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Tennis / Fachgebiet: Individuelles Coaching für Sportler, Teams und Trainer in Fragen der Leistungserbringung und Wettkampfvorbereitung

Jens Heuer ist Sportwissenschaftler und Sportpsychologe für Leistungssport in Hamburg und Münster. Sein Fachgebiet ist Individuelles Coaching für Sportler, Teams und Trainer in Fragen der Leistungserbringung und Wettkampfvorbereitung. Er selbst war leistungssportlich u.a. im Tennis, Langstreckenlauf und Triathlon aktiv.

Sportpsychologie: Der Tunnelblick – Nur meine Bahn und ich

Sportpsychologie: Der Tunnelblick – Nur meine Bahn und ich

Unter Alkoholeinfluss etwas Negatives, bezeichnet der Tunnelblick im Sport einen Zustand, den jeder Sportler nur zu gerne erreichen möchte. Dass dies nicht so leicht ist, weiß wahrscheinlich jeder aus eigener Erfahrung.

Wenn es beim FC Bayern München mal nicht so lief, sprach Oliver Kahn zu seiner aktiven Zeit in Interviews gerne davon, dass die Mannschaft jetzt wieder einen Tunnelblick entwickeln müsse. Damit meinte er sicherlich keine Autofahrten unter Alkoholeinfluss, sondern sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „In der Sportpsychologie meint der Begriff Tunnelblick – im Gegensatz zur allgemeinen Psychologie – etwas durchweg Positives. Ein Tunnelblick im Sport ist leistungsfördernd. Wer ihn hat ist zielorientiert, konzentriert sich bewusst auf seine Aufgabe und ist in der Lage, Störfaktoren auszublenden“, erläutert Sportpsychologe Jens Heuer.

Was ist der Tunnelblick?


Nehmen wir ein klassisches Beispiel: Bei der bald beginnenden Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin wird man gerade auf den Sprintdistanzen wieder Athleten beobachten können, die wie weggetreten erscheinen. Sie alle versuchen, sich in einen Tunnel zu denken (Motto: „Nur meine Bahn und ich“) und dabei das Publikum und die Gegner auszublenden. Ob es ihnen immer gelingt, sei dahingestellt. Zumindest erwecken sie den Anschein.

Das Problem mit dem Tunnelblick ist, dass man ihn nicht auf Knopfdruck abrufen kann. Grundsätzlich konkurrieren mehrere Dinge um die Aufmerksamkeit. Vor einem Wettkampf sind das beispielsweise die Zuschauer, der Ansager über den Stadionlautsprecher, das Wetter, die Konkurrenten, etc. Es liegt dann an jedem Sportler selber, was er wahrnimmt. „Es ist unmöglich, etwas bewusst nicht wahrzunehmen. Stattdessen sollte der Sportler selektieren, was für ihn wichtig ist. Nur so kann er, im Training wie im Wettkampf, seine Konzentration leistungsunterstützend lenken“, erklärt Heuer.



Zur Verdeutlichung ein Beispiel aus dem Straßenverkehr: Wer mit dem Auto auf unbekanntem Terrain unterwegs ist – wir setzen voraus, dass er kein Navigationsgerät besitzt – wird sich in der Regel auf die Straße und die Verkehrsschilder konzentrieren, und eben nicht auf die Musik aus dem Autoradio. Würde man ihn nachher fragen, welche Lieder er gehört hat, wird er vielleicht eines oder zwei nennen können. Ähnlich ist es mit dem „perfekten“ Tunnelblick: Der für einen selber am wichtigsten eingestufte Reiz bekommt die Aufmerksamkeit und unterdrückt weniger wichtige Einflüsse.

Seite 1: Sportpsychologie: Der Tunnelblick – Nur meine Bahn und ich
Seite 2: Praxisbeispiel Schwimmen: Wie entwickelt man den Tunnelblick?
Seite 3: Nicht verwechseln mit dem Flow-Zustand
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