"Produktmanager" Neureuther: Skihandschuhe aus Profi-Sicht netzathleten.de - Die Handschuhe "Guard GTX + Gore Grip PR" von Ziener
Der Guard GTX + Gore Grip PR von Ziener im Test

"Produktmanager" Neureuther: Skihandschuhe aus Profi-Sicht

Deutschlands erfolgreichster Skifahrer Felix Neureuther hat gerade seinen Rücktritt erklärt. Doch nicht nur mit der Erinnerung an seine 13 Weltcup-Siege und seine WM-Medaillen hinterlässt der symphytische Sportler Spuren. Auch in der Entwicklungsabteilung seines Handschuhausrüsters Ziener bleibt sein Knowhow erhalten. netzathleten.de hat ein Modell des Herstellers getestet.
„Ich bin von klein auf in den Juniorenmannschaften von Ziener ausgerüstet worden, sogar mein Vater ist schon mit Ziener Handschuhen gefahren“, sagt Felix Neureuther gleich zu Beginn des Messeauftritts bei seinem Handschuh-Ausrüster Ziener und bringt seine Verbundenheit mit dem bayrischen Traditionsunternehmen zum Ausdruck. Da verwundert es auch nicht weiter, dass der Familienbetrieb aus Oberammergau bei der Entwicklung neuer Handschuhe auf das Wissen und die Expertise des erfolgreichen Slalom-Spezialisten setzt. Franz Ziener, Chef in der dritten Generation bei Ziener, dazu: „Den Felix könnten wir inzwischen sogar als Produktmanager einsetzen, so viel Feedback haben wir in persönlichen Gesprächen von ihm bereits bekommen. Umgekehrt wissen Athleten wie er aber auch, dass wir eine enorme Rennsporthistorie haben, viel Erfahrung in diesem Bereich mitbringen, und vertrauen uns gerade deshalb.“

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Franz Ziener (li.) und Felix Neureuther (re.) auf der ISPO (©Derk Hoberg)

Nicht immer macht sich Neureuther aber beliebt bei seinem Ausrüster, wie seine unterhaltsame Anekdote zum Thema Lieblingshandschuh verrät: „Wenn ein Handschuh wirklich gut passt, dann legt man ihn ungern weg, schließlich entwickelt man ja besonderes Vertrauen zu seinem Material. Ich habe deshalb auch schon mal einen Rüffel von Ziener bekommen, weil ich an den Innenseiten verschlissene Handschuhe anhatte, die man im Fernsehen sah. Einfach nur, weil ich die Handschuhe so lange wie möglich gefahren habe“, lacht Neureuther.

Handschuhe im Skisport immer wichtiger

Spätestens nach seinem Daumenbruch gleich zu Saisonbeginn 2018/19 weiß aber auch er, wie sicherheitsrelevant die Handschuhe inzwischen im Skisport sind: „Meinen gebrochenen Daumen hätte kein Handschuh verhindern können. Das war großes Pech und bei dem Schlag, den ich da abbekommen habe, war ich im Endeffekt froh, dass tatsächlich nur ein Knochen in der Hand gebrochen war. Generell nehmen die Handverletzungen im Skisport aber zu. Die Hände gehen wegen der extremen Schieflagen in den Kurven heute oft bis den Schnee runter, sie bekommen dadurch mehr Schläge ab.“

Ziener GrandoUmso wichtiger ist natürlich ein stabiler Handschuh, der bestmöglichen Schutz bietet. Und da hat sich im Laufe von Neureuthers Karriere so einiges getan: „Wenn ich bedenke, wie die Handschuhe zu Beginn meiner Karriere aussahen und was sich in der Zwischenzeit in Sachen Sicherheit verändert hat, ist das schon enorm.“ Angesprochen darauf, was seine persönlichen Anforderungen an einen Handschuh, vor allem in Hinsicht auf seine Spezialdisziplinen Slalom und Riesenslalom, seien, sagt der Garmisch-Partenkirchner: „Für mich ist wichtig, dass ich bei bestmöglichem Schutz der Hand dennoch genug Gefühl in den Fingern habe und den Skistock richtig packen kann. Wir holen uns über die Arme und die Stöcke enorm viel Stabilität im Oberkörper, das ist wichtig für das Gesamtsystem in den technischen Disziplinen. Der Sicherheitsaspekt muss zudem durch Protektoren und Polsterungen an den richtigen Stellen gewährleistet sein und Handschuhe müssen natürlich auch warm halten, schließlich beeinträchtigen kalte Hände auch wieder das Greifen des Skistocks. Auf der anderen Seite dürfen sie trotz all dieser Anforderungen nicht zu schwer sein, keine Feuchtigkeit aufnehmen und müssen sich im Prinzip wie eine zweite Haut anfühlen.“

Der Test: Profi-Expertise für den Hobby-Sportler

Neureuthers Expertentipps fließen bei Ziener natürlich nicht nur in den Race Glove „Grando“ (rechts oben im Bild) für die kommende Wintersaison ein, sondern auch in die Produkte für mehr oder weniger ambitionierte Hobby-Skifahrer. Während das extrem technische 2019/20 Modell "Grando" vor Protektoren auf dem Handrücken und an den Fingerknöcheln nur so strotzt, kommen die von netzathleten.de getesteten „Guard GTX + Gore Grip PR“ Handschuhe ohne diese im Hobby-Bereich eher hinderlichen Schutz aus. Die dennoch sportlichen Skihandschuhe sind aus Ziegenleder gefertigt, mit wärmender PrimaLoft® Gold Wattierung ausgestattet und bringen mit der GORE-TEX Membrane und der Gore grip Technologie alle sonstigen Merkmale eines Profi-Handschuhs mit. Die dadurch dauerhaft wasserdichten, winddichten und atmungsaktiven Handschuhe verfügen zudem über eine enorme Beweglichkeit und Taktilität bieten den von Neureuther angesprochenen, sicheren Griff am Skistock.

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So fällt unser Test des Guard GTX + Gore Grip PR auch durchweg positiv aus, sowohl Material als auch Handling erfüllen die Anforderungen eines sportlichen Skifahrers. Sicher eingepackt und genügend Stabilität vermittelnd, punktet der Guard auch in Sachen Komfort und Griffigkeit. Warm genug ist er ohnehin, dank der von der Branchengrößen PrimaLoft und GoreTex eingesetzten Materialien. Ob Felix Neureuther nun jedoch nach seiner aktiven Profi-Karriere vom Race Handschuh auf den "Guard" umsteigt, um die Pisten herunter zu wedeln, sei einmal dahingestellt – alleine er könnte es, schließlich flossen seine Tipps auch in diesen Handschuh mit ein.

Weitere Infos: www.ziener.com




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