Josef Pockstaller (links) und Walter Bader (rechts) von der Bergrettung Achenkirch Josef Pockstaller (links) und Walter Bader (rechts) von der Bergrettung Achenkirch Nathalie Müller

Tipps vom Bergretter: Die richtige Wanderausrüstung

Rettungseinsätze in den Bergen sind oft Folge einer schlechten Wanderausrüstung. Bergretter Walter Bader berichtet über seine Einsätze in der Wanderregion Achenkirch und klärt auf, was unbedingt in einen Wanderrucksack gehört.
Mehr als 12.000 ausschließlich ehrenamtliche Einsatzkräfte retten täglich  Menschen, die in den österreichischen Bergen in Not geraten. Fast 7.000 Einsätze und rund 77.400 Einsatzstunden hat der österreichische Bergrettungsdienst allein im Jahr 2014 verzeichnet.

Walter Bader ist einer der Freiwilligen im Bergrettungsverein. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Bergrettung Achenkirch, eine der derzeit 292 Ortsstellen der österreichischen Bergrettung. In seinen 45 Dienstjahren, hat er schon einiges erlebt.

Bergrettung früher vs. heute

„Jeder Bergeinsatz ist anders und für alle Beteiligten immer wieder ein spannendes Erlebnis. Es macht einfach Spaß, Menschen zu helfen. Das ist heutzutage zum Glück viel einfacher als früher. Zu meiner Zeit mussten wir die Leute noch auf einer Trage festschnallen und zu Fuß vom Berg hinunterbringen. Das war für uns Bergretter anstrengend und für die Verletzten oft schmerzhaft und langwierig. Heute erfolgen Rettungseinsätze zum größten Teil mit Hubschraubern. Immer an Bord: Ein Flugretter und ein Arzt. Die ortskundigen Bergretter müssen in diesem Fall nur noch die Vorarbeit leisten“, erzählt Bader. „Manche Wanderer nutzen das natürlich auch aus und wollen wegen einem verstauchten Knöchel vom Hubschrauber abgeholt werden. Das geht natürlich nicht.“

Wie schwer ist die Verletzung? Wo ist die Unglücksstelle? Ist diese schnell mit dem Rettungsfahrzeug erreichbar und gut zugänglich? Wie sind die Wetterbedingungen? - Nach diesen Fragen entscheidet der zuständige Einsatzleiter nach einem eingehenden Notruf, ob es sinnvoll ist, einen Hubschrauber zu rufen. Denn das ist teuer. Ein durchschnittlicher Hubschraubereinsatz kostet rund 3.500 Euro. Dafür kommen in der Regel allerdings die Krankenkassen auf.

Sucheinsätze sind am häufigsten

Im Sommer, während der Wandersaison, rückt die Bergrettung am häufigsten zu Sucheinsätzen aus. Die Hauptursachen: Unachtsamkeit, Überschätzung und schlechte Ausrüstung der Wanderer. Wanderlustige, die mit Flipflops oder Sandalen einen 2000 Meter hohen Berg erklimmen wollen oder trotz Gewitterwarnung losziehen, sind laut Bader keine Seltenheit. 30 Einsätze kommen so durchschnittlich jeden Sommer in Achenkirch zusammen, sagt Bader. Mit der richtigen Ausrüstung ließen sich viele davon vermeiden.

Ausrüstungstipps vom Bergretter

„Der Waldboden ist oft rutschig, vermoost und mit Wurzeln durchzogen. Gute Wanderschuhe sind daher ein Muss“, betont der Bergretter. „Zudem gehört ein Regenschutz in jeden Wanderrucksack, da das Wetter in den Bergen schnell umschlagen kann. Auch wenn es zunächst nach Sonne aussieht, sollten Wanderer vor jeder Tour einen Blick auf den Wetterbericht werfen, um nicht von einem Gewitter überrascht zu werden.“

Blasenpflaster, Sonnencreme und Handy gehören für Bader ebenfalls zur Grundausstattung. Auch eine Aluminiumdecke zum Zudecken kann hilfreich sein, für den Fall, dass man in den Bergen nicht mehr weiterkommt. Diese ist leicht und nimmt im Rucksack kaum Platz weg.

Verpflegung beim Wandern

„Was das Essen betrifft, muss man eigentlich gar nicht so viel mitschleppen“, sagt Bader. „Es gibt ja überall Hütten, in denen man einkehren kann. Es reicht eine kleine Brotzeit, die Kraft gibt: Eventuell ein Käse- oder Wurstsemmel, ein hartgekochtes Ei sowie ein Müsliriegel  oder Apfel zur Stärkung zwischendurch. Viel wichtiger ist es, genügend Trinken dabei zu haben.“

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