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(Marathon)
New York Marathon 2008 - ein Blick hinter die Kulissen eines Laufveranstalters (3.Teil)
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Hab ich wirklich Kaffee gesagt? Muss ich wohl, obwohl dieses koffeeinhaltige Heissgetränk, das sie einem hier unter der Bezeichnung Kaffee kredenzen, den Namen wahrlich nicht verdient hat. Helfen tuts auch nicht wirklich, aber immerhin spült es die Nieren wie Sau...
Freitag, 31. Oktober
Nachdem wir schon seit Montag hier sind, haben wir mit dem Jetlag kaum noch Probleme. Ganz im Gegensatz zu unseren Läufern, die zum Morgenjoggen um halb sieben fröhlich auf der Matte stehen, da sie sowieso schon seit drei hellwach sind. Ich dagegen bring kaum die Augen auf, bring den Puls nicht hoch und bin froh, dass ich wenigstens hinterher beim Duschen mit kaltem Wasser entsprechend nachhelfen kann.
Neun Uhr Stadtrundfahrt, eine eher enttäuschende Angelegenheit, aber wenn man auf externe Dienstleister angewiesen ist, steckt man eben nicht drin... Zum Glück tut das der Stimmung keinen Abbruch, unsere Truppe erweist sich immer mehr als sehr pflegeleicht.
Am Nachmittag kommen so nach und nach die letzten Leute an, wie üblich auf mehrere Flieger verteilt, so dass wir die ganze Zeit in der Lobby sitzen und mehr oder weniger einfach "da" sind, somit aber auch immer für Fragen und Informationen aller Art zur Verfügung stehen.
Zwischendurch bastelt Kollegin Martina an der Tischordnung für die Dinnercruise am Sonntag und ich kümmere mich um die entsprechenden Druckauftrag im Copyshop nebenan, damit alles auch optisch einen guten Eindruck macht.
Am Abend verschwinden die meisten unserer Läufer auf den Broadway zum vorgebuchten Musical, oder ins Village hinunter zur legendären Halloween Parade. Die Stadt ist voll mit wilden Gestalten, und an der Hotelrezeption liegt ein offener Plastikschädel voll mit Süssigkeiten. Sehr vorteilhaft, wenn man mal wieder keine Zeit zum Essen hatte.
Samstag, 1. November
Der Tag davor...
Internationaler Freundschaftslauf. Früher hiess dieser etwa 7km lange Spasslauf einmal Frühstückslauf, wobei es sich mit dem Frühstück ähnlich verhielt wie mit dem oben erwähnten Kaffee. Damals wie heute erfolgt der Start vor dem UNO-Gebäude, wahlweise auf dem Platz davor, oder auf der angrenzenden Wiese, nur leider ist im Laufe der Zeit der eigentliche Sinn der Veranstaltung immer mehr abhanden gekommen, stattdessen tritt die Selbstbeweihräucherung des New York Road Runners Clubs und seiner Hauptsponsoren immer mehr in den Vordergrund. Vor ein paar Jahren hatte es sich sogar Generalsekretär Kofi Annan persönlich nicht nehmen lassen, ein Grusswort an die versammelten Sportler zu richten, mit dem prägenden Satz "Nicht das, was Ihr da hinter mir seht," und er zeigte auf das UNO-Gebäude hinter sich, "sind die vereinten Nationen, sondern Ihr seit es!" Viel treffender hätte man es in der Kürze nicht formulieren können. Heute dagegen verebbt der Aufruf der einzelnen Nationen zwischen den Lobeshymnen einer amerikanischen Fluggesellschaft und einer holländischen Bank. Zum Glück kennen die meisten unserer Läufer die guten alten Zeiten nur vom Hörensagen und haben trotzdem ihren Spass, das Team geht dagegen ein bisschen nachdenklich zum gemeinsamen Arbeitsfrühstück.
Und dann haben wir tatsächlich mal ein paar Stunden frei! Shopping, juhu!!!
Allerdings holt uns nur zu schnell der Sinn des New Yorker Marathonlebens wieder ein in Form eines Arbeitstreffens zur Besprechunge der Transfers zu den Rückflügen am Montag und Dienstag. Danach gehts zur Pastaparty. Und weil wir danach immer noch nicht genug voneinander haben, gönnen wir uns noch einen Absacker im Drehrestaurant des Marriott Hotels am Broadway. Mal ganz privat...
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