#projekthalbmarathonläuft – Standortbestimmung Nils Borgstedt
Erdinger Stadtlauf

#projekthalbmarathonläuft – Standortbestimmung

Auf dem Weg zum Halbmarathon hieß es: Testlauf. Also ging es gestern beim Erdinger Stadtlauf an den Start. 10 Kilometer, fünf Runden à zwei Kilometer.
Es liegen jetzt schon elf Wochen Training hinter mir, ausgerichtet auf den Halbmarathon im Rahmen des München Marathons am 9. Oktober. Zwei Wochen vor dem Wettkampf stand nun eine erste Standortbestimmung auf dem Programm. Beim Erdinger Stadtlauf ging es über die 10-km-Strecke, gemeinsam mit 701 weiteren Startern. Gestartet wurde in zwei Gruppen, eine schnelle, eine langsame. Voraussetzung für Startgruppe 1: Unter 50 Minuten bleiben. Da simma dabei.

Vorbereitung

Doch schon vor dem Lauf selbst, ging die Vorbereitung los. Lockere sieben Kilometer am Donnerstag. Freitag dann Ruhe, Samstag folgte eine kurze Voraktivierung mit Lauf-ABC und zwei, drei schnellen Tempoantritten. Schon jetzt steigt langsam die Vorfreude. Schlafen. Wettkampftag.

Die Strecke

Mit gut gefüllten Kohlenhydratspeichern mache ich mich auf nach Erding. Der Start war für 14:30 angesetzt, etwa um 13 Uhr bin ich vor Ort. Die Kinderrennen laufen schon, Moderator Hartwig Thöne begrüßt die eintreffenden Läufer und Läuferinnen. Die Sonne strahlt. 24 Grad. Aber: eine Strecke praktisch ohne Schatten. Ein Glück, liegt mein Sardinienurlaub inklusive hochsommerlicher Laufeinheiten erst eine Woche zurück. Dort waren es an die 30 Grad beim Training. Außerdem warten Spitzkehren und ein relativ enger Streckenabschnitt auf die Läufer – nicht optimal. Abbremsen, wieder Fahrt aufnehmen und dabei gucken, dass man niemandem auf die Füße tritt.

Jetzt zählt‘s

Der Start rückt näher. Warmmachen. Einlaufen, Lauf-ABC, Antritte. Plaudern mit anderen Läufern. Es kribbelt wie vor einer Prüfung. Es ist eine bunte Mischung, die den 2-km-Rundkurs in Angriff nimmt und fünfmal absolvieren wird. Alt, Jung, Hobbyläufer, Semi-Profis. Startschuss; und schon sind die ersten Startreihen weg. Das Anfangstempo ist hoch. Ich schaue, dass ich mein geplantes Tempo von fünf Minuten pro Kilometer erreiche und halte. Und dazu muss ich mich bremsen. Groß ist die Versuchung, sich an einen flinken Laufkompagnon zu klemmen und das höhere Tempo mitzugehen. Die Pulsuhr hilft. Ich groove mich ein, einige ziehen dennoch an mir vorbei. Viele werde ich später wiedersehen und meinerseits überholen.

Mein Rennplan sieht wie folgt aus: bis zur Hälfte fünf Minuten pro Kilometer, dann Tempo erhöhen und schauen was geht. Und das funktioniert, ich bin sogar etwas schneller unterwegs. Die Distanzmessung springt auf 5 als die Zeitmessung noch nicht ganz 25 Minuten anzeigt. Optimal. Die zweiten fünf Kilometer werden schneller. Ich kann vor allem auf den letzten beiden Kilometern nochmal zulegen, laufe sie fast eine Minute schneller als die ersten drei Runden. Am Ende ist sogar ein kleiner Schlusssprint drin, sodass schließlich 48:27,3 Minuten als Endzeit stehen. Immerhin Platz 176 von 702 Startern. Im Zielbereich gibt es alkoholfreies Weißbier, Müsli, Obstbuffet und nette Gespräche. Ein amüsantes Völkchen, die Läufer.

Fazit

Ich bin direkt nach dem Lauf nicht ganz zufrieden. Es wäre wahrscheinlich mehr drin gewesen, wenn ich von Beginn an ein wenig mehr Gas gegeben hätte. Allerdings muss man den Lauf im Kontext zum eigentlich Wettkampf sehen, dem Halbmarathon. Wenn man bedenkt, dass ich nun 10 Kilometer in unter 50 Minuten gelaufen bin und am Ende noch etwas Sprit im Tank hatte, dann sieht es für das Ziel, den Halbmarathon unter zwei Stunden zu absolvieren, nicht schlecht aus.
Pro Kilometer müsse man etwa 20 Sekunden draufschlagen, um eine gut erreichbare Zeit für den Halbmarathon zu erhalten, erklärt mir Lauftrainerin Julia Derbfuß, von saludis in Bamberg, als ich ihr davon berichte. Vereinfacht und meinen anfänglichen Fünfer-Schnitt angenommen, ergäbe sich also folgendes Bild:

- Pro Kilometer bräuchte ich 320 Sekunden
- Das ganze x21 = 112 Minuten, (1 h 52 Min), sodass am Ende acht Minuten für die verbleibenden knapp 100m bleiben. Das sollte machbar sein.

Fürs erste Mal sind die 48:27 auch nicht schlecht. Die Standortbestimmung ist also geglückt und ich kann voller Zuversicht auf den 9. Oktober blicken.

Copyright © 2017 netzathleten