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Die Kolumne von Martina Ertl-Renz

Eiskalte Typen, coole Stories

  • Martina Ertl-Renz
Keine ist so cool wie Jocelyne Lamourex-Davidson. Die US-Eishockey-Spielerin lief im Penaltyschießen gegen die kanadische Torfrau  an. Nach der regulären Spielzeit trennten sich die Eishockeygiganten USA und Kanada unentschieden 2:2. Selbst das Shootout ging in die Verlängerung und in der Eishalle hätte man Stecknadeln fallen hören können.
Dann kam der Auftritt von Jocelyne Lamourex-Davidson. Äußerlich vollkommen relaxed lief sie mit dem Puck am Schläger auf das kanadische Tor zu, kippte das Schlägerblatt so, dass die kanadische Torfrau mit einem Chip in die linke obere Torecke rechnen musste, wendete sowohl Schläger als auch Körper sekundenschnell, um die Torfrau zu umfahren und in Ruhe ins Tor zu schlenzen. Die folgende Kanadierin versiebte ihren Penalty und machte so die US-Girls zum Olympiasieger. Das Penaltytor der US-Stürmein gehört für mich zu den schönsten sportlichen Momenten, zeugte es doch von einer ungeheuren Nervenstärke, ein so anspruchsvolles Manöver eiskalt durchzuziehen.

Coole Jungs sind auch unsere Eishockeymänner, die zur Überraschung aller die Schweden im Viertelfinale aus dem Turnier stießen und nun auf den Spuren der legendären Kühnhackl-Mannschaft wandeln, die in Innsbruck olympisches Edelmetall gewann. Zunächst geht es gegen die Kanadier, die wie die Schweden gegen Deutschland Favorit sind, um den Einzug in das olympische Finale von PyeongChang. Als waschechter Eishockeyfan bin ich sehr gespannt darauf, ob unsere Jungs zum Abschluss des Turniers eine Medaille in den Händen halten werden.

Ein kühler Schwede hat am Schluss seiner Karriere den Höhepunkt gesetzt. Der 35-jährige Andre Myhrer ergriff die Gunst der Stunde und krönte sich zum Olympiasieger im Slalom von PyeongChang. Auf dem anspruchsvollen und sehr wechselhaften Kurs, der den Stangenspezialisten zwischen Steilhang und Flachstück alles abverlangte, gab es prominente Ausfälle. Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen, die großen Anwärter auf Gold und Silber, schieden in ihren Läufen aus. Insbesondere Myhrer behielt mit all seiner Erfahrung die Nerven, spulte sein Programm zwischen den Stangen ab. Sein Lohn: der größte Erfolg in der Karriere, die Goldmedaille!
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Man weiß gar nicht mehr, was man über unsere Kombinierer noch sagen soll. Alle vier Athleten hatten ihre Nerven im Griff und zeigten ansprechende Sprünge. Nur ein geringer Rückstand in der Loipe war aufzuholen, als die Deutschen eiskalt ihre läuferische Potenz ausspielten. Vinzenz Geiger lief als Startläufer und Youngster ein couragiertes Rennen und legte die Grundlage für den Frenzel-Riessle-Rydzek-Express, der die Konkurrenz einfach stehen ließ. Gold für das Team der Kombinierer, die übrigens heiße Partys feiern sollen!

Eure 
Martina Ertl-Renz

Martina Ertl Renz

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