Aufgedeckt – Härtet kalt duschen ab? thinkstockphotos.de

Aufgedeckt – Härtet kalt duschen ab?

  • Christian Riedel
Langsam wird es Herbst und mit dem nasskalten Wetter wächst auch das Erkältungsrisiko. Es gibt viele Hausmittel, die vor der Erkältung schützen sollen. Dazu gehört such die Empfehlung, sich kalt abzuduschen. Aber sind die Kalt-Duscher wirklich besser geschützt als die Warm-Duscher?

Es gibt doch nichts schöneres, als nach einem Training bei nasskaltem Wetter eine warme Dusche zu nehmen. Besser kann man sich kaum belohnen, wenn man trotz widrigen Bedingungen unter freiem Himmel Sport gemacht hat. Auch das Immunsystem profitiert davon. Schließlich kräftigt Sport die Abwehrkräfte. Will man sich zusätzlich noch vor einer drohenden Erkältung schützen, sollte man am Ende die Dusche abwechselnd auf heiß und kalt stellen. Denn diese so genannte Wechseldusche kann unsere Immunabwehr zusätzlich stärken.

Das Problem


Im Herbst und Winter ist das Problem, dass wir dauernden Temperaturwechseln unterworfen sind. Wir sitzen zuhause im Warmen, gehen ins nasskalte Wetter hinaus, steigen in die warme U-Bahn bevor wir uns auf den Weg zur Arbeit oder zum Training machen. Kurz gesagt muss unser Körper mehrmals am Tag sehr große Temperaturunterschiede verarbeiten. Für unser Immunsystem bedeutet das einen großen Stress. Und nicht immer können wir diesen Immunstress unbeschadet überstehen. Die Folge: Viren und Bakterien haben leichtes Spiel und wir werden krank.

Training fürs Immunsystem


Die gute Nachricht ist, dass wir unser Immunsystem trainieren können, mit den schnellen Temperaturwechseln umzugehen. Eine gute Methode sind die Wechselduschen. Auch Forscher der Universitätsklinik Jena haben festgestellt, dass Wechselduschen sowie Saunagänge das Immunsystem stärken können. Bei einer entsprechenden Versuchsreihe mussten die Probanden mit einer chronischen Bronchitis Wasseranwendungen nach Kneipp durchführen. Nach zehn Wochen stellten die Wissenschaftler fest, dass die Zahl der Lymphozyten um 13 Prozent zugenommen hatte. Das Immunsystem hat also neue Abwehrkräfte dazu bekommen. Gleichzeitig sank bei den Versuchsteilnehmern die Zahl der Infektionen.

Fazit: Das alte Hausmittel, dass Wechselduschen die Abwehrkräfte stärkt, stimmt also. Es gibt sogar noch einen positiven Nebeneffekt. Denn auch für unsere Haut sind Wechselduschen ein Fitmacher. Durch den schnellen Wechsel von heiß und kalt wird die Haut trainiert und das Bindegewebe gestrafft. Auch wenn es vielleicht bei den ersten Malen unangenehm ist, profitieren wir in vielerlei Hinsicht von den Wechselduschen.

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