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Keine Energie – Energydrinks stressen das Herz

  • Christian Riedel
Energydrinks sollen uns mehr Power geben. Daher greifen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene zu der Kraft aus Dosen, um fitter für Sport oder fürs Lernen zu sein. Doch allem Anschein nach sind sie alles andere als gesund. So können sie sogar den Herzmuskel durcheinander bringen.

Energydrinks könnten uns alles andere als Flügel verleihen. Vor allem das Herz ist in Gefahr, wenn wir regelmäßig zu den süßen Powerdrinks greifen. Sogar bei gesunden Probanden kann man noch eine Stunde nach dem Verzehr in der Kernspintomographie Störungen in der Kontraktilität des Herzmuskels nachweisen. Das ergab eine Studie, die auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago vorgestellt wurde. Daher raten Radiologen allen Kindern und Herzpatienten dringend, auf Energydrinks zu verzichten.

Nach Vermutung der Radiologen vertragen nicht alle Menschen die hohe Koffeindosis, die sich in der Energydrinks befinden. Im Schnitt enthalten die Getränke rund dreimal so viel Koffein wie die vergleichbare Menge Kaffee oder Cola. Das hat entsprechende Konsequenzen. So berichtete bereits die Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) des US-Gesundheitsministeriums, dass sich die Zahl der Notfallaufnahmen nach Konsum von Energydrinks innerhalb weniger Jahre verdoppelt hat. Betroffen waren dabei vor allem die Altersgruppen der 18 – 25-Jährigen.

Unsichtbare Herzprobleme


Etwas problematisch ist, dass sich die Herzstörungen auf dem EKG nicht messen lassen und auch in der Echokardiographie bleiben die Herzprobleme unsichtbar. Nur bei einem speziellen kernspintomographischen Untersuchungsverfahren, dem sogenannten CSPAMM (complementary spatial modulation of magnetization), werden die Herzprobleme aufgedeckt. Das CSPAMM misst die Bewegungen einzelner markierter Punkte de Herzmuskels. So kann die Beweglichkeit der Herzwände von Experten entsprechend eingeschätzt werden.

Und genau hier gab es Unregelmäßigkeiten nach dem Konsum von Energydrinks. So konnte der Bonner Radiologe Jonas Dörner bei einer Gruppe von 18 gesunden jungen Erwachsenen im Durchschnittsalter von 27,5 Jahren nach dem Genuss eines handelsüblichen Energydrinks Störungen bei der Kontraktilität des Herzmuskels nachweisen (Peak strain und peak systolic strain rate).

Noch ist nicht genau bekannt, ob diese Störungen im Herzen, besonders vor einer körperlichen Anstrengung, gefährlich sein können. Daher wollen die Forscher in weiteren Studien herausfinden, ob sich die Gefahr für das Herz durch den Genuss von Energydrinks erhöhen kann. Da sich aber weder Pulsfrequenz noch die Auswurfleistung der linken Herzkammer erhöhen, gehen die Experten davon aus, dass ein gelegentlicher Konsum das Herzrisiko nicht erhöhen dürfte. Anders ist es dagegen bei Kindern und Herzpatienten. Diese sollten laut Dörner besser auf Energydrinks verzichten. Zudem ist noch unklar, inwieweit die Mischung aus Energydrink und Alkohol bei regelmäßigem Konsum das Herz gefährden könnte. Auch das wollen die Forscher in weiteren Studien herausfinden.

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