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Sonnenbrillen – wichtiger Sonnenschutz für unsere Augen

  • Tanja Maruschke
Die Sonnenbrille ist nicht nur ein modisches Accessoire, sondern auch ein unverzichtbarer Sonnenschutz für unsere Augen. Sonnenstrahlen können die Augen nachhaltig beschädigen. Daher ist es wichtig bei der Auswahl der richtigen Brille nicht nur auf die Optik des Modells zu achten. Für unterschiedliche Lichtverhältnisse gibt es verschiedene Gläser. Aber welches Glas hat welche Wirkung?

Eine gute Sonnenbrille soll Schutz und optimales Sehen für den Träger bieten – egal ob beim Autofahren, beim Skifahren, beim Outdoor Sport oder am Strand.

Was passiert, wenn man die Augen nicht schützt?

Gefährlich für die Augen können sowohl das UV-Licht (unsichtbar) und blaue Licht (sichtbar) der Sonne, als auch generell sehr helles und intensives Licht sein. Bestimmte Oberflächen, wie Sand, Wasser und Schnee reflektieren das Sonnenlicht und können die Strahlung damit zusätzlich um bis zu 85 Prozent (v.a. bei Schnee) verstärken.

Wenn die Augen bereits tränen, gerötet oder extrem überanstrengt sind, ist das ein Anzeichen für zu viel Sonnenlicht. Wenn die Umgebung bereits wie durch einen Schleier erscheint, sollte man das Sonnenlicht unbedingt meiden, bis sich die Augen wieder beruhigt haben.

In der Regel stellen sich die Pupillen auf unterschiedliche Helligkeitsstufen ein. Bei hellem Licht werden die Pupillen klein, ist es dunkel weiten sie sich. Ist das Licht jedoch zu hell, wird das Auge geblendet und kann nicht mehr sehen. Die UV-Strahlen der Sonne können sogar Verbrennungen an der Horn- und Bindehaut hervorrufen. Die Symptome einer solchen Verbrennung setzen oft erst ein paar Stunden später ein. Dann allerdings kann der Betroffene die Augen kaum noch öffnen. Ohne Behandlung kann die Hornhaut vernarben und die Sicht damit dauerhaft trüben. Heißt: In diesem Fall dringend einen Augenarzt aufsuchen. Blaues Licht dringt sogar bis an die Netzhaut des Auges durch und kann dort zu Schädigungen und anhaltenden Sehbeeinträchtigungen führen.

Was sollte man beim Kauf einer Sonnenbrille beachten?

Das wichtigste Kriterium für eine gute Sonnenbrille ist nicht der Modeaspekt, sondern ein guter UV-Schutz. Getönte Sonnenbrillen mit zu geringem UV-Schutz sind ebenfalls gefährlich für die Augen. Durch die Verdunkelung weiten sich die Pupillen zusätzlich. Damit vergrößert sich die Angriffsfläche für die Strahlen.

Eine neue Sonnenbrille sollte daher unbedingt mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sein. Dieses Zeichen garantiert dem Käufer, dass die Brille den grundlegenden Sicherheitsanforderungen der europäischen Richtlinien entspricht. Das bedeutet, dass die Sonnenbrille einen 100-prozentigen UV-Schutz für Strahlen der Wellenlängen bis zu 380 nm bietet. Noch besser ist es, wenn der Augenschutz mit „UV 400“ gekennzeichnet ist. Das heißt, dass Strahlen mit einer Wellenlänge bis 400 nm ausgefiltert werden. Das Problem ist, dass weder das CE-Zeichen, noch der UV-Schutz von einer Instanz überprüft werden können. Wer sich vor einer Fälschung schützen will, sollte die Brille daher bei einem Optiker kaufen oder zumindest dort überprüfen lassen.

Die Richtige Glasfarbe und Tönungsintensität finden

Wie viel Licht die Gläser der Sonnenbrille filtern hängt zum einen von der Farbe der Brillengläser und zum anderen vom jeweiligen Tönungsgrad ab. Durch die Gläser kann die Sicht je nach Umfeld und Aktivität optimiert werden. Die Tönung der Gläser reduziert das sichtbare Licht, hat aber auf den UV-Schutz keinen Einfluss.

Braune, graue und grüne Brillengläser weisen den höchsten Blendschutz auf und verfälschen die Farben der Umgebung kaum. Sie bieten eine Lichtfilterung (Lichtabsorption) von bis zu 95 Prozent. Spezielle Brauntönungen bieten durch einen hohen Gelbanteil noch einen zusätzlichen Schutz vor blauem Licht.

Gelbe und orange Brillengläser weisen nur einen geringen Blendschutz auf. Das Licht wird nur bis zu 50 Prozent geschwächt. Die Gläser wirken jedoch kontrasterhöhend und optimieren die Sicht bei Outdoor-Sportarten vor überwiegend einfarbigen Hintergründen wie beispielsweise Schnee, Sand oder Rasen.

Für den Blendschutz einer Sonnenbrille entsprechend ihrer Tönungsintensität gibt es fünf Kategorien:
Schutzstufe 0 bietet 0-20% Absorption und ist eher für abends geeignet
Schutzstufe 1 bietet 20-57% Lichtfilterung und eignet sich für bedeckte Tage
Schutzstufe 2 bietet 57-82% Lichtfilterung und reicht für normale Sommertage aus
Schutzstufe 3 bietet 82-92% Absorption und ist für Wasser, Strand und Berge zu empfehlen
Schutzstufe 4 bietet 92-97% Lichtfilterung und eignet sich zum Beispiel für Touren im Hochgebirge

Der Blendschutz ist meist auf der Innenseite des Brillenbügels angegeben. Schutzstufe 2 reicht in Deutschland für einen optimalen Blendschutz in der Regel aus.

Was man beim Kauf einer Sonnenbrille außerdem beachten sollte: Nicht jede Sonnenbrille ist verkehrstauglich. Wichtig ist, dass die Lichter von Verkehrsampeln und Einsatzfahrzeugen der Polizei oder Krankenwägen richtig erkannt werden können. Rote und blaue Sonnenbrillengläser sind daher nicht Kfz-tauglich. Zudem darf die Lichtfilterung tagsüber einen Wert von 92 Prozent und nachts von 25 Prozent nicht überschreiten. Speziell für das Autofahren wurden polarisierende Brillengläser mit einer sogenannten „Anti-Blend-Technologie“ entwickelt. Die Blendung beispielsweise durch Sonnenlicht, welches sich auf einer nassen Fahrbahn oder auf Schnee spiegelt, wird durch diese speziellen Gläser minimiert und das Farb- und Kontrastsehen gleichzeitig verbessert.

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