Deutschland wird Europameister picture alliance

Deutschland wird Europameister

  • Anja Rau
Glaubt man der Statistik, wird Deutschland in diesem Sommer Europameister und wird, wie könnte es anders sein, Spanien im Finale bezwingen. Ein Traum vieler Fans und gerade auch der Spieler ginge damit in Erfüllung. Endlich wieder ein großer Titel für Deutschland! Und so wird die EM laufen – statistisch gesehen.

Die Wissenschaftler Michael Groll von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und Bernd Giezek von der International School of Management (ISM) in Frankfurt/Main haben den Verlauf der EM statistisch berechnet. Das Ergebnis ist aus deutscher Sicht durchaus positiv, holt die Mannschaft von Trainer Jogi Löw doch den ersehnten vierten Titel. Im Finale triff die DFB-Auswahl demnach auf Spanien. Dank des Faktors Zufall holen dieses Mal Podolski, Klose und Co. den Titel und revanchieren sich für das verlorene Finale 2008.

Die größten Überraschungen des Turniers: Vize-Weltmeister Holland muss bereits nach der Gruppenphase nach Hause fahren, Polen schaltet im Viertelfinale Portugal aus und scheitert erst im Halbfinale an Spanien.
Ansonsten liefert die Statistik Ergebnisse, wie sie wohl jeder Experte unterschreiben würde. Ins Viertelfinale ziehen Polen, Russland, Deutschland, Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und England ein. Einzige weitere (kleine) Überraschung: England spielt nur Unentschieden gegen die Ukraine und wird nur dank des besseren Torverhältnisses Zweiter hinter Frankreich.

Und so wurde der Ausgang der EM berechnet

Die Wissenschaftler berechneten zunächst eine statistische Rangfolge der teilnehmenden Mannschaften. Dabei wurden unter anderem folgenden Messgrößen beachtet: UEFA-Koeffizient, Marktwert der Mannschaften und die aktuelle Wettquote bei mehreren Anbietern. Anhand dieser Reihenfolge wurden Favoriten für die jeweiligen Begegnungen definiert.

Bei der Simulation der Europameisterschaft kamen zudem der Zufall und Heimvorteil zum Tragen. Je näher zwei Teams, die gegeneinander spielen, in oben erwähntem Ranking beieinander lagen, je geringer also ihr statistisch angenommener Qualitätsunterschied war, desto stärker kam der Einfluss des Zufalls zum Tagen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einfluss des Zufalls bei zwei etwa gleichstarken Mannschaften mit rund 50 Prozent beziffert werden kann.

Neben dem Zufall haben die Wissenschaftler zudem den Heimvorteil in ihre Berechnungen mit einbezogen. Aufgrund der angespannten Lage in der Ukraine rechnen die Wissenschaftler dort mit einer allenfalls in Ansätzen vorhandenen, beflügelnden Euphorie. In Polen wird diese Euphorie allerdings so groß ausfallen, dass das Land erst im Halbfinale scheitern wird – sagt die Statistik.

Für die Fans ergab sich übrigens noch eine sehr nette Zahl. Es dürften mehr Tore fallen als bei der EM 2008. Rein statistisch gesehen, werden bei den Spielen in Polen und der Ukraine 2,7 Tore pro Spiel fallen, also 0,22 mehr als 2008. Na, wenn diese Berechnungen nicht Lust auf die EM machen!

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