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(Kajak)
Stefan Pfannmöller begleitet Familie Wieskötter beim Finale des deutschen Kajak-Zweiers und erlebt, wie niedergeschlagen man trotz Silbermedaillen-Gewinns sein kann.
Ronald Rauhe und Tim Wieskötter, der Erfolgs Kajak Zweier des Deutschen Kanu Verbandes, ist seit Jahren quasi ungeschlagen. Peking 2008 ist ihre Mission Gold! Und die Familie extra mit angereist.
Es geht los, wenige Sekunden bis zum Rennbeginn. Rauhe/Wieskötter stehen am Start und sind hochkonzentriert. „Wir wollen den Titel verteidigen“, so Tim vor dem Rennen. Die Fans stehen auf den Sitzen, die Familie von Tim Wieskötter ist sichtlich angespannt. Jana, die Schwester von Tim hat die Arme um Mutter und Vater Wieskötter gelegt und gemeinsam hoffen sie auf einen erfolgreichen Ausgang der Mission Gold.
Das Rennen geht los, Ronald und Tim erwischen keinen optimalen Start. Die überraschend starken Spanier beginnen das Rennen sehr schnell und führen das Feld mit fast einer Bootslänge an. Ronald und Tim auf Platz 3 dahinter, eigentlich kein Problem für die Beiden, sie sind bekannt für ihren starken Endspurt.
Noch 150 der 500 Meter sind zu absolvieren. Jetzt ziehen sie den Endspurt an! Eine Explosion geht durchs Boot. Die Spanier immer noch deutlich vorn, doch die Titelverteidiger kämpfen sich heran. Doch die Spanier halten dagegen! Was ein packendes Finale!
Noch zehn Meter bis ins Ziel, noch fünf noch einen Meter und Ziel! Ein Wimpernschlagfinale. Alle warten gespannt auf die Auf die Anzeigentafel. Tims Schwester kann nicht hinschauen, sie befürchtet, dass es nicht gereicht haben könnte. Die Anzeigetafel entscheidet nun über Erfolg oder Niederlage!
Niederlage! Familie Wieskötter ist sichtlich niedergeschlagen. Nicht weil sie nicht stolz sind, sondern weil sie wissen, dass Ronald und Tim nur ein Ziel im Kopf hatten – Gold! Drei Hundertstel haben gefehlt, so grausam kann Leistungssport manchmal sein.
Silber gewonnen? Jana befüchtet, dass die Beiden Silber eher als Niederlage empfinden. Tim liegt in ihren Armen. „Es ist schwer, wenn Tim so traurig ist“, so Jana. Das war wohl das traurigste Silber der gesamten Spiele. Die Glückwünsche kommen dennoch an. Für uns, die Außenstehenden eigentlich unvorstellbar, sich nicht über Silber freuen zu können.
Bei der Siegerehrung 10 Minuten später gibt es einen besonders lauten Beifall der deutschen Fans und Trainingskameraden, als Aufforderung sich zu freuen, denn jede Medaille bei Olympia ist ein Wahnsinns-Erfolg! Kopf hoch, es war eine tolle Leistung!
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