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Schwimmen wie die Profis - die Rollwende

  • Redaktion
Bei Olympia in Peking sind die Rekorde im Wasser nur so gepurzelt. Schwimmer wie Michael Phelps oder netzathletin Britta Steffen sorgten mit ihren Goldmedaillen für Aufsehen. Ihr wollt es ihnen gleichmachen? Wir erklären Euch eine Technik, die einige Sekunden spart – die Rollwende.

Beim Schwimmen kommt es nicht nur auf Kraft und Schnelligkeit an. Lässt sich eine Bahn mit diesen Eigenschaften noch recht gut meistern, kommt spätestens beim ‚Hindernis Beckenrand’ die Wendetechnik ins Spiel. Die richtige Technik ist oft entscheidend über Sieg oder Niederlage. Die Rollwende ist eine Wendetechnik mit der sich einige Sekunden sparen lassen. Und so funktioniert’s:

Anschwimmen:

Die Rollwende wird etwa einen Meter vor dem Beckenrand eingeleitet. Zur Orientierung kann dabei der T-Balken auf dem Boden des Beckens dienen. Zunächst wird der letzte Kraulzug wie ein Anschlagszug ausgeführt, d.h. an seinem Ende liegen beide Arme parallel und nach vorne ausgestreckt im Wasser. Wenn die richtige Entfernung zum Beckenrand erreicht ist, erfolgt ein kräftiger Zug mit beiden Armen nach unten. Die Arme liegen dann am Körper an und zeigen bereits in die neue Schwimmrichtung.


 

Drehung:

Die Drehung wird durch das Senken des Kinns auf den Brustkorb eingeleitet. Dabei wird der Schwung des letzten kraftvollen Armzugs nach unten ausgenutzt. Zusätzlich wird mit den Beinen ein kleiner Delphinkick ausgeführt, um zusätzliche Beschleunigung zu bekommen. Damit die Drehung möglichst schnell und mit wenig Widerstand vollzogen werden kann, müsst Ihr Euch so klein wie möglich machen. Dazu werden die Beine angezogen. Am besten führt Ihr die Drehung nicht ganz gerade aus, wie bei einem Purzelbaum, sondern mit einem leichten Kippen über die linke oder die rechte Schulter. Die Arme bewegen sich bei der Drehung selber nicht mehr.

Abstoßen:

Erst wenn Ihr Euch um 180° gedreht habt, stoßt Ihr Euch mit den angewinkelten Beinen kräftig vom Beckenrand ab. Durch die leichte Drehung über eine der Schultern liegt der Körper ungefähr in einem 90° Winkel zur Schwimmlage im Wasser.

Rückkehr in die korrekte Schwimmposition:
Durch das Abstoßen wird eine Gleitphase ausgelöst, während der die Wende zu Ende geführt wird. Der Körper wird um weitere 90° um die eigene Achse gedreht und ihr befindet euch wieder in der Kraulposition.

Rollwende braucht Übung

Die Rollwende ist eine anspruchsvolle Technik und verlangt viel Training. Für Schwimmeinsteiger empfiehlt es sich zuerst die Rollebewegung an sich zu trainieren ohne Abstoßen am Beckenrand. Um zu verhindern, dass während der Drehung Wasser in die Nase kommt, sollte während der Drehbewegung leicht ausgeatmet werden. Wenn Ihr die Drehung beherrscht, könnt ihr das Abstoßen in Euer Training einbauen.

Lasst euch von anfänglichen Schwierigkeiten nicht entmutigen, denn eine korrekte Rollwende wird euch noch viel Freude bereiten und wertvolle Sekunden sparen.

Nils Borgstedt

 

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