Dr. Sport: Handball mit Knorpelschaden? Shutterstock.com/Carme Balcells

Dr. Sport: Handball mit Knorpelschaden?

  • Christian Riedel
Dr. Sport gibt Tipps, wie man trotz Knorpelschaden Handball spielen kann.

Hallo Dr. Sport, Ich habe vor kurzen wieder mit Handball spielen angefangen. Und das nach ca. 10 Jahren Pause, in denen ich so gut wie keinen Sport gemacht habe. Bei einer Größe von 1,80m und 85kg ist der Wiedereinstieg nicht leicht, das ist mir als Raucher klar. Und der Knorpelschaden, den mir vor geraumer Zeit ein Arzt im linken Knie diagnostiziert hat, macht es auch nicht leichter. Aber wenn ich einmal im Training war, kann ich ein paar Tage nicht richtig laufen (trotz Bandage vom Arzt verschrieben). Was könnte mir helfen, mein Knie zu stärken?

Gibt es bestimmte Muskelübungen, die man auch ohne Hilfsmittel zu Hause machen kann? Oder sollte ich nochmal einen Spezialisten wegen des Knorpelschadens aufsuchen? Vielen Dank schon mal.

Gruß Christian


Hallo Christian,

wenn Du beim Handballspielen Schmerzen bekommst, solltest Du zunächst die Probleme in Deinem Knie in den Griff bekommen. Sportarten wie Handball oder Fußball mit den permanenten Richtungswechseln sind für jedes Knie eine hohe Belastung. Insofern können sich die Probleme mit dem Knorpel eher verschlimmern. Da bringt auch eine Bandage nicht viel.

Wichtig ist vor allem, die Muskulatur in den Beinen zu kräftigen. Denn die Muskeln können Belastung vom Knie nehmen und so den Knorpel schonen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

Mit Radfahren kannst Du Deine Beinmuskeln kräftigen und gleichzeitig Deine Ausdauer trainieren. Allerdings ist es besser, mit niedrigen Gängen bei einer hohen Trittfrequenz zu fahren. Ist der Widerstand auf dem Fahrrad zu groß, kommt eine hohe Belastung auf den Knorpel. Das gilt natürlich nur, solange die Schmerzen nicht stärker werden.

Die zweite Möglichkeit, die Beinmuskeln zu stärken, ist Krafttraining. Das solltest Du aber nicht mit hohen Gewichten absolvieren. Besser ist es, Du besorgst Dir eine Wackel- bzw. Balance-Pad. Denn auf dem instabilen Untergrund muss das Bein permanente Ausgleichsbewegungen machen. Das kräftigt und verbessert das Zusammenspiel der Muskeln, ohne das Knie zu sehr zu belasten.

Als Übungen kann ich Dir Kniebeugen (für gut Trainierte auch einbeinig) und Ausfallschritte empfehlen. Zudem solltest Du regelmäßig Dehnübungen machen, um den Muskeltonus zu verkleinern.

Beim Krafttraining solltest Du übrigens die Bandage lieber weg lassen, auch wenn Dein Arzt sie Dir angeordnet hat. Die Bandage stützt zwar das Knie, allerdings verhindert sie einen Muskelaufbau, da die Bandage die Stützarbeit übernimmt.

Weiterhin kannst Du mit Glucosaminen und Chondroitin Deinen Knorpel stärken. Diese Aminosäuren sind bei den meisten Anbietern von Nahrungsergänzungsmitteln erhältlich, teilweise kannst Du sie Dir auch ärztlich verschreiben lassen. Dabei kommt es allerdings sehr auf die richtige Dosierung an.

Als letzten Punkt empfehle ich Dir, auch wenn Du es nicht gerne hören willst, das Rauchen aufzugeben. Denn der Zigarettenqualm schadet nicht nur Deiner Kondition und Deiner Gesundheit im Allgemeinen, sondern auch dem Knorpel.

Gute Besserung

Dr. Markus Klingenberg

Copyright © 2017 netzathleten