(Reitsport)
Auch am dritten Tag sammelte die deutsche Mannschaft wieder kräftig Medaillen ein…
Überraschenderweise sicherten sich Katrin Green und Marianne Buggenhagen, letztere sogar mit einem Weltrekord, eine Goldmedaille bei den Paralympics.
Katrin Green sicherte sich über 200m der Unterschenkelamputierten, nachdem ihre größte Konkurrentin aus den USA, April Holmes, gestürzt war den ersten Platz. Die 23-jährige sprintete zu ihrer Saisonbestleistung mit einer Zeit von 28,02 Sekunden und war überglücklich. „Als ich über die Ziellinie kam, habe ich niemanden mehr gesehen. Das war erst mal wie ein Schock für mich“, sagte Katrin Green kurz nach dem Rennen. Sie fühle sich aber trotzdem „wie eine Goldmedaillengewinnerin“. Green verwies die Neuseeländerin Kate Horan (28,36 Sekunden) und Stefanie Reid aus Kanada (28,85 Sekunden) auf die Plätze zwei und drei.
Astrid Höfte, Greens Vereinskameradin, lief in einer Zeit von 29,33 Sekunden auf Platz 5. Selbige überzeugte allerdings am Vormittag noch mehr, als sie sich Bronze beim Weitsprung der Unterschenkelamputierten mit einer Weite von 4,67 Meter holte. Lange Zeit lag sie sogar auf Silberkurs, allerdings zog die Französin Marie-Amelie le Fur im letzten Versuch an ihr vorbei und sprang 4,71 Meter. Gold sicherte sich Andrea Scherney aus Österreich mit 4,82 Meter.
Marianne Buggenhagen holt sich Gold und den Weltrekord
Mit 27,80 Metern (1060 Punkte) sichert sich Marianne Buggenhagen vom SC Berlin die Goldmedaille im Diskuswerfen der Rollstuhlathleten, Startklasse F54-56. Silber und Bronze sicherten sich die Chinesin Ting Wang mit 17,04 Meter (1010 Punkte) und Jana Fesslova aus Tschechien mit 24,82 Meter (946 Punkte). Martina Willing von der SG Stahl Brandenburg kam mit 23,36 Metern( 890 Punkte) auf Rang 6.
Buggenhagen selbst zu der Medaille: „Da ich aufgrund der Punktewertung 10 Meter weiter werfen musste als meine Gegnerinnen, habe ich mit jedem Wurf gewonnen. Das war von Anfang an mein Wettkampf.“ Für das Speerwerfen am Sonntag hofft die Berlinerin nun auf das Finale und darauf „in meinem allerletzten Wettkampf noch einmal Spaß zu haben“. Die Paralympics in Peking sind der Abschluss von Buggenhagens langer Sportkarriere.
Wolfgang Sacher sichert sich überraschend Bronze
Bahnradfahrer Wolfgang Sacher hat im 1000 Meter Zeitfahren mit 1:10,812 Minuten überraschend die Bronzemedaille gewonnen. Eine sehr gute Leistung lieferte auch Mario Hammer vom PSC Berlin ab, der trotz einer schweren Schulterverletzung in 1:11,238 Minuten auf Platz fünf fuhr. Die Goldmedaille an den Briten Mark Bristow in neuer Weltrekordzeit von 1:08,873 Minuten vor dem Chinesen Kuidong Zhang mit 1:10,475 Minuten.
Tobias Graf von der RIG Freiburg sicherte sich ebenfalls die Bronzemedaille in der 3000 Meter Verfolgung. Der 24-jährige Bahnradfahrer hielt in dem Rennen um Platz drei den Franzosen Laurent Thirionet auf Distanz. Für die 3000 Meter benötigte Graf 3:57,510 Minuten gegenüber 3:59,020 Minuten bei seinem Kontrahenten. Gold ging an den Briten Simon Richardson, der im Finalrennen den Japaner Masaki Fujita auf Rang zwei verwies.
Teuber holt Silber, Winkler auf verpasst Bronze
Kurz nach dem Tobias Graf Bronze erkämpfte, gewann das deutsche Team durch Michael Teuber die nächste Bahnradmedaille in Peking. In der Startklasse LC4 der 3000 Meter Verfolgung erkämpfte sich der für den BSV München fahrende Teuber den zweiten Platz. Gold ging somit an Paolo Vigano aus Italien.
Erich Winkler kämpfte um die Bronzemedaille, musste sich allerdings dem Spanier Juan Jose Mendez geschlagen geben und landete somit auf einem undankbaren aber guten vierten Rang.
Michaela Floeth ergattert sich Bronze
Mit einem Weltrekord in ihrer Leistungsklasse erzielte Michaela Floeth mit 1034 Punkten (12,58 Meter) Rang drei und somit die Goldmedaille beim Kugelstoßen. Dicht dahinter auf Rang fünf reihte sich Jana Schmidt aus Mecklenburg-Vorpommern ein, die im fünften Versuch die Kugel auf 9,01 Meter (966 Punkte) katapultiere.
Rang eins und zwei ging an die chinesischen Sportler Baozhu Zheng mit einer Weltrekordweite in ihrer Startklasse von 10,06 Meter (1078 Punkte), dicht gefolgt von Yongyuan Zhong mit 1051 Punkten (9,80 Meter).
Gold und Bronze für deutsche Reiter
Reiterin Hannelore Brenner holte am Abend im Hongkonger Reitstadion in der Individualprüfung der Startklasse Grade III die Goldmedaille. Den großen deutschen Erfolg rundete Bettina Eistel mit dem Bronzerang ab.
Die Goldmedaillengewinnerin kam dabei auf einen Wert von 71,440 Prozent und lag damit 0,4 Prozentpunkt vor der Dänin Dalskova Lykke mit 71,040 Prozent. Die deutsche Bronzemedaillengewinner Eistel aus Schleswig-Holstein beendete den Wettkampf mit 70,880 Prozentpunkten und rundete zusammen mit der für den Reitclub Hofgut Petersau in Rheinland-Pfalz startenden Paralympicsiegerin Brenner einen gelungenen Tag in Hongkong ab.
(Foto: Katrin Green)
Quelle: Paralympics Beijing 2008, 9. September (dbs)
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