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Psychologie

Training als Motor für die Psyche – aber warum?

Im Job viel zu tun, wenig Bewegung, dauernd erreichbar sein – das  führt bei vielen zu Stress. Training kann Abhilfe schaffen.
(Kraft)Training hilft dem Körper in mehrfacher Hinsicht. Der Bewegungsapparat wird gestärkt, was sich positiv auf klassische Zivilisationskrankheiten wie Rückenschmerzen oder Diabetes auswirken kann. Auch Stoffwechsel und Herz-Kreislauf werden durch ein entsprechendes Training in Form gebracht. Und schließlich wirkt Sport auch positiv auf den Geist.

Dass sich das Training auch auf die Psyche positiv auswirkt, haben verschiedene Studien bereits gezeigt. So wurde beobachtet, dass regelmäßiger Sport positiv beim Chronic Fatigue Syndrome wirkt, das Risiko für eine Erkrankung an Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen senkt.

Was allerdings noch nicht abschließend geklärt ist: woher die positiven Auswirkungen kommen. Darüber ist sich die Wissenschaft noch uneins.

Bei Mäusen konnte gezeigt werden, dass wohl ein Protein namens PGC-1α1 verantwortlich ist, dessen Produktion durch körperliche Arbeit angeregt wird. Ein Enzym namens KAT, das in den trainierten Muskeln mit einem erhöhten PGC-1α1-Niveau vermehrt gebildet wird, neutralisiert den Stoff Kynurenin, der für die Entstehung von Depressionen mitverantwortlich ist.

Auch wurde nachgewiesen, dass bei körperlicher Aktivität das Peptid ANP ausgeschüttet wird. ANP bildet sich im rechten Herzvorhof sowie zentralnervösen Regionen und hemmt bestimmte Hormone in der Angstkaskade.
Eine weitere Theorie besagt, dass durch Sport Selbstbild und Selbstwertgefühl verbessert werden, da er ein Gefühl „von Kontrolle und Macht über sich selbst hervorrufen kann, wenn man den inneren Schweinehund überwindet“, schreibt Psychologin Jana Hauschild auf spiegel online.

Wieder andere Thesen führen die positive Wirkung von Sport auf die Psyche auf Endocannabinoide zurück. Dieser körpereigene Stoff kann in einen rauschähnlichen Zustand versetzen. Außerdem erhöht Sport die Menge des „Glückshormons“ Serotonin und anderen Botenstoffen wie Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin. (vgl. hierzu Frank Joung, Weshalb uns Sport glücklich macht).

Es gibt also viele Vermutungen und Beobachtungen. Tatsächliche Kausalbeziehungen, also Ursache-Wirkung-Beziehungen konnten aber bisher noch nicht bewiesen werden. Insofern steht nur fest, was wohl jeder Sportler schon einmal festgestellt hat: In der Praxis funktioniert’s. Und das ist schon mal viel wert.

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