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© Foto: Sebastian Eickhoff
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Der Wechsel von Steffen Hamann zum FC Bayern unterstreicht die Aufstiegsambitionen des Zweitligisten. In Sachen BBL-Erfahrung kann den Bayern kein deutsches Basketballteam das Wasser reichen. Nicht nur wegen Coach Dirk Bauermann und enormen Medieninteresses sind die Isarstädter zum Erfolg verdammt.
Im Februar 2010 hatte es den Anschein, als hätte der FC Bayern München den deutschen Sportmedien einen Köder ausgelegt. Damals trainierten die Fußballprofis des Rekordmeisters vor dem Zweitligaknaller der Basketballer zwischen dem FCB und dem späteren Aufsteiger BBC Bayreuth. Weltstar Bastian Schweinsteiger am Basketball sollte zeigen, dass der Verein auch eine Basketballabteilung mit Ambitionen hat.
Ende Mai kochte es dann mächtig in der Gerüchteküche. Sollte Bundestrainer Dirk Bauermann tatsächlich an der Isar anheuern, um ein Zweitligateam trotz großen Namens in die oberste deutsche Spielklasse zu führen?
Knapp zwei Woche später war der Deal perfekt; der 52-jährige Erfolgstrainer wurde von Bernd Rauch, dem Vizepräsidenten des Vereins, als „erfolgreichsten deutschen Basketballtrainer in der Familie des FC Bayern München" willkommen geheißen. Bauermann selbst sieht in dem Projekt eine "reizvolle Aufgabe", trotz des Widerspruchs, dass der Nationalcoach in die zweite Liga absteigt. "Der Gang in die Zweite Liga hat mir die ein oder andere schlaflose Nacht beschert", erklärte Bauermann Anfang August in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Da hat man nichts zu gewinnen, da kann man nur verlieren. Aber weil es sich eben um diesen besonderen Verein und diese Möglichkeiten handelt, habe ich beschlossen, es zu machen."
Dank der Personalie Bauermann, dessen zahlreichen Kontakten und eines Budgets von geschätzten 1,5 Millionen Euro zimmerten die Bayern in Windeseile einen schlagfertigen Kader zusammen. Das Aufgebot, das gestandene BBL-Profis wie Demond Greene, Aleksandar Nadjfeji, Artur Kolodziejski oder Darius Hall umfasst, könnte zweifelsfrei auch in der Beletage des deutschen Basketballs um die Playoffs mitspielen.
Doch das Projekt Aufstieg dauert schlichtweg nur 30 Spiele - sofern nichts Außergewöhnliches dazwischen kommt. "Professionelles Minimalistentum wird nicht reichen", verkündete Bauermann bei einer Pressekonferenz. Diesen Worten folgten Taten. Für erneutes Augenreiben bzw. ungläubiges Kopfschütteln sorgte auch die jüngste Verpflichtung des zweimaligen deutschen Basketballmeisters (1954, 1955).
Mit dem Transfer-Coup von Steffen Hamann zum FC Bayern München sind auch die letzten Zweifel aus dem Weg geräumt, dass die wohl bekannteste Sportmarke Deutschlands nicht den Aufstieg in die Beko BBL für die Saison 2011/12 anpeilt. Die Verpflichtung des 106-fachen Nationalspielers scheint die Krönung auf dem ohnehin schon beeindruckenden Kader des Isarstädter zu sein.
Allein ein Blick auf die Statistiken reicht aus, um den Bayern den Aufstieg fast schon zu garantieren. Oder gibt es derzeit ein BBL-Team, das mehr Spieler mit Erstliga- bzw. Nationalteamerfahrung besitzt?
Ohne den Erfahrungsschatz von Chefcoach Bauermann aufzuführen, können Hamann, Nadjfeji, Hall, Kolodziejski, Greene und Robert Maras auf insgesamt 1.662 Erstligaeinsätze zurückblicken. Hinzu kommt die Erfahrung aus dem Nationalteam: Allein Greene, Hamann und Maras haben 279 Auswahlspiele auf dem Buckel. Kein Wunder also, dass sich die Medien wie die Geier auf dieses schmackhafte Projekt stürzen.
Neben den spektakulären Personalien können die Münchner auch erste Erfolge verzeichnen, denn binnen kürzester Zeit wurden bereits über 500 Dauerkarten verkauft. Das war vor zehn Tagen. Bis zum Saisonauftakt am 25. September dürfte diese Zahl weiter wachsen. Und mit ihr auch das Medieninteresse.
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