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© Foto: pixelio.de/ReinerSturm
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Wie muss man sich fühlen, wenn man das unbeliebte Kind einer ansonsten gern gesehenen Familie ist? Wenn der eigene Name nur negative Assoziationen weckt? Wenn jeder direkt an Verlust und Abzug denkt, wenn man in der Nähe ist. Das fühlt sich nicht gut an.
Dabei ist der, von dem die Rede ist, im Grunde kein schlechter Zeitgenosse. Er trägt zum besseren Verständnis bei. Er stellt Zusammenhänge her. Er verbindet. Trotzdem wird er zunehmend vernachlässigt, übergangen und komplett vergessen: der Bindestrich; jüngst auch gerne als „Minus“ bezeichnet. Seine Funktion? Völlig verkannt. Was ist die Folge der stiefmütterlichen Behandlung? Wir hangeln uns am Buchstabenwirrwarrfaden entlang und stolpern über Endloswortketten. Dabei wäre die das müde Auge rettende Wörter-Trennung so nah.
Aber was geht uns das Aussterben eines Satzzeichens an? Die Familie ist groß. Warum an dieser Stelle ein Plädoyer für den Bindestrich? Weil er zu Beach-Volleyball in Deutschland gehört, wie der Rotzlöffel zu „Two and a Half Men“. Ohne den Kleinen würde was fehlen, denn er spielt eine wichtige Rolle.
Doch selbst der Duden, lange Zeit Verfechter der Schreibweise mit Bindestrich, lässt nun beides zu. Ja, die Rechtschreibreform hat uns alle verwirrt. Befragen wir doch mal das Kollektiv. Was schreibt denn die Mehrheit? Hat man früher den Duden zu Rate gezogen, liefert heute Google die Antwort auf alle Fragen. Und da hat Beach-Volleyball mit 3.350.000 Treffern die Nase vorne (vgl. Beachvolleyball 2.780.000).
Im Netz stolpern wir über die These, „Beachvolleyball“ wäre in dieser Schreibweise internationaler. In Zeiten, in denen die Welt zumindest in Sachen Informationsfluss zusammenwächst, ein lobenswerter Ansatz. Wenn es stimmen würde. Stimmt aber nicht. Denn dann müsste man gleich auf die am weitesten verbreitete Sprache zurückgreifen und Beach Volleyball konsequent trennen. So gibt es das Englische vor. Die Variante, den aussterbenden Bindestrich durch eine Leerstelle zu ersetzen, sieht die deutsche Rechtschreibung jedoch nicht vor. Da die Werbung dies gerne ignoriert, hat sich der Kolumnist Bastian Sick für dieses falsche Leerzeichen bereits einen Namen ausgedacht: „Deppenleerzeichen“.
Wir wollen wissen, was richtig ist. Wie ist die offizielle Schreibweise? Wer kann die festlegen? Da kommt nur ein offizielles Organ in Frage: Der Deutsche Volleyball-Verband. Und der ließ nie einen Zweifel an der richtigen Schreibweise: Beach-Volleyball. Weder Reform-Achterbahn noch einfallsreiche Neuschöpfungen konnten dort Verwirrung stiften.
Der Bindestrich ist nicht nur für die richtige Schreibweise wichtig, sondern auch ein Statement: Mit dem Bindestrich bekennt man sich zur Entwicklungsgeschichte unserer Sportart. Denn der Bindestrich wird laut Definition als graphische Verbindung zweier Wörter empfunden, bei der das erste Wort attributiv zum zweiten gebraucht wird. Anders ausgedrückt: Beach ist damit die Ergänzung zur näheren Bestimmung. Volleyball war vorher da. Und das ist richtig, auch wenn wir berechtigten Anspruch darauf erheben, eine vollwertige Sportart zu sein. Oder, um das Familienbild noch mal aufzugreifen: Auch wenn das Kind längst aus der Pubertät raus ist und ein eigenständiges Leben führt, so lässt sich die Abstammung bzw. Verwandtschaft nicht leugnen.
Und was könnte es auch Schöneres geben, als Beach und Volleyball zu verbinden? Also lasst uns ein Zeichen setzen: Beach-Volleyball!
Links:
www.beach-volleyball.de/shirtshop/
Von: beach-volleyball.de/jukr, ansc
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