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Was ist ein Schleudertrauma?

  • Nils Borgstedt
Bei einem Verkehrsunfall wird bei den Betroffenen häufig ein Schleudertrauma diagnostiziert. Aber was genau passiert bei einem Schleudertrauma? Orthopäde Dr. Reinhard Schneiderhan aus München erklärt, was bei einem Schleudertrauma passiert.

Zwar zählen Verkehrsunfälle zu den häufigsten Ursachen für ein Schleudertrauma, allerdings kann es auch durch andere traumatische Ereignisse hervorgerufen werden. Beim Sport beispielsweise durch einen Sturz in ein Kletterseil und der dadurch hervorgerufenen Beschleunigung und Überstreckung der Halswirbelsäule.

Was genau bei einem Schleudertrauma passiert, erklärt Dr. Schneiderhahn, Orthopäde und Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga, in einer Pressemitteilung:

„Bei einem Schleudertrauma wird der Kapsel- und Bandapparat der Halswirbelsäule teilweise gestaucht und teilweise gezerrt. Einhergehend mit Muskelzerrungen leiden Betroffene unter Schmerzen bei Bewegungen mit dem Kopf. Manchmal zeigen sich die Beschwerden jedoch erst am nächsten Tag in ihrer vollen Stärke.

Um den Heilungsprozess zu beschleunigen, helfen zunächst Wärme sowie muskelentspannende Medikation. Auch das Tragen einer Halskrause entlastet die Nackenmuskulatur. Zudem lindern lokale Schmerzinjektionen bestehende Probleme. Je nach Ausprägung des Schleudertraumas können die Schmerzen auch nach einem Tag wieder abklingen.“

In der Regel wird ein Schleudertrauma diagnostiziert, nachdem die Wirbelsäule auf Druckschmerz und muskuläre Verspannungen untersucht wurde, eine neurologische Untersuchung und diverse Bewegungstests durchgeführt wurden. Eine Magnetresonanztomografie dient dazu, die erste Verdachtsdiagnose abzusichern und zudem eine Verletzung von Knochen und Weichteilen auszuschließen.

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