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Alexandra Popp, Karriere im Blitztempo

22.07.2010
Alexandra Popp, Karriere im Blitztempo
© Foto: Nora Kruse / FF-Archiv; Tore am Fließband: Alexandra Popp
 

Sechs Tore in drei Spielen hat Alexandra Popp bei der U20-Frauenfußball-WM in Deutschland bisher erzielt, keine andere sammelt in diesen Tagen stärkere Argumente, auch im WM-Kader 2011 Berücksichtigung zu finden. Dabei ist es nur einem Zufall zu verdanken, dass die 19-Jährige einst entdeckt wurde.

Zehn Jahre lang kickte sie für ihren Heimatverein FC Schwarz-Weiss Silschede, bei einem Hallenturnier in Hagen zog Popp zufällig die Aufmerksamkeit von Kathrin Peter auf sich, Verbandssportlehrerin beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen und Ehefrau von Juniorinnen-Nationaltrainer Ralf Peter.

 

Zum Leistungssport bekehrt

Sie informierte umgehend ihren Ehemann, er möge sich dieses außergewöhnliche Talent doch selbst einmal anschauen. Was er sah, überzeugte Peter sofort, dennoch bedurfte es einiger Überzeugungsarbeit, Popp den Leistungssport schmackhaft zu machen. „Diesen Schritt habe ich aber bisher nie bereut“, so Popp über den Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bei der U20-WM in Deutschland einen neuen Höhepunkt erreicht.

 

Goldener Schuh im Visier

Zum Abschluss der Vorrunde erzielte sie beim 4:1-Sieg gegen Frankreich drei Treffer, mit nun sechs Turniertreffern ist sie eine heiße Anwärterin auf den Goldenen Schuh, der für die beste Torschützin des Turniers verliehen wird. „Ich bin froh über meine drei Tore, sogar alle drei hintereinander. Ich hatte mir viel vorgenommen, umso glücklicher bin ich, dass ich mit meinen Toren zum Sieg beitragen habe. Etwas Besseres kann man sich gar nicht vorstellen“, so Popp freudestrahlend.

 

Allrounderin für Frauenfußball-WM 2011

Mit ihrer Technik, Athletik, Kopfballstärke, Schnelligkeit und ihren Allrounder-Fähigkeiten dürfte sie eine heiße Kandidatin für einen Startplatz bei der Frauenfußball-WM 2011 im eigenen Land sein. Eine, die im Sturm Lücken reißen, und somit Platz schaffen kann für eine Sturmpartnerin wie Inka Grings. An das Turnier im kommenden Jahr und eine mögliche Teilnahme möchte sie in diesen Tagen allerdings noch nicht zu viele Gedanken verschwenden. „Die Konzentration gilt jetzt der U20-WM und dem Ziel, Weltmeister zu werden. 2011 ist tief im Hinterkopf verborgen. Wenn es dann aber 2011 eventuell an der Tür klopfen sollte, wäre es natürlich schön. Wir hoffen, dass einige von uns dabei sein werden.“

 

Popp: “Tore schießen ist mir lieber”

Ausgerechnet in ihrem Verein FCR 2001 Duisburg darf sie ihre Torjägerqualitäten nicht unter Beweis stellen, denn dort agiert sie als Außenverteidigerin auf der linken Seite.„Ich bin froh, dass ich überhaupt spiele“, so Popp lachend gegenüber Womensoccer. Wir sind in Duisburg mit Inka Grings, Simone Laudehr und Femke Maes offensiv so stark besetzt, da spiele ich doch eher hinten links. Im Endeffekt ist es mir egal, wo ich spiele, das war in Duisburg auch nie eine Diskussion. Aber es macht Spaß, in der Nationalmannschaft im Sturm zu spielen, denn Tore schießen ist mir doch lieber.“ Und das kann sie besonders gut, wie sie auch gegen Frankreich eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Etwa beim 2:0, wo sie einen langen Ball von Marith Prießen aus der eigenen Hälfte unter Bedrängnis perfekt verarbeitete. „Da habe ich kurz zur Torhüterin geschaut, wie sie stand, und den Ball dann mit Absicht über sie gelupft.“ In der zweiten Halbzeit wäre ihr gar fast ein vierter Treffer gelungen. „Da hätte ich noch ein paar Meter gehen müssen, da habe ich zu früh den Abschluss gesucht und den Ball nicht richtig getroffen“, so Popp selbstkritisch.

 

Teamspirit als Schlüssel zum Erfolg

Nun ist die Konzentration schon voll auf die K.-o.-Runde gerichtet, wo es am Samstag in Bochum (ab 18.00 Uhr live auf Eurosport und im Womensoccer-Liveblogging) gegen Nordkorea geht. „Ich freue mich jetzt schon aufs Viertelfinale. Die Karten werden neu gemischt und es kommen härtere Gegner. Wir nehmen alles, was kommt“, strotzt sie vor Selbstbewusstsein. Die besondere Stärke sieht Popp im Teamspirit ihrer Elf. „Jeder arbeitet für jeden, wenn einer einen Fehler macht, wird er aufgebaut, wie etwa Marina nach ihrem verschossenen Elfmeter, die danach klasse weitergespielt hat. Es macht einfach Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen.“



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