Er versuchte, sich umzubringen, wrestlete nach seiner Karriere, und es gibt mehr Bilder von ihm abseits des Feldes als auf diesem. Dennis Rodman ist ein Unikum.
Als Todd Bridges alias „Mr. not so perfect“ drei Sekunden auf dem Boden liegen bleibt, ist es vorbei. Dennis Rodman alias „Rodzilla“ ist der erste Sieger des von Hulk Hogan initiiertem Celebrity Championship Wrestlings, kurz CCW. Dieser Auftritt passt zu Rodman, der schon immer als verrückt gegolten hat – und dies nicht erst seit seinen zahlreichen Tattoos oder Piercings. Schon in jungen Jahren ist Dennis Rodman ein Freak.
„Wir spielen hier nicht wie Weicheier!“ – Dennis Rodman
Geboren in Trenton, New Jersey, als Sohn eines Vaters, der 27 Söhne mit vier verschiedenen Frauen bekommen sollte und Vietnam-Veteran war, wächst Dennis Rodman in einem Armenviertel in Dallas auf. Sein Vater verlässt die Familie, als Dennis noch drei Jahre alt ist. In seiner Schulzeit ist er, auch wegen seiner kleinen 1,68 Meter als Freshman, in keinem Sport besonders gut. Nach seinem Abschluss arbeitet er sogar nur als Hausmeister am Flughafen von Dallas/Fort Worth.
In dieser Zeit wächst er aber bis auf 2,03 Meter. Er probiert es nochmals an einem kleinen College (Cooke County College in Texas) mit Basketball, fliegt aber aufgrund schlechter Leistungen an der Uni nach einer guten Saison (17,6 PpG, 13,3 RpG) aus dem Team. Doch Rodman gibt nicht auf und spielt an einer noch kleineren Universität weiter (Southeastern Oklahoma State University). Das Basketballteam dort tritt nur in der NAIA (National Association of Intercollegiate Athletics) an, ein Sportverband für Uni-Sport der kleinen Colleges. Dort legt Rodman in drei Saisons fast 26 Punkte und 16 Rebounds pro Spiel auf. Schließlich meldet er sich zum NBA-Draft 1986 an und gewinnt auf einem Pre-Draft-Camp den MVP-Award. Dank seiner starken Rebound-Qualitäten draften die Detroit Pistons ihn an 27. Stelle.
Das Team, auf das Rodman trifft, ist bereits sehr stark besetzt. Mit Isiah Thomas und Joe Dumars haben die „Bad Boys“ zwei Edel-Verteidiger im Backcourt und im Frontcourt mit Bill Laimbeer einen rücksichtslosen Center. Dieses Team, geführt von Head Coach Chuck Daly, kämpft sich, im wahrsten Sinne des Wortes, bis an die Ligaspitze. 1989 werden die Pistons zum ersten Mal in ihrer Franchise-Geschichte NBA-Champ, als sie die Los Angeles Lakers in der Final-Serie ohne eine einzige Niederlage bezwingen. Sie spielen hart und teilweise auch dreckig, aber sie gewinnen. „Wir legten unseren Fokus nicht auf die Offensive. Wir konnten offensiv spielen, aber wir dachten, gegen die Hall-Of-Fame-Trios aus Boston oder Los Angeles (in Boston spielen derzeit Larry Bird, Kevin McHale und Robert Parish, Los Angeles Kareem Abdul-Jabbar, Magic Johnson und James Worthy, Anm. d. Red.) konnten wir das nicht. Also spielten wir physischer, was manche Leute nicht mochten. Wir stellten uns sehr defensiv ein und wurden ein großartiges Rebounding-Team auf jeder Position“, sagt Daly dazu später.
Auch Rodman trägt einen großen Teil zur Meisterschaft bei. Er wird zum ersten Mal ins All-NBA-Defensive-Team berufen. Dies hat er sich nicht nur mit neun Rebounds in 26 Minuten pro Spiel, sondern auch mit unendlicher Energie verdient. Er ist offensiv stark limitiert und so ist seine Daseinsberechtigung in der besten Liga der Welt ein perfektes Defensivverhalten: das richtige Bewegen und die nötige Aggressivität. Gegner geben den Rebound schon auf, als sie den schrillen Rodman bereit stehen sehen.
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