Charles Barkley gilt als einer der besten Power Forwards der Basketball-Geschichte. Zwar feierte er zahlreiche Erfolge auf dem Parkett, der ganz große Wurf blieb ihm jedoch verwehrt. Trotzdem bleibt er bei Fans und Kritikern aufgrund seiner ganzen eigenen Art bis heute in Erinnerung. Das ist seine Geschichte.
Schlechte Voraussetzungen
20. Februar 1963. In der Kleinstadt Leeds, die am östlichen Zipfel Alabamas liegt, erblickte an diesem Tag Charles Wade Barkley das Licht der Welt. Dass aus dem 2,24 Kilogramm kleinen Leichtgewicht eines Tages einer der besten Power Forwards der amerikanischen Basketballgeschichte werden sollte, ahnte zu dieser Zeit noch niemand.
Bereits die ersten Jahre seines Lebens waren für den kleinen „Chuck“ kein Zuckerschlecken. Nach nur sechs Wochen auf dieser Welt diagnostizierte man bei ihm eine Blutarmut. Nur eine Bluttransfusion konnte ihn retten. Noch während seiner Babyjahre trennten sich seine Eltern voneinander und Charles wuchs bei seiner Mutter, seiner Großmutter und seinem Stiefvater auf, der jedoch noch während seiner Grundschulzeit bei einem Autounfall verstarb. Schon während seiner Kindheit fasste Barkley den Plan, Basketballprofi zu werden. Wie bei vielen Kindern der amerikanischen Unterschicht schien dies für ihn der einzige Ausweg zu sein, den finanziellen Schwierigkeiten, die seine Familie zu dieser Zeit plagten, zu entkommen.
In seinen High School-Jahren an der örtlichen Leeds High School deutete zunächst wenig auf seine spätere Karriere hin, im Gegenteil, mit knapp 1,78 Meter Körpergröße und 99,8 Kilogramm Körpergewicht war der junge Charles zu klein und zu dick, um nur ernsthaft an eine Karriere als professioneller Basketballspieler zu denken. Diese körperlichen Defizite waren es letztendlich auch, die ihm erst einmal einen Strich durch die Rechnung machten. Bei der Zusammenstellung des Schulteams schaffte Barkley den Sprung in die erste Mannschaft zunächst nicht und musste sich mit einer Rolle als Reservist zufrieden geben. Dies spornte ihn jedoch umso mehr an und er trainierte täglich bis spät in die Nacht und härter als je zuvor. Sein starker Willen, irgendwann in der NBA zu spielen und das Versprechen an seine Mutter, ihr eines Tages alles zu kaufen, was sie sich wünschte, ließen ihn von Tag zu Tag besser werden.
Doch hartes Training und viel Talent allein konnten „Chuck“ seiner Zeit nicht weiterbringen. So verdankte er den ersten großen Schritt seiner Karriere schließlich einem Wachstumsschub, der ihn auf 1,93 Meter schießen ließ und ihm endlich eine Position in der „Starting Five“ des Schulteams einbrachte.
Mit durchschnittlich 19,1 Punkten, 17,9 Rebounds und einer 26-3-Serie führte Barkley 1981 während seines Senior-Jahres das Team der Leeds High School ins Halbfinale der Staatsmeisterschaft. Dort traf das Team auf die favorisierte Butler High School aus Huntsville und ihren Star-Spieler Bobby Lee Hurt. Angespornt von der Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt lediglich das Snead Junior College Interesse an ihm bekundet hatte und ein Stipendium an einer der großen Universitäten nicht einmal annäherungsweise in Aussicht stand, nutzte Charles Barkley die Gunst der Stunde und setzte mit 26 Punkten bei den anwesenden Scouts eine Duftmarke.
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