Wie gefährlich ist Feinstaub? Shutterstock.com/Anthony Harris

Wie gefährlich ist Feinstaub?

  • Christian Riedel
Seit 2007 müssen Autos innerorts eine Feinstaubplakette haben. Tonerstaub soll die Lunge schädigen. Mikroskopisch kleine Partikel lauern also fast überall. Aber was ist Feinstaub genau und warum ist der Feinstaub – gerade für Sportler – gefährlich?

Spätestens wenn das Thermometer über 30°C klettert, werden die Warnungen über die Feinstaubbelastung in den Innenstädten wieder zunehmen. Die mikroskopisch kleinen Partikel lauern aber nicht nur in den verkehrsreichen Stadtzentren. Immer wieder stößt man beispielsweise auch auf Studien, die vor den Gefahren von Tonerstaub in Druckern und Kopieren warnen. Man kann sich die Frage stellen, ob das Panikmache ist oder ob eine reelle Gefahr für unsere Lungen besteht.

Was ist Feinstaub?


Staub ist überall in der Luft. Man sieht ihn im Sonnenlicht und in jedem Regal, wenn man ein paar Wochen nicht gewischt hat. Dieser Staub ist für uns ungefährlich, denn er wird vom Organismus „ausgesiebt“, bevor er in die Atemwege gelangen kann; anders der Feinstaub. Die mikroskopisch kleinen Partikel sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Da diese Teilchen so klein und leicht sind, schweben sie in der Luft, sinken nur sehr langsam zu Boden und können so auch vermehrt eingeatmet werden.

Man unterteilt die Feinstaub-Partikel in zwei Gruppen: die PM10 und PM2,5-Partikel. Die PM10-Partikel (PM steht für „Particulate Matter“) haben einen Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer. Die PM2,5 sind die kleinere Ausgabe von Feinstaub. Diese haben einen Durchmesser von maximal 2,5 Mikrometer, also weniger als 2,5 Millionstel Meter.

Warum ist Feinstaub gefährlich?


Das Problem beim Feinstaub ist die geringe Größe. Je kleiner die Partikel, desto schlechter können sie vom körpereigenen Filtersystem ausgesiebt werden. Dadurch können sie bis in die Lunge vordringen.

Schon PM10-Partikel können fast ungehindert durch den Nasen-Rachenraum bis in die Lunge gelangen und ihre Funktionalität einschränken. Zudem erhöht sich das Risiko für Allergien, Asthma und weitere Atemwegserkrankungen. Auch das Risiko für Lungenkrebs steigt. Letztendlich kann sogar das Herz-Kreislauf-System belastet werden, wenn die mikroskopischen Partikel über die Lungenbläschen in die Blutbahn und bis zum Herzen vordringen.

Wie kann man sich vor Feinstaub schützen?


Es ist schwer, sich vor Feinstaub zu schützen. Denn die Partikel sind nahezu überall. Egal ob Meersalz, Rückstände nach Waldbränden, Abgase, Tonerstaub oder Zigarettenrauch, es gibt kaum einen Platz, an dem man dem Feinstaub entkommen kann. Man kann höchstens versuchen, Orte zu meiden, an denen die Belastung zu groß ist. Dazu gehören beispielsweise verkehrsreiche Plätze, die man bei großer Hitze umgehen sollte. Das Training sollte man dann besser ins Fitnessstudio oder in den Wald verlegen. Aber auch in Raucherzimmern ist die Feinstaubbelastung sehr hoch.

Wie groß die Belastung in Büros ist, ist übrigens noch nicht ganz bewiesen. Freiburger Wissenschaftler haben in einer Untersuchung nachgewiesen, dass Feinstaub durch Tonerstaub schwere Schäden in der Lunge verursachen können. Dagegen geht das Deutsche Gesundheitsministerium davon aus, dass private Drucker ungefährlich sind, da sie zu selten benutzt werden, um die Feinstaubkonzentration in der Luft auf ein gefährliches Maß bringen zu können. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Drucker und/oder Kopierer zur Sicherheit dennoch in einen separaten Raum stellen.

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