Das Duell zwischen Magic Johnson und Larry Bird ist legendär. Während der eine mit den Los Angeles Lakers für Showtime stand, verzauberte Bird mit den Boston Celtics die Liga. Doch nicht nur auf dem Platz hatten die Superstars Symbol-Charakter.
Bird gegen Magic – dieses Duell zweier Sportler war ein derart faszinierendes Spektakel, dass man unweigerlich beginnt, an ein Drehbuch aus Hollywood zu denken, wenn man davon hört. Dieses Sportmärchen hat jedoch ausschließlich das wahre Leben geschrieben. Die Geschichte beginnt denn auch gleich mit einem Paukenschlag. Wir schreiben das Jahr 1979. In einer bis zum bersten gefüllten Sporthalle in Salt-Lake-City findet das Finale des NCAA-Final Four statt. Die beiden Mannschaften stehen sich jeweils in einer Reihe in der Mitte des Spielfelds gegenüber und lauschen der obligaten Nationalhymne. In den Reihen der Indiana State University steht der 23-jährige Larry Bird, der sein Team beinahe im Alleingang ins Finale gebracht hat und auf das Duell mit dem zweiten großen College-Star dieses Jahres brennt: Michigan States Earvin Johnson, Spitzname "Magic", gerade mal 20 Lenzen jung, ist ein Leader und Kämpfer wie Bird, ein Spieler der gewinnen will ? um jeden Preis.
Millionen von Zuschauern sitzen gebannt vor dem Fernseher und verfolgen den Zweikampf der College-Stars. Es ist ein Duell, dass speziell durch die unterschiedlichen Charaktere der beiden Spieler besticht. Beide sind bekannt für ihren unermüdlichen Trainingseinsatz und den Kampfgeist im Spiel. Magic stellt dabei jedoch den typischen afroamerikanischen Basketballer dar. Sein Spiel ist geprägt von einer magisch anmutenden Eleganz und er sprüht nur so vor Spielfreude. Auf der anderen Seite steht Larry Bird, der harte Arbeiter, bei dem es irgendwie immer so wirkt, als ob er mangelndes Talent durch einen unermüdlichen Trainingseinsatz wettgemacht hat. Er verfügt nicht über diese Magie von Magic Johnson, aber er besitzt die gleiche göttliche Gabe was Spielintelligenz und Siegeswillen angeht. Der strahlende Showman gegen den etwas scheu lächelnden Kämpfer, magisch anmutende Kreativität gegen Basketballskills nahe der Perfektion – die Bretter die uns die Welt bedeuten standen bereit für ein Stück Sportgeschichte.
Zurück zum besagten College-Finale. Die beiden Stars waren sich vorher noch nie gegenübergestanden. Bird hatte bereits die vollen vier Jahre College auf dem Buckel, während sich Magic erst in seinem zweiten Jahr befand. Beide waren schon während ihrer Zeit in der Highschool gefeierte Lokalhelden. Bird wuchs im basketballverrückten Indiana auf und entdeckte schnell seine besondere Begabung. Der junge Schnösel elektrisierte schon damals die Massen - Bei Birds letztem Spiel an der High School fanden rund 4'000 Fans den Weg in die örtliche Sporthalle und feierten ihren "Local-Hero". Ähnlich erging es auch dem jungen Earvin Johnson. Aufgewachsen in der Kleinstadt Lansing im Staat Michigan avancierte der Point Guard schnell zum Nachwuchsstar. Als der damals fünfzehnjährige Earvin bei einem Highschool-Spiel die gegnerische Mannschaft im Alleingang auseinandernahm und danach 36 Punkte, 16 Rebounds und 16 Assists auf seinem Konto verbuchen konnte, fand ein anwesender Sportjournalist nur eine Beschreibung: er nannte den Jungen "Magic".
Bird und Johnson wurden während ihrer Collegezeit landesweit berühmt und als sich das direkte Duell der beiden im NCAA-Finale abzeichnete, verfiel die ganze Nation in einen wahren Basketballrausch. Birds Mannschaft war die ganze Saison hindurch noch ungeschlagen, während Magics Michigan State die Endrunde nur dank einem beherzten Saisonendspurt erreichen konnten. Bird spielte auch während dem Final Four überragend und ließ seinen Gegnern keine Chance. Der Leader der Indiana Sate machte auf dem Court keinen Hehl aus seiner spielerischen Überlegenheit und er ließ das seine Gegenspieler regelmäßig spüren, indem er seine Leistung mit einer gehörigen Portion Trash Talk unterstrich. Magic bekam im Training vor dem Finale gegen Birds Team von seinem Coach die Aufgabe, die Rolle von Bird zu spielen, damit sich das ganze Team auf die drohende Basketballmaschine Marke "Larry Bird" vorbereiten konnte. Und die Strategie zeigte tatsächlich Wirkung: Während des Finalspiels wurde Bird komplett zugemacht, wodurch er kaum zu seinem Spiel fand. Magic gewann mit seinem Team die College-Meisterschaft und hatte das erste Duell mit dem weißen Basketballwunder aus Indiana hinter sich – ohne zu ahnen, dass das der Beginn einer langen Rivalität und Freundschaft sein würde.
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