Fruktoseunverträglichkeit - Wenn der Fruchtzucker Probleme macht  Lilo Kapp / pixelio.de

Fruktoseunverträglichkeit - Wenn der Fruchtzucker Probleme macht

  • Sandra Wachaja
Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Fruktose- oder Laktoseintoleranz kommen in der Bevölkerung immer häufiger vor. Irrtümlich glauben dabei viele an eine Allergie. Dabei handelt es sich tatsächlich „nur“ um eine Unverträglichkeit. Aber welche Arten der Fruktoseunverträglichkeit gibt es?

Fruktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption?

Es gibt zwei Arten von Fruktoseintoleranz. Die hereditäre und die intestinale. Die hereditäre Fruktoseintoleranz ist eine erbliche Krankheit. Dabei fehlt dem Körper von Geburt an das Enzym Fruktose-1-Phosphat-Aldolase. Ohne diesen Baustein kann der aufgenommene Fruchtzucker in der Leber nicht richtig abgebaut werden. Dadurch kann es zu Leberschädigungen, Nierenschädigungen und Hypoglykämie (zu niedriger Blutzuckerspiegel) kommen.

Die intestinale Fruktoseintoleranz ist eine Fruktoseunverträglichkeit, auch Fruktosemalabsorption genannt. Hierbei handelt es sich um eine erworbene Krankheit. Der Fruchtzucker wird dabei nicht vollständig vom Dünndarm aufgenommen. Ursache ist der so genannte Glut-5 Transporter (Transportprotein), der normalerweise Fruktose in die Dünndarmzellen transportiert. Bei einer Fruktoseunverträglichkeit ist dieser Transporter defekt. Die nicht in den Dünndarm aufgenommene Menge an Fruchtzucker gelangt dann in den Dickdarm, wo er Beschwerden verursacht.

Symptome und Diagnose einer Fruktoseunverträglichkeit

Die häufigsten Symptome einer Fruktoseunverträglichkeit sind Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen. Da diese Beschwerden durchaus auch andere Ursachen haben können, empfiehlt sich zur sicheren Diagnose der sogenannte H2-Atemtest. Bei diesem Test bekommt der Patient auf nüchternen Magen eine Fruktoselösung zum Trinken. Anschließend muss der Betroffene jede halbe Stunde in ein Messgerät pusten. Dieses misst den Wasserstoffgehalt in der Atemluft. Je höher der Wasserstoffgehalt in der Atemluft ist, desto größer ist die Unverträglichkeit von Fruktose.

Achtung! Menschen mit einer Fruktoseunverträglichkeit sind oft auch von Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) betroffen. Diese kann ebenfalls durch einen H2-Atemtest überprüft werden.

Was tun bei Fruktoseintoleranz?

Bei einer Fruktoseunverträglichkeit ist es keinesfalls zwingend, dauerhaft auf Nahrungsmittel zu verzichten, die Fruchtzucker enthalten. Ärzte raten, nach der Diagnose so lange auf Fruktose zu verzichten, bis man über längeren Zeitraum beschwerdefrei bleibt. Danach kann aber jeder Mensch damit beginnen, zu testen, welche Nahrungsmittel und wie viel davon er verträgt. Die Fruktoseunverträglichkeit ist von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt. Deshalb gibt es keine Faustregel, wie viel man generell von was essen kann. Jeder muss das individuell für sich selbst herausfinden.

Bei Produkten auch auf Sorbit(ol) achten

Nicht überall wo Fruktose drin ist, steht das auch genauso auf der Verpackung. Auch bei der Beschriftung Sorbit oder Sorbitol sollten Menschen mit einer Fruktoseunverträglichkeit aufhorchen. Sorbit(ol) ist die alkoholische Form des Fruchtzuckers und kann damit beispielsweise in Bier enthalten. Aber Entwarnung für alle Bier-Liebhaber – nicht in jedem Bier ist automatisch Sorbit(ol) drin. Außerdem können Nahrungsmittel wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, getrocknete Früchte, Fruchtsäfte oder auch Arzneimittel Sorbit(ol) enthalten. Fruktose und Sorbit(ol) werden heutzutage auch für die Herstellung von Zuckeraustauschstoffen verwendet. Diese sind durch ein „E + Zahl“ auf den Lebensmitteln gekennzeichnet.

Mangelerscheinungen vermeiden – Was darf ich essen?

Fruktose oder Sorbit(ol) ist in großen Mengen vor allem enthalten in: fast allen Obstsorten, Fruchtsäften, Trockenfrüchten, Erdnüssen, Honig, Champignons u.a. Wird komplett auf diese Nahrungsmittel verzichtet, kann es zu verschiedenen Mangelerscheinungen kommen. So leidet die Versorgung mit Vitamin A und C, Folsäure, Kalium, Magnesium und Zink. Wie erwähnt, muss jeder für sich selbst herausfinden, welche Mengen an Fruchtzucker er verträgt. Dennoch gibt es eine Reihe an Lebensmitteln, die von den meisten Menschen recht gut vertragen werden. Durch diese Produkte können Mangelerscheinungen zum Großteil vermieden werden. Hier einige Beispiele:

- Obst (Bananen, Mandarinen, Zitronen u.a.)
- Salate (Feldsalat, Endiviensalat, Salatgurke, Chinakohl, Kopfsalat, Radieschen u.a.)
- Gemüse (Spinat, Bambussprossen, Erbsen, Meerrettich u.a.)
- Fleisch
- Fisch und Meeresfrüchte
- Kartoffeln
- Eier
- Reis
- Milchprodukte
- Getreideprodukte
- u.a.

Eine andere Möglichkeit, die Versorgung von Vitamin A und Co sicher zu stellen, ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Allerdings streiten sich die Mediziner bis heute, ob Nahrungsergänzungsmittel schaden oder nicht. Deshalb unser Tipp: Setzt Euch mit dem Thema auseinander, findet Eure individuelle „Fruktose-Grenze“ heraus und passt Euren Einkauf dementsprechend an.

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