Mein erstes Rennrad – Die richtige Rahmengröße finden Jörg Birkel

Mein erstes Rennrad – Die richtige Rahmengröße finden

  • Jörg Birkel
Ob beim Radsport oder Triathlon, als Einsteiger braucht man einen fahrbaren Untersatz, wenn man an Wettkämpfen teilnehmen und dafür trainieren möchte. Im Rennradsport gibt der Weltverband UCI vor, wie ein Rennrad gebaut sein darf, im Triathlon gibt es da weniger Regeln.

Die Basis ist aber in beiden Sportarten gleich: Beim Radkauf sollte ich auf die richtige Rahmengröße achten, weil man sonst unbequem auf dem Rad sitzt und möglicherweise Beschweren bekommt. Aber wie finde ich die richtige Rahmengröße?

Wie bei der Kleidung richtet sich die Größe eines Rennrades nach der Körpergröße. Ist das Rad zu groß oder zu klein, wird es eventuell unbequem und die Kraftübertragung ist nicht optimal. Bei langen Ausfahrten oder Wettkämpfen können Krämpfe und Verspannungen die Folge sein. Aber auch orthopädische Probleme können durch eine falsche Rahmengröße verursacht werden.

Sitzrohr oder Oberrohr?

Fragt man einen Fachhändler, dann ist die Innenbeinlänge oder Schritthöhe das Maß aller Dinge beim Rahmenkauf. Mit Zollstock und Wasserwage wird schon seit fast 100 Jahren gemessen und so die Rahmengröße ermittelt. Und genau darin liegt das Problem, denn aufgrund der Beinlänge wird eine bestimmte Rahmenhöhe empfohlen.

Dabei wird in den seltensten Fällen die Oberrohrlänge berücksichtigt, die aber für eine komfortable Sitzposition wesentlich entscheidender ist. Mit der Sitzhöhe wächst nämlich diese mit und der Fahrer muss unter Umständen gestreckter auf dem Rad sitzen als nötig. Das kann schon mal zu Nackenverspannungen führen.

Bis zu einem gewissen Grad kann man ein langes Oberrohr zwar durch einen kürzeren Lenkervorbau ausgleichen, wählt man diesen aber zu kurz verändert man das Lenkverhalten des Rennrades. Ein kleinerer Rahmen lässt sich da flexibler an den Fahrer anpassen, da man erst mit dem Sattel die Sitzhöhe einstellen und dann den Lenker durch Spacer und Vorbau in die ideale Position bringt.

Den Fachmann fragen, lohnt sich

Im Zweifel gilt also, den Rahmen lieber eine Nummer kleiner zu wählen, als ein zu großes Rad zu kaufen. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, der kann sich von einem Bike Fitter oder Sitzpositions-Experten auf einem speziellen Ergometer vor dem Kauf vermessen lassen. Als Ergebnis bekommst Du eine klare Empfehlung für die Rahmengröße beim Rennrad und Zeitfahrrad.

Mit den so ermittelten Daten kannst Du dann die Rahmen verschiedener Hersteller miteinander vergleichen. Unter Umständen kann das aber auch dazu führen, dass der Fachmann vom heiß ersehnten Rad abrät, weil dessen Geometrie mit Deiner eigenen Anatomie einfach nicht kompatibel ist. Kauft man hingegen ein zu großes Rad, ist die Sitzposition nur bedingt einstellbar.

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