Erster Weltcupsieg Für Zacher - Kolumne zum Skicross-Weltcup picture alliance

Erster Weltcupsieg Für Zacher - Kolumne zum Skicross-Weltcup

  • Derk Hoberg
Martin Fialas Kolumne zum Skicross-Weltcup. Er war beim ersten Weltcup-Sieg von Heidi Zacher in St.Johann vor Ort und schildert seine Eindrücke. Zudem hat er spektakuläres Videomaterial vom Skicross mitgebracht, der Helmkamera sei dank.

Der Ski Cross-Weltcup in Oberndorf/St. Johann (Tirol) scheint ein wirklich gutes Pflaster für die deutschen Ski Crosser zu sein: Nach dem Sieg im letzten Jahr durch Simon Stickl (SC Bad Wiessee) bei den Herren, dem ersten deutschen Weltcup-Sieg im Ski Cross überhaupt, gelang am vergangenen Freitag beim spektakulären und bestens organisierten Nightrace am Penzinghang Heidi Zacher (SC Lenggries) das Kunststück bei den Damen. Und das in nahezu gleicher Manier wie Simon Stickl im letzten Jahr: Sie überzeugte in all ihren Heats und fuhr souverän ins Finale der besten Vier. Auch dort ließ sie ihren Gegnerinnen keine Chance, setzte sich gleich nach dem Start in der ersten Kurve an die Spitze des Feldes und fuhr ihren ersten Weltcupsieg ungefährdet ins Ziel. Die 22jährige Deutsche durfte somit im Ziel bei der Siegerehrung auch ins gelbe Trikot der derzeit Weltcup-Gesamtführenden schlüpfen. Das hervorragende Mannschaftsergebnis des deutschen Ski Cross-Damenteams wurde durch einen dritten Platz von Anna Wörner (SC Partenkirchen) komplettiert. Zweite wurde die Norwegerin Hedda Berntsen.

Bei den Herren siegte vor den rund 5000 begeisterten Zuschauern John Teller (USA) vor Nick Zoricic (CAN) und Thomas Zangerl (AUT). Und auch hier gab es mit zwei Top-Ten-Plätzen zufriedene Gesichter im deutschen Team: Simon Stickl wurde Siebter, der junge Daniel Bohnacker (20, SC Gerhausen) mit seinem bisher besten Weltcup-Ergebnis Achter. Die Platzierungen der anderen Deutschen, die sich für das Finale der besten 32 qualifiziert haben: Paul Eckert (WSV Samerberg) wurde 26., Florian Eigler (SC Pfronten) 27. und Thomas Fischer (SC Ruhpolding) 30.


Ich persönlich war fast eine Woche im Vorfeld für die FIS in Oberndorf/St. Johann vor Ort im Einsatz und habe gemeinsam mit dem Streckenbauer Simon Vollstuber und Matthias Ortner, sowie mit den Verantwortlichen vor Ort die Streckenführung abgestimmt, den Kurs gesetzt und getestet und die Geschwindigkeit optimiert. Es war keine einfache Aufgabe in St. Johann, weil die enorme Steilheit im oberen Bereich die Lösungsmöglichkeiten sehr stark limitiert. Die gemeinsame Grundidee war insbesondere im oberen Bereich die Geschwindigkeit weitgehend zu limitieren, um die Verletzungsgefahr zu minimieren und zugleich sehr enge Zweikämpfe zu ermöglichen. Ich bin sehr froh, dass wir diese Zielsetzung erreichen konnten. Es gab keine Verletzungen und trotzdem absolut spannende Heats mit vielen Überholmanövern und reichlich Action. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag in Oberndorf bei ca. 15, 5 m/s, in Innichen, beim ersten Weltcup, lag sie bei 19,5 m/s. Ein richtungsweisendes Konzept für Ski Cross Strecken, die enorm steile Passagen aufweisen.



Gratulation an alle Athleten, die eine gewaltige Show geboten haben und an die Veranstalter, die mit dem Event im Ski Cross Weltcup ähnliche Standards gesetzt haben, wie Ihre Nachbarn in Kitzbühel im Abfahrtssport.

Herzlichen Gruß
Euer Martin Fiala

 ©Petra Rapp


Als Medienpartner berichtet netzathleten im Vorfeld exklusiv über die Weltcuppremiere in Grasgehren (Obermaiselstein/Allgäu) und versorgt Euch mit Neuigkeiten durch Olympiateilnehmer Martin Fiala, der über die gesamte Weltcupserie berichten wird. Das Rennen in Grasgehren findet am 29. Januar 2011 statt und wird live vom ZDF übertragen.

 

 

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