So bereiten sich die Skifahrer auf den Winter vor netzathleten

So bereiten sich die Skifahrer auf den Winter vor

  • Tanja Maruschke
Eine Olympiasaison steht vor der Tür und wer denkt, dass sich die Wintersportler im Sommer auf die faule Haut legen, hat sich getäuscht. Seit April absolviert der Kader der Ski-Alpinen im DSV Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining. Wir waren beim Training am Münchener Olympiastützpunkt dabei und haben den Damen einmal über die Schultern geschaut.

Vom Skifahren sind die Athletinnen des DSV derzeit weit entfernt. Trotzdem ist von Urlaub und Freizeit keine Rede. Am 26. Oktober startet die Ski-Weltcup Saison 2013/2014 mit dem Riesenslalom in Sölden. Außerdem steht in diesem Winter eine Olympiasaison bevor. Vom 7. bis 23. Februar finden im russischen Sotschi die Olympischen Winterspiele statt. Für die Sportlerinnen bedeutet das: trainieren, vorbereiten, schwitzen, und das den ganzen heißen Sommer lang.

Wie trainieren Wintersportler im Sommer?

Das Trainingsprogramm der Wintersportlerinnen ist sehr vielseitig. Neben Ausdauersportarten wie Rennrad fahren, Laufen, Mountainbiken, Berggehen und Inline-Skating, dürfen Kraft- und Schnelligkeitstraining nicht vernachlässigt werden. Fast jeden Tag werden die Hanteln im Kraftraum gestemmt und ein Fitnessgerät nach dem anderen bearbeitet, um den spezifischen Anforderungen der Skifahrer gerecht zu werden. Um den Sportlerinnen eine optimale und vielseitige Vorbereitung zu gewährleisten kam, in diesem Jahr auch Leichtathletik auf den Trainingsplan.

Konditions- und Krafttraining bei 35 Grad sind für Wintersportler nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, doch die Ski Alpin Damen wollen sich bei Olympia bestmöglich präsentieren und geben Vollgas.

Das letzte Weltcuprennen in Sotschi konnte Maria Höfl-Riesch bereits für sich entscheiden. „Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man auf der Piste schon einmal ein Rennen gewonnen hat. Mein Material funktioniert dort gut und die Strecke liegt mir auch.“ Die Doppel-Olympiasiegerin gibt sich gelassen und ist mit der bisherigen Saisonvorbereitung auch sehr zufrieden. Vor allem die Gesundheit hat Maria Höfl-Riesch immer wieder zu schaffen gemacht. Das läuft in der diesjährigen Vorbereitung besser.

„Die Hitze ist zwar anstrengend, aber das gehört dazu und man muss das Beste daraus machen“, sagt Viktoria Rebensburg. In der kommenden Saison will sich die Tegernseerin vermehrt auf die Abfahrtsdisziplin konzentrieren. „Letztes Jahr war die Abfahrtsaison sehr durchwachsen. Im Super-G war ein guter Schritt nach vorne erkennbar und einen solchen Schritt möchte ich in dieser Saison auch in der Abfahrt machen.“

Die Trainingsbilder der DSV-Damen




Strukturelle Veränderungen für die kommende Olympiasaison

Für die kommende Saison, vor allem im Hinblick auf Sotschi, wurde das Kernteam der Fahrerinnen bewusst verkleinert. „Für die zentrale Vorbereitung auf Olympia wurden unsere besten Athletinnen zentral zusammengefasst“, sagt Wolfgang Maier, Sportdirektor des DSV. Maria Höfl-Riesch, Viktoria Rebensburg, Lena Dürr, Gina Stechert, Veronique Hronek, Susanne Riesch bilden demnach den Hauptkader der Ski Alpin Damen um Trainer Thomas Stauffer. Noch nie bestand der erste Kader aus nur sechs Athletinnen: „Eine Konsequenz, die die internationale Leistungsentwicklung gefordert hat“ erklärt Maier. Der Fokus soll künftig auf eine individualisierte Basisbetreuung der Sportlerinnen gerichtet werden. Das System bleibt für junge Talente trotz alledem weiterhin offen, versichert der Sportdirektor, aber man habe seine Schlüsse aus den vergangenen Jahren gezogen.

Am 29.06. geht es für die deutschen Athletinnen zu den Überseelehrgängen nach Argentinien und Chile. Technik- und Speedtraining stehen dort auf dem Programm. Konditions- und Krafttraining werden dann zurückgeschraubt werden. Dort bekommen die Wintersportlerinnen dann auch endlich wieder Schnee unter die Füße und können da trainieren, wo sie sich am wohlsten fühlen. In der Kälte.

Autoren/Video: Tanja Maruschke/Derk Hoberg

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