Gesundheitsplus - Sport kurbelt Hormonausschüttung an Thinkstockphotos.de

Gesundheitsplus - Sport kurbelt Hormonausschüttung an

  • Jörg Birkel
Sport ist gesund; sagt man. Und sicherlich sind Dir einige der positiven Effekte von regelmäßiger Bewegung bekannt. Jedes Workout bringt aber noch weitere positive Effekte mit sich. Wenn unsere Muskeln arbeiten, setzt der Körper jede Menge Hormone frei.

Die positiven Effekte sind mittlerweile gut dokumentiert: Regelmäßiges Sporttreiben kann dabei helfen, Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken, das Gewicht zu kontrollieren und jede Menge Gesundheitsrisiken wie Depressionen, Herzerkrankungen oder Krebs zu reduzieren.

Durch Sport kann man auch den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Das hast Du bestimmt schon mal gehört, aber wusstest Du, dass bei jedem schweißtreibenden Workout eine Vielzahl an Hormonen freigesetzt wird, die ihre Wirkung im ganzen Körper entfalten?

Möglicherweise hast Du schon mal gehört, dass die Testosteronproduktion durch Krafttraining angekurbelt wird? Das männliche Sexualhormon wird tatsächlich bei jedem intensiven Workout ausgeschüttet. Dabei gilt: Umso mehr Muskelmasse aktiviert wird und umso intensiver das Training, desto mehr Testosteron wird freigesetzt.

Testosteron

Testosteron hat einige Effekte auf den Körper, zum Beispiel regt es die Muskelbildung an und sorgt für festere Knochen und kräftigere Haare. Je nach Alter, Fitnesslevel und Workoutintensität ist der Testosteronlevel nach dem Training um 15 bis 60 Minuten erhöht.

Für die maximale Testosteronausschüttung während des Trainings, solltest Du übrigens zunächst mit einem lockeren Cardiotraining beginnen und anschließend ein Ganzkörpertraining mit schweren Gewichten absolvieren. Bankdrücken, Latziehen, Beinpresse und Kniebeugen sorgen dann für eine hohe Ausschüttung.

In einer Studie konnten Wissenschaftler einen Anstieg um 41 Prozent messen. Absolvierst Du das Training in umgekehrter Reihenfolge, lag der gemessene Anstieg lediglich bei 3 Prozent. Möglicherweise reduziert sich der Testosteronlevel durch das Ausdauertraining wieder.

HGH

Es werden aber noch andere Hormone beim Krafttraining freigesetzt: Während intensiver Muskelarbeit schüttet der Körper jede Menge Wachstumshormone (HGH) aus, die ebenfalls einen positive Effekt auf den Muskelaufbau haben. Außerdem beschleunigt HGH beispielsweise den Fettabbau.

Irisin

Es gibt aber auch Hormone, die weniger bekannt sind: In diese Kategorie gehört beispielsweise Irisin. Irisin ist übrigens auch unter dem Namen Excercies-Hormon bekannt und wird ebenfalls durch Sport freigesetzt. Über den Blutkreislauf gelangt es in den ganzen Körper und entfaltet dort seine Wirkung. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Irisin Fettzellen umprogrammiert: Statt Fett zu speichern geben diese unter Einfluss von Irisin Energie frei. Außerdem konnten die Wissenschaftler beobachten, dass Menschen mit höherem Irisinspiegel im Blut längere Telomere an ihren Chromosomen. Mit dem Alter werden diese kürzer. Mediziner sehen einen Zusammenhang zwischen kurzen Telomeren und Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt und Alzheimer.

Peptid YY


Dieses Hormon wird ebenfalls während des Sports freigesetzt, auch wenn sich Sportwissenschaftler und Mediziner die Zusammenhänge zwischen Ausschüttung und Bewegung noch nicht vollständig erklären können, haben Studien gezeigt, dass Ausdauertraining den Peptid-YY-Spiegel deutlich hebt. Das Hormon wirkt auf Hirnregionen, die für Appetit und Hunger zuständig sind. Es führt dazu, dass wir nach dem Sport weniger Hunger haben und uns nach einer Mahlzeit schneller satt fühlen.

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