Es dauert keine drei Wochen mehr, bis am 13. Juli in Bochum die U20-Weltmeisterschaft angepfiffen wird. Ein Jahr vor der Frauenfußball-WM in Deutschland stehen zunächst die Jung-Nationalspielerinnen im Mittelpunkt, und in Hinblick auf 2011 ist die WM eine Art Generalprobe für die Organisatoren.
Über den Druck, den dies auf die U20-Auswahl ausübt, ihre Erwartungen sowie mögliche Kandidatinnen für die Frauenfußball-WM, sprach Womensoccer exklusiv mit Bundestrainerin Maren Meinert.
Die Erwartungen an die Frauen-WM 2011 sind groß, immer wieder ist auch der „Sommermärchen“-Vergleich zu hören. Wie sehen Ihre Erwartungen an die U20-WM aus?
Wir wollen Appetit machen auf 2011 und einen schönen Übergang schaffen. Und wir wollen versuchen, durch unsere familienfreundlichen Preise und unsere hoffentlich begeisternde Mannschaft möglichst viele Menschen in die Stadien zu locken und ihnen die Chancen geben, bei einer WM live dabei sein zu können.
Wie sieht es mit den Erwartungen an Ihr eigenes Team aus?
Wir sind hier als Gastgeber und gehören sicherlich zum Favoritenkreis. Ich erwarte mir von der Mannschaft, dass wir gut vorbereitet in das Turnier gehen und wissen, dass es kein leichtes Spiel geben wird. Wir wollen versuchen, bis zum Ende dabei zu sein und haben den Anspruch, ein Wörtchen um den Titel mitzureden.
Die U20-WM liegt zwischen der WM der Herren und der der Frauen. Wie groß ist Ihre Sorge, dass sie dabei ein wenig untergeht oder nach Südafrika vielleicht etwas Fußballmüdigkeit herrscht?
Die Sorge habe ich eigentlich nicht, weil ich glaube, dass man, wenn man viel Fußball im Fernsehen guckt, auch die Gelegenheit gern wahrnimmt, vor der Haustür ein Spiel live zu besuchen. Darüber hinaus orientiert sich unsere WM in Richtung Familienfest und ist von klein bis groß für alle ausgerichtet.
Im eigenen Land bekommt eine WM, auch im Hinblick auf 2011, mehr Beachtung und ist mit hohen Erwartungen verknüpft. Wie macht sich das in der Arbeit mit der Mannschaft bemerkbar?
Das hält sich momentan noch in Grenzen. Für die Spielerinnen steht die Erwartungsfrage, die von außen gestellt wird, nicht im Vordergrund. Das sind junge Menschen, die sich präsentieren wollen und sich freuen, dass sie das vor der eigenen Haustür können. Wir haben sehr wenige Heimländerspiele mit der U20, und da sind die Spielerinnen froh, wenn sie vor eigenem Publikum spielen können. Dass wir die Stimmung, die einige schon bei der WM in Chile vor zwei Jahren kennengelernt haben, jetzt auch in Deutschland erleben können, ist natürlich etwas ganz Besonderes, das man nur einmal im Leben erlebt. Da steigt die Spannung – was ich aber als durchaus positiv empfinde.
Ist die Mannschaft nicht, um bestmöglich Werbung für 2011 machen zu können, zum Erfolg verpflichtet?
Die Frage ist sicherlich, dass von außen der Anspruch an diese Mannschaft besteht, als Gastgeber möglichst weit zu kommen. Davon lebt eine Heim-WM, und ich denke, das ist normal. Wir haben mit dem Druck, den wir uns selber machen, viel mehr zu tun, als mit dem, der von außen kommt. Druck ist auch immer ein großes Wort, und meine Spielerinnen sind jung; sie wollen etwas zeigen und machen sich nicht so viele Gedanken über das Gesamtbild.
Stichwörter:
Frauenfußball,
Fußball,
Maren Meinert,
U20-Weltmeisterschaft der Frauen