomen. Diese drohen aber erst leistungsmindernd zu wirken, wenn sie vom Sportler als leistungshemmende Nervosität interpretiert werden.
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