Shiatsu – Entspannung durch sanften Druck istockphoto.com/Aifos

Shiatsu – Entspannung durch sanften Druck

  • Marco Heibel
Die meisten hierzulande populären Entspannungsverfahren haben eines gemeinsam: Ihr Ursprung liegt im asiatischen Raum. Das gilt auch für das Shiatsu. Diese massageähnliche Körpertherapie soll beim Behandelten für Entspannung und Wohlbefinden sorgen.

Shiatsu kommt aus dem Japanischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Fingerdruck” – eine Übersetzung, die das eigentliche Thema doch ein wenig verfehlt. Denn beim Shiatsu setzt der Behandelnde unter Umständen weitaus mehr ein als nur seine Finger.

Herkunft und Grundlagen


Die Körpertherapie Shiatsu ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus der traditionellen chinesischen Massage und der energetischen Körperarbeit hervorgegangen. Wie bei den meisten ostasiatischen Verfahren, verbirgt sich auch hinter dem Shiatsu eine gewisse Philosophie: Die Behandlung verläuft nicht im Verhältnis aktiv/passiv, also Behandelnder/Behandelter. Vielmehr soll eine energetische Beziehung zwischen den beiden Beteiligten hergestellt werden. Das Feedback des Behandelten spielt also eine entscheidende, wenn nicht die wichtigste Rolle.



Anders als bei der Akupunktur oder Akupressur werden beim Shiatsu nicht nur einzelne Punkte am Körper stimuliert und massiert; stattdessen wird entlang der verbindenden Meridiane (die sogenannten „Leitbahnen der Lebensenergie“ des Körpers; jeder Meridian ist einer bestimmten Organfunktion zugeordnet) behandelt, wobei der Therapeut neben den Fingern mitunter auch die Handballen, Ellenbogen, Knie oder Füße einsetzt. Ziel der Behandlung ist, dass die Energie (Qui) durch diese Leitbahnen fließen kann. So lassen sich Verspannungen lösen, Beschwerden am Bewegungsapparat mildern oder eine gewisse innere Ausgeglichenheit herstellen.

Ablauf einer Sitzung


Shiatsu wird in der Regel auf einer Matte oder einem Futon auf dem Boden praktiziert. Je nachdem, was der Behandelte wünscht bzw. der Therapeut bei den ersten Berührungen „diagnostiziert“, werden sowohl sanfte, rhythmische als auch tiefergehende, kräftigere Techniken eingesetzt. Auch die Position des Klienten (Bauch, Rücke, Seite) hängt hiervon ab. Aber auch Dehnungen und Rotationen können Teil einer Shiatsu-Sitzung sein, die bis zu einer Stunde dauern kann. Der Therapeut setzt, wie bereits erwähnt, die unterschiedlichsten Teile seines Körpers ein und arbeitet in erster Linie aus der Körpermitte heraus.

Während der Klient beim klassischen, heute vor allem noch in Asien praktizierten, Shiatsu ursprünglich ohne Bekleidung behandelt wurde, trägt der Behandelte in der hierzulande populären Masunaga-Variante üblicherweise leichte Kleidung.

Wirkung von Shiatsu


Shiatsu wird zur Behandlung der unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt, wie Störungen des vegetativen Nervensystems, aber auch Atmungs-, Verdauungs- oder Schlafproblemen. Darüber hinaus kann Shiatsu auch vorbeugend eingesetzt werden; oder ganz einfach, um den Körper im Gleichgewicht zu halten und so das Wohlbefinden zu steigern. Krankenkassen kommen in der Regel jedoch nicht für die Behandlungskosten auf.

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