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(Fussball)
Neuzugang Kremer feiert Einstand nach Maß
Ein Spiel, an dass sich die LFC-Spieler bei der Saisonbilanz garantiert noch erinnern werden. Aus sportlicher Sicht haben die Berliner nämlich geradezu sträflich die Punkte in der Hansestadt liegen lassen. So fehlten auch Trainer Michael Wolf nach der Partie anfangs die Worte, um ein sachliches Fazit zu ziehen: „Was soll ich sagen. Nach diesen Spielverlauf fahren wir ohne Zähler heim, das ist geradezu unfaßbar.“ Der LFC-Coach zählte noch einmal die hochkarätigen Chancen seiner jungen Kicker auf und resümierte: „Nach unserer 2:1-Führung hätten wir mit dem dritten Treffer den Abbinder machen müssen.“ Das gelang nicht gegen eine Heimmannschaft, die vermutlich nicht mehr so oft und so leicht auf eigenem Geläuf zu bezwingen sein dürfte. Die Platzherren zeigten sich von einer unerwartet gastfreundlichen Seite: In der GSV-Abwehr ging es die gesamte Spielzeit über immer wieder drunter und drüber.
Im Mittelfeld fehlte die Laufbereitschaft, und in puncto Passgenauigkeit, Tempo und Spielwitz wirkten die Greifswalder, als hätten eine ganze Meisterschaftserie in den Beinen. Und selbst mit dem frühen Führungstreffer wussten die GSV-Kicker nicht in Spielsicherheit umzumünzen. Im Gegenteil: Fünf Minuten nach dem 1:0 luden Verteidiger Ackermann und Ersatzkeeper Süssmuth den LFC-Stürmer Öztürk in Kreiskliga-Manier zum Ausgleich ein. Fortan bestimmten die Berliner das geschehen. Unbeschwert, leichtfüßig und mit vielen überraschenden Ideen schwangen sie das Zepter. Die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen und die solide Spielstruktur beeindruckten. Und ab der zweiten Hälfte spürte das junge LFC-Team, dass beim Favoriten sogar eine Überraschung möglich ist. Die Spieler schalteten immer wieder angetrieben von Cabuk, den Felsenberg-Brüdern sowie dem Wirbelwind Senol auf kontrollierte Offensive und jagten den Platzherren mit ihrem variablen Spielaufbau wieder und wieder Sorgenfalten auf die Stirn. Der Führungstreffer durch den eingewechselten Stosno fiel folgerichtig. Der Überraschungserfolg war greifbar nahe, doch der Todesstoß gelang trotz brillanter Möglichkeiten nicht. Denn auf der Gegenseite wechselte Coach Andreas Zachhuber die richtigen Leute für die richtigen Momente zur richtigen Zeit ein.
Neuzugang Max Kremer wirbelte auf der linken Seite die LFC-Abwehr durcheinander. Und Freistoßspezialist Schwandt sorgte für die gefährlichen Flanken in den gegnerischen Strafraum. Im Bewusstsein ihrer individuellen Stärken drehten die Greifswalder diese eigentlich nicht zu gewinnende Partie noch. Ein Zittersieg für die GSV-Kicker, der dem Kontrahenten die sicher geglaubten drei Zähler nahm, aber den Erfahrungsschatz der LFC-Spieler mächtig und vor allem nachhaltig gefüllt hat.
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