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© Foto: picture alliance
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Die deutschen Handballer haben sich mit einem souveränen Sieg über Schweden für die Hauptrunde der EM in Serbien qualifiziert. Das 29:24 (20:15) über die Skandinavier ist ein großer Schritt auf dem Weg zu Olympia und kann sogar den Gruppensieg bedeuten.
Die gefürchtete Blamage blieb aus. Jetzt ist auf einmal wieder alles möglich - auch, weil die deutschen Handballer den Glauben an die eigene Stärke wiederentdeckt haben. Ein einziges Spiel kann so vieles verändern...
Vor anfangs nur spärlich gefüllten Rängen in der Halle in Nis wartete auf die Deutschen ein bereits für die Hauptrunde qualifiziertes schwedisches Team um Superstar Kim Andersson vom THW Kiel. Bundestrainer Martin Heuberger vertraute auf die gleichen Feldspieler wie gegen Mazedonien, Kapitän Pascal Hens musste zunächst also wieder auf der Bank Platz nehmen. Im Tor beginnen durfte allerdings die etatmäßige Nummer Eins Silvio Heinevetter.
Souveräner Start
Es ging um alles oder nichts, eine Niederlage hätte wohl das Aus für London 2012 bedeutet. Aber das merkte man dem deutschen Team nicht an, das von Beginn an konzentriert zu Werke ging. Die ersten vier Würfe fanden ihr Ziel ins Tor von Schweden-Keeper Mattias Andersson, und so zogen die Deutschen schnell auf 4:2 davon. In der Abwehr stand man sicher, Kaufmann und Roggisch kümmerten sich im rechten Rückraum um Andersson, der zunächst vor allem als Passgeber fungierte.
Schweden hatte allerdings keinen besonders guten Tag erwischt. Abspielfehler und schwache Würfe mischten sich in ihr Spiel, die den schnellen Außen um Uwe Gensheimer Tempogegenstöße ermöglichten. Deutschland baute den Vorsprung auf 7:3 aus, so dass der schwedische Trainer Staffan Olsson schon nach zehn Minuten die Auszeit nahm.
Offensiv-Feuerwerk in erster Halbzeit
Das half allerdings nicht. Andersson, der leicht verletzt in die Partie gegangen war, wirkte gehemmt und konnte das Spiel nicht entscheidend bestimmen. Auch im Tor waren Paraden seines Namensvetters Mangelware, so dass die Schweden bereits nach 14 Minuten die Torhüter tauschten. Deutschland spielte seine Angriffe dagegen überlegt aus und sicherte sich bei den wenigen Fehlwürfen auch die meisten Appraller, die dann verwertet wurden. Kaufmann aus der Distanz sowie Gensheimer vom Siebenmeterpunkt blieben eiskalt und markierten ein ums andere Mal schöne Treffer.
Kapitän Pascal Hens wurde in der 22. Minute eingewechselt, blieb aber weitgehend unauffällig. Die Schweden hatten sich mittlerweile etwas gefangen, konnten den Vorsprung aber selbst in Überzahl nicht entscheidend verkürzen, woran auch Silvio Heinevetter im Tor großen Anteil hatte. Aus einem 16:13 machten die Deutschen einen 19:13-Vorsprung, bevor es schließlich mit 20:15 in die Pause ging – in der gesamten Partie gegen Mazedonien waren nur vier Tore mehr gefallen. Überragender Spieler in Hälfte Eins war Uwe Gensheimer mit acht Treffern.
Zerfahrener Beginn der zweiten Hälfte
Nach der Pause stockte das deutsche Spiel und die Schweden kamen auf 20:17 heran. Besonders Kim Ekdahl Du Rietz vom HBC Nantes war von der Abwehr nicht in den Griff zu bekommen. Dazu kam eine Zeitstrafe gegen Holger Glandorf, so dass man eine Aufholjagd der Tre Kronors befürchten musste. Die Mazedonischen Fans, die mittlerweile die Halle für das anschließende Spiel ihrer Mannschaft füllten, pfiffen das deutsche Team gnadenlos aus und sorgten mit „Deutschland, Deutschland, Auf Wiedersehen!“-Sprechchören zusätzlich für Stimmung.
Aber die Schweden konnten aus der Situation kein Kapital schlagen und den Rückstand nicht entscheidend verkürzen. Immer wieder sorgten Klasse-Paraden von Heinevetter für die nötige Ruhe. Zudem kam es im Spiel zu vielen Unterbrechungen, was den Spielfluss beider Mannschaften störte. Heinevetter, Oliver Roggisch und Christian Sprenger mussten kurz nacheinander behandelt werden, aber es blieb bei kleineren Blessuren. Die Schweden kamen mehrmals auf drei Tore heran, aber das erste Turniertor von Pascal Hens zum 25:21 und ein Tempogegenstoß von Patrick Groetzki auf 26:22 ließen das Spiel nicht kippen.
Heinevetter sichert den Sieg
Beim Stand von 26:23 zehn Minuten vor Schluss war noch alles drin, aber schnelle Tore von Groetzki und Sven Sören Christophersen erhöhten den Vorsprung auf fünf Tore und machten damit den Sack zu. In den letzten Spielminuten konnte Schweden nur noch ein einziges Tor erzielen und scheiterte ein ums andere Mal an Heinevetter im Tor, der eine großartige Leistung zeigte. 29:24 hieß es am Ende für Deutschland, das seine beste Turnierleistung bot und ein schwaches schwedisches Team über die gesamte Spieldauer in Schach halten konnte.
Spieler der Partie wurde Gensheimer mit neun Treffern, möglich wurde der Sieg aber auch durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der man die starke Abwehr um Roggisch lobend erwähnen muss. Bei den Schweden blieben außer Du Rietz (acht Tore) und Larholm (6) eigentlich alle Spieler unter ihren Möglichkeiten - Kim Andersson erzielte nur ein mageres Tor.
Vier Punkte für die Hauptrunde möglichkeit
Ausgelassen jubelte die Mannschaft nach dem Spiel auf dem Feld. Bundestrainer Heuberger befand in der ARD, dass „die Mannschaft lebt“ und sich gefangen habe. Mindestens zwei Punkte sind damit für die Hauptrunde sicher, in der man auf Gastgeber Serbien, Polen und Dänemark treffen wird.
Im zweiten Spiel des Abends entscheidet sich, ob Deutschland sogar Gruppensieger wird und vier Punkte aus der Gruppenphase mitnehmen kann. Mazedonien muss dafür gegen Tschechien gewinnen. Gewinnt Tschechien, werden sie Gruppensieger. Deutschland würde dann aufgrund des verlorenen direkten Duells nur die Punkte aus dem Schweden-Spiel in die Hauptrunde mitnehmen.
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Deutsche Herren-Handballnationalmannschaft,
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