Kinotipp: Nowitzki. Der perfekte Wurf. NFP Broadview 2014 -- Trainingsszene aus Nowitzki. Der perfekte Wurf.

Kinotipp: Nowitzki. Der perfekte Wurf.

  • Derk Hoberg
Hartes Training, die ungewöhnliche Freundschaft zu Holger Geschwindner, ihre Zusammenarbeit im „Institut für angewandten Unfug“ sowie Höhen und Tiefen in Sport und Privatleben des Dirk Nowitzki: Die Dokumentation „Nowitzki. Der perfekte Wurf.“ gibt nie dagewesene Einblicke in das Leben des deutschen Vorzeigeathleten. netzathleten.de hat den Film vorab gesehen, der am 18. September in den Kinos startet.

13 Jahre lang kämpft Dirk Nowitzki um die Trophäe des Basketballs schlechthin. Bis es ihm 2011 endlich gelingt: Er gewinnt mit den Dallas Mavericks die lang ersehnte NBA-Meisterschaft und wird gleichzeitig zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt. „Nowitzki. Der perfekte Wurf.“ erzählt die Geschichte seines erstaunlichen Aufstiegs von einer Schulturnhalle in der süddeutschen Provinz bis an die Weltspitze des Basketballs.

Ungewöhnlicher Weg nach oben

Ein faszinierender, aber auch schmerzhafter Weg, wie gleich zu Beginn des Biopics deutlich wird: „Fragen wir so, was tut Ihnen denn nicht weh“, fragt ein Arzt den Basketballstar innerhalb eines Gesundheitschecks. Immer wieder wechseln sich solche dokumentarischen Elemente mit Interview- und Spielszenen aus der NBA ab. Viel Zeit widmet der Film aber auch dem Training Nowitzkis, schließlich ist gerade jene Arbeit grundlegend, für seinen Erfolg.

Der 2,13m große Sympathieträger hat seinen Weg nach oben auf äußerst ungewöhnliche Weise beschritten, geprägt von der einzigartigen Beziehung zu seinem Entdecker, Trainer, Mentor und Freund Holger Geschwindner. Der ehemalige Basketball-Nationalspieler und Physiker begegnete dem jungen Nowitzki 1994 ganz zufällig. Er erkannte sofort sein Talent und machte ihn mit seiner sehr besonderen Mischung aus ehrgeizigem Wagemut, naturwissenschaftlicher Präzision und extravaganten Trainingsmethoden fit, um ganz oben mitzuspielen. Seither arbeiten die beiden akribisch an der stetigen Verbesserung von Nowitzkis Fähigkeiten. Mit Erfolg: „Jedes Jahr kommt ein neues Werkzeug in Dirks Werkzeugkasten hinzu“, beurteilen Nowitzkis Mitspieler die Arbeit des Erfolgsgespanns. Diese geht soweit, dass Geschwindner sogar Computer-Programme entwickelt, einzig um „den perfekten Wurf“ zu erarbeiten.

Unser Fazit

Die Dokumentation bietet kurzweilige Unterhaltung mit allen Höhen und Tiefen, die das Leben so auf Lager hat, privat wie sportlich. Im Falle eines Dirk Nowitzkis – einem der bedeutendsten deutschen Sportler aller Zeiten – sind diese natürlich besonders ausgeprägt. Nach den verlorenen Finals gegen Miami Heat 2006, deren unglücklicher Ausgang lange an ihm nagte, erhielt Nowitzki fünf Jahre später erneut die Chance, die Meisterschaft zu erringen und führte sein Team endlich zum Titel. Der Film verdeutlicht, wie hart die Arbeit auf dem Weg dorthin war und ist. Um in der der Liga der besten Basketballer bestehen zu können, braucht es mehr als nur Talent. Viel mehr. Natürlich kommen im Film neben Nowitzkis privatem Umfeld deshalb auch andere Protagonisten des Basketballs zu Wort. Allen voran Kobe Bryant und Weggefährten wie Steve Nash, Michael Finley, der unkonventionelle Mavericks-Eigentümer Mark Cuban, Trainerlegenden wie Rick Carlisle und Don Nelson.
Alleine deshalb, aber auch wenn Ihr wissen möchtet, wie Dirk Nowitzki Altkanzler Helmut Schmidt ein wenig angeschwindelt hat, lohnt sich der Weg ins Kino.

Nowitzki. Der perfekte Wurf.

Kinostart: 18. September 2014
Regie: Sebastian Dehnhardt. Produzent: Leopold Hoesch
mit Dirk Nowitzki, Holger Geschwindner, Kobe Bryant, Michael Finley, Steve Nash, Jason Kidd, Vince Carter, Mark Cuban, Rick Carlisle, Donnie Nelson, Jessica Nowitzki, Silke Nowitzki, Helga Nowitzki, Jörg-Werner Nowitzki, Helmut Schmidt u.v.m.

Eine Produktion von BROADVIEW PICTURES

Der Regisseur: Sebastian Dehnhardt

Noch nie hat der zurückhaltende Dirk Nowitzki sich so weit geöffnet wie in dem Jahr, in dem ihn der renommierte Dokumentarfilm-Regisseur Sebastian Dehnhardt begleitet hat. Dehnhardt machte im Kino mit KLITSCHKO international auf sich aufmerksam und wurde für seine Fernseharbeiten mehrfach ausgezeichnet, darunter mit einem International EMMY Award für „Das Drama von Dresden“ und einem Deutschen Fernsehpreis für „Das Wunder von Bern - Die wahre Geschichte“.

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