Stärke durch Statik - Yoga für Sportler
Yoga steht bei seinen Fans für Lifestyle, Wellness und Entspannung. Die positiven Auswirkungen auf den Körper sind längst bewiesen. Und doch kämpft Yoga bei Skeptikern immer noch gegen das Attribut “esoterisch” an. Dabei kann Yoga auch für Sportler eine durchaus sinnvolle Trainingsergänzung sein.
Vor kurzem hat Bayern-Stürmer Luca Toni der Münchener tz ein Interview gegeben. Darin deutete er unter anderem an, wie die Mannschaft des FC Bayern zu einigen Ideen des mittlerweile entlassenen Trainers Jürgen Klinsmann stand: „Er hat uns nicht zu Yoga-Kursen gezwungen. Aber er hat das zweimal angeboten und gesehen, dass da keiner hinging.“ In Luca Tonis Worten spiegelt sich, neben einer Analyse der Ära Klinsmann, noch etwas wider: Männer (insbesondere Fußballer) und Yoga haben bisher noch nicht so recht zueinander gefunden.
Nach wie vor sind die meisten der rund 3 Millionen Menschen, die in Deutschland mehr oder weniger regelmäßig Yoga machen, weiblich. Mag sein, dass die statischen Übungen (Asanas) mit bildhaften Namen wie Kobra, Hund, Baum oder Fisch Männer nicht gerade ansprechen. Hört ein Mann „Kobra“, denkt er wahrscheinlich in erster Linie an Jürgen Wegmann, einen Kampfhubschrauber oder einen Sportwagen aus den 60ern. Doch auch die Frauen sind nicht so nah am „richtigen“ Yoga dran, wie sie vielleicht glauben.
Indische Philosophie wird verwestlicht
Ursprünglich ist Yoga eine der sechs Schulen der indischen Philosophie. Zum Übungsweg des Yoga gehören acht Stufen. Die Asanas (kurz gefasst: das bewusste Hineingehen in eine Position, verbunden mit konzentrierter Atmung und bewusstem Halten, abgeschlossen durch ebenso bewusstes Auflösen) bilden dabei die dritte Stufe auf dem rein spirituellen Weg zur Erleuchtung. Hinzu kommen auf den weiteren Stufen unter anderen Atem-, Meditations- oder Konzentrationsübungen.
Sinn und Zweck der meisten Asanas war ursprünglich keineswegs die gezielte Kräftigung des Körpers. Vielmehr sollten sie dem Yogi ermöglichen, länger im Meditationssitz bleiben zu können. Erst als man erkannte, dass sich die Asanas positiv auf die allgemeine Konstitution und das Wohlbefinden auswirkten, wurden sie weiterentwickelt.
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