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(Fußball)
Erste Niederlage für die DFB-Elf bei der EM 2008 nach einer enttäuschenden Vorstellung. Zudem sieht Schweinsteiger die Rote Karte. Nun hilft nur ein Sieg im "Endspiel" gegen Österreich, sonst ist der K.o. perfekt.
Vier Tage nach ihrem 2:0-Auftaktsieg gegen Polen verlor die deutsche Mannschaft das zweite Spiel der Gruppe B nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen Kroatien 1:2 (0:1).
Darijo Srna (24.) und Ivica Olic (62.) erzielten die Tore für die Kroaten, die nach dem zweiten Sieg vorzeitig fürs Viertelfinale qualifiziert sind.
Lukas Podolski gelang in seinem 50. Länderspiel mit seinem 28. Treffer in der 79. Minute nur noch der Anschlusstreffer.
Zudem sah der eingewechselte Bastian Schweinsteiger in der Nachspielzeit wegen einer Tätlichkeit gegen Jarko Leko die Rote Karte und wird damit zumindest im "Endspiel" am Montag in Wien gegen Österreich fehlen.
Dabei würde dem WM-Dritten nach dem 1:1 zwischen Österreich und Polen immerhin ein Unentschieden reichen, um nicht wie 2000 und 2004 vorzeitig die Heimreise antreten zu müssen.
Dabei war die Zuversicht sowohl im Team als auch den Anhängern der deutschen Elf groß gewesen. "Auswärtssieg" riefen die zahlenmäßig weit unterlegenen DFB-Fans im mit 30.000 Zuschauern erneut ausverkauften Klagenfurter Wörthersee-Stadion vor Beginn des Spiels.
In der Anfangsphase neutralisierten sich beide Teams zunächst. Doch im Verlauf des Spiels hatte vor allem Christoph Metzelder immer mehr Mühe mit dem quirligen HSV-Stürmer Olic, den Kroatiens Nationaltrainer Slaven Bilic als einzige Spitze aufgeboten hatte.
Auf der linken Seite hatte Jansen seine liebe Mühe mit Darijo Srna. Der Mittelfeldspieler von Schachtjor Donezk war es auch, der in der 24. Minute für die kroatische Führung sorgte.
Von der linken Seite flankte Danijel Pranjic vollkommen ungehindert in den Strafraum, Per Mertesacker und Metzelder kamen nicht an den Ball und Jansen kam zu spät gegen den heranstürmenden Srna, der den Ball aus kurzer Entfernung eindrückte.
Die DFB-Auswahl zeigte sich durch den Rückstand geschockt und hatte Glück, dass es in der 30. Minute nicht schon 0:2 stand:
Nach einer schönen Ballablage des enorm starken Olic schoss Niko Kranjcar im Strafraum unbedrängt über das Tor.
Die Kroaten ließen sich danach etwas zurückfallen und die Löw-Elf kam zu einer kurzen Drangphase mit zwei Chancen zum 1:1.
Einen hart getretenen Freistoß von Michael Ballack wehrte Stipe Pletikosa ab (33.), kurz darauf rettete der kroatische Torwart nach einer Kopfballvorlage von Metzelder vor Klose. Das war es aber auch schon und das DFB-Team verfiel wieder in ihren Schlendrian.
Kranjcar hätte nach erneutem Fehler von Jansen sogar per Seitfallzieher sogar erhöhen können, doch der nicht immer sichere Lehmann wehrte den direkt auf den Keeper geschossenen Ball ab..Nach der Pause übernahm das deutsche Team erwartungsgemäß das Kommando, allerdings ohne zählbaren Erfolg. So schoss Ballack bei der ersten Chance in der 49. Minute weit über das Tor.
Dagegen blieben die Kroaten bei Kontern immer brandgefährlich. Einer davon führte dann in der 62. Minute zur Vorentscheidung:
Eine scharfe Flanke des Schalkers Ivan Rakitic von der rechten Seite fälschte Podolski ab, Lehmann wurde überrascht, und der Ball sprang vom rechten Pfosten vor die Füße von Olic, der aus fünf Metern freistehend einschob.
Kurz darauf brachte Löw für den völlig indisponierten Gomez Bastian Schweinsteiger, der in der 73. Minute die bis dahin beste Chance der deutschen Mannschaft hatte.
Der Münchner zog auf der linken Seite in den Strafraum und schoss aus spitzem Winkel, doch der Ball flog an Freund und Gegner vorbei.
"Deutschland, Deutschland, auf Wiedersehen" riefen die kroatischen Fans bereits, doch Podolski machte es noch einmal spannend.
Nach einem Kopfball von Ballack fiel die Kopfball-Abwehr von Robert Kovac genau vor die Füße des 23-Jährigen, der aus elf Metern knallhart flach einschoss und seinen dritten Turniertreffer erzielte.
Elf Minuten plus Nachspielzeit blieb dem WM-Dritten danach noch, zumindest einen Punkt zu retten.
Doch wie schon zuvor blieb das Spiel nach vorne plan- und konzeptlos und gespickt von Abspielfehlern, so dass die Kroaten bei Gegenstößen sogar das 3:1 auf dem Fuß hatten.
Der Tiefpunkt dann in der Nachspielzeit: Schweinsteiger revanchierte sich nach Foul von Leko mit einem Schubser und sah den Regeln entsprechend vom ebenfalls schwachen Schiessrichter Frank de Bleeckere Rot.
Es war der erste Platzverweis für einen deutschen Spieler bei einem großen Turnier seit der Roten Karte gegen Christian Wörns - passenderweise beim 0:3 gegen Kroatien im WM-Viertelfinale 1998.
Das unrühmliche Ende eines aus DFB-Sicht total verkorksten Abends.
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