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Quallen – die unsichtbare Gefahr im Meer

  • Christian Riedel
Angst vor Haien ist bei Tauchern weit verbreitet. Dabei ist der Hai längst nicht das tödlichste Meereslebewesen. Die zur Gattung der Würfelquallen gehörende Seewespe tötet beispielsweise allein in Australien jährlich doppelt so viele Menschen wie Haie weltweit. Hier erfährst du, wie Du dich am besten nach einem Quallen-Kontakt verhälst.

Die Seewespe ist für Schwimmer weitaus gefährlicher als jeder Haifisch. Besonders tückisch: die Quallen sind im Wasser nahezu unsichtbar und haben bis zu drei Meter lange Tentakel, die gespickt sind mit kleinen mit Widerhaken besetzten Nesselkapseln. Bei bloßem Kontakt platzen die Kapseln und injizieren das Gift unter die Haut. Dabei kommt es zu so schmerzhaften Verbrennungen, dass bereits der daraus resultierende Schock zum Tode führen kann.

Zugegeben, den meisten Europäern wird eine tödliche Begegnung mit dem giftigsten Meerestier wahrscheinlich erspart bleiben. Aber auch die in der Nordsee oder dem Mittelmeer heimischen Feuerquallen können sehr unangenehm sein. Aber wie verhält man sich richtig, wenn einen doch mal eins dieser brennenden Biester erwischt hat?

Echt ätzend


Der beste Schutz bleibt die Prävention. In Australien gilt beispielsweise von Oktober bis April Schwimmverbot an gefährdeten Stränden im Nordosten des Landes. Und wenn man doch mal Schwimmen geht, ist es ratsam, wenigstens Schutzkleidung wie einen Neoprenanzug zu tragen.

Falls es dich dennoch mal erwischt, solltest du aber wissen, was zu tun ist. Typische Symptome nach Quallenkontakt sind starke Schmerzen, Blasenbildung, Schwellungen und in schweren Fällen sogar Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzversagen.

Erste Hilfe bei Qualenkontakt


Aus medizinischer Sicht handelt es sich bei den Hautverletzungen um eine chemische Verbrennung durch das Quallengift. Darum sollte man sich als erstes kümmern. Idealerweise hast du beim Baden im Meer immer etwas Haushaltsessig dabei. Damit spülst du die verbrannte Stelle gründlich ab.

Hast du keinen Essig zur Hand, dann nimm Salzwasser. Nimm niemals Süßwasser, denn das macht es noch schlimmer. Das Quallengift wird über kleinen mit Widerhaken besetzte Nesselkapseln übertragen. Diese stecken noch in der Haut und platzen bei Kontakt mit Süßwasser. Dadurch entweicht noch mehr Gift. Essig neutralisiert das Gift und kühlt die geschädigte Stelle.

Quallen können Allergien auslösen


Anschließend bedeckst du die Haut mit etwas Sand und lässt diese trocknen. Dann schabst du die getrocknete Masse mit einem Messer oder einer Kreditkarte vorsichtig von der Haut. Damit entfernst du eventuell noch an der Verletzung klebende Quallenreste.

Als Vorsichtsmaßnahme kannst du auch ein Antiallergikum oder Antihistamin einnehmen, weil manche Menschen allergisch auf das Gift reagieren. Damit hast du jetzt die wichtigsten Sofortmaßnahmen kennen gelernt.

Bei schweren Verbrennungen umgehend einen Arzt aufsuchen


Die weitere Behandlung hängt von der Schwere der Verbrennung ab. Bei leichten Verbrennungen hilft eine kortisonhaltige Salbe, wie man sie auch bei Insektenstichen verwendet. Um die Schmerzen erträglicher zu halten, kannst du auch mit Eis kühlen oder Essigwickel auflegen.

Sind jedoch große Hautareale betroffen oder kommt es zu einer offenen Verbrennung, solltest du damit in jedem Fall zu Arzt gehen. Außerdem solltest du in den kommenden Tagen nicht ungeschützt mit den geschädigten Hautstellen in die Sonne gehen, ansonsten kann es zu bleibenden Hautverfärbungen kommen.

Übrigens: Bei Verbrennungen durch Feuerquallen kannst du auch etwas Rasierschaum auf die Haut sprühen. Der Rasierschaum kühlt zunächst die betroffene Stelle und sobald er getrocknet ist, lassen sich die Qualenreste problemlos von der Haut schaben. Also denk dran, wenn du künftig im Meer baden gehst, dass du immer Rasierschaum, Essig und eine Kreditkarte dabei hast. Man kann ja nie wissen.

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