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Skifahren für Flachländer

  • Redaktion
In jedem Winter zieht eine nicht enden wollende Karawane aus Autos mit gelb-schwarzen Nummernschild Richtung Süden. Ziel sind die Alpen oder irgendein anderer Ort, an dem genug Schnee zum Skifahren liegt. Das müsste nicht sein. Denn mit der Allrounder Skihalle in Neuss liegt zumindest ein kleines Skiparadies direkt vor der deutsch-niederländischen Grenze.

Egal ob Hochsommer oder tiefster Winter, in Neuss liegt immer genug Schnee, um ein paar Schwünge zu ziehen. Der Schnee ist sogar so gut, dass er für verschiedene Wintersportereignisse wie den Langlaufsprint in Düsseldorf oder Biathlon auf Schalke exportiert wird.

Wer schon einmal in den Alpen zum Wintersport war, wird sich auch in der Allrounder Skihalle wohl fühlen. Denn innenarchitektonisch ist die Skihalle einer Berghütte nachempfunden. Stein und Naturholz prägen das Bild in der Halle. Die Bedienungen in einem der drei halleneigenen Restaurants tragen Dirndl oder Lederhosen und die Gerichte kennt man auch aus jedem österreichischen Berggasthof.

Nichts dabei? Kein Problem

Aber man ist ja eigentlich zum Skifahren nach Neuss gefahren. Gegessen und getrunken wird erst hinterher. Wer keine Ausrüstung dabei hat, kann in der Skihalle alles leihen. Schneehosen, Jacken, Stiefel, Snowboards, Skier und Stöcke gibt es ausreichend für Kinder und Erwachsene.

Durch eine große Panoramascheibe kann man schon aus der Eingangshalle einen Blick auf die Piste werfen und den anderen Hobby-Wintersportlern beim Sport zusehen. Die 300 Meter lange und 60 Meter breiten Piste hat ein Gefälle zwischen 10 und 18 Prozent. Im oberen Bereich ist die Steigung sogar 28 Prozent. In der größten Skihalle Deutschlands tummeln sich Skifahrer, Snowboarder und Rodler. Denn für die Schlittenfahrer gibt es eine kleine abgetrennte Rodelstrecke und sogar einen eigenen Lift. Ein Schlepp- und ein Sessellift sorgen bei Skifahrern und Snowboardern für den nötigen Auftrieb. Für Freestyler gibt es zusätzlich einen Snowpark mit Kicker, Box und Rails. Die Hallentemperatur beträgt das ganze Jahr über -4 Grad. So kann man sicher sein, dass der Schnee auch immer eine gute Qualität hat.

Schockgefahr im Sommer

Die Qualität des Schnees ist auch unbestritten gut. Aber gerade im Sommer kann einem der Temperaturunterschied zwischen 30 Grad draußen und minus 4 Grad in der Halle einen richtigen Schock versetzen.

Kilometerlange Abfahrten wie in den Alpen gibt es in der Neusser Piste natürlich nicht. Wer sicher auf den Brettern steht, müsste in der Skihalle eigentlich keine Kurve machen. Dennoch wird man nicht zur Temposau. Dazu ist die Piste zu kurz und zu flach. Darum kann bei geübten Fahrern schnell Langeweile aufkommen. Und nicht nur das. Denn weil keine Sonne scheint, man sich nicht wirklich viel bewegt und darum auch der Kreislauf nicht in Schwung kommt, wird es einem in dem riesigen Kühlschrank schnell kalt.

Après Ski von Januar bis Dezember

Die Kälte kann man sich dann nach dem Wintersport mit einem Glühwein in einem der Gastronomiebetrieben oder auf einer abendlichen Aprés-Ski Party wieder aus den Gliedern spülen.

Für Anfänger oder als Einstimmung auf den kommenden Skiurlaub ist Neuss sicher eine Reise wert. Vor allem wenn die Anreise – wie aus unserem niederländischen Nachbarland – nicht allzu weit ist. Wer aber schon etwas besser fahren kann, sollte besser keinen ganzen Tag auf der Piste einplanen.

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage www.allrounder.de

Christian Riedel

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