Eric Frenzels Kolumne: Der Countdown läuft… gettyimages.de --. Eric Frenzel bei der Team-Einkleidung für Olympia 2018

Eric Frenzels Kolumne: Der Countdown läuft…

  • geschrieben von  Eric Frenzel
Unser Kolumnist Eric Frenzel berichtet von den letzten Vorbereitungen auf den Weltcup-Winter. Wie er der norwegischen Kombinierer-Mannschaft dabei einen kleinen Schreck einjagte, lest Ihr hier:
Zurück aus dem Trainingslager in Oslo, empfängt mich unsere kleine Tochter mit einem Lächeln. Philipp und Leopold freuen sich ebenso riesig, als ich mit drei Teddybärchen in norwegischem Outfit über die Schwelle trete.

Der Aufenthalt in Norwegen war ein wichtiger Baustein in der Saisonvorbereitung. Zunächst standen Sprungeinheiten am Holmenkollen auf dem Programm, die von einer Besonderheit begleitet wurden. Die gesamte norwegische Kombinierer-Mannschaft trainierte zwei Tage mit uns. Ein eher seltener Umstand so kurz vor dem Weltcupstart. Gewöhnlich gehen sich die Teams vor dem Saisonbeginn aus dem Weg, keiner lässt sich beim Feinschliff, was die Sprünge anbelangt, gerne in die Karten schauen.

Entsprechend gab es einen kleinen Aufschrei und überraschte Blicke von meinen norwegischen Konkurrenten Magnus Moan und Nikko Kokslien, als ich Ihnen auf dem Weg zur Schanze folgte. Die Organisatoren für die Schanzenbelegung hatten die Ankunft und die Belegung der Anlage durch die Deutsche Mannschaft der eigenen gegenüber nicht kommuniziert – ein Schock in morgendlicher Kälte, den die Jungs in „rot-blau“ aber auch wieder schnell wegsteckten. Es folgte privater Small-Talk über Sommerurlaube und Familie.
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Sportlich wurde dann natürlich genau hingeschaut auf das, was die Konkurrenten auf der Schanze so drauf haben und woran gearbeitet wurde. Es wurden von allen Sportlern intensive Sprungtests durchgeführt, an deren Ende ich hochzufrieden war. Mit den Weiten der Norweger konnte ich gut mithalten, auch, wenn sie ihre Heimschanze grundsätzlich am besten im Griff haben. Das war natürlich gut für mein Selbstbewusstsein, was ohnehin schon gestärkt war, weil die Automatisierungen in den Sprungabläufen bei mir gut saßen. An den letzten Kleinigkeiten bei Absprung und Flugkurve arbeiteten wir so gut, dass mir zum Schluss die „perfekten Sprünge“ gelangen, auf die ich den ganzen Herbst hingearbeitet hatte.

Mit diesen guten Trainingseindrücken reisten wir dann in die Nähe von Lillehammer weiter, wo wir auf einem wunderschönen Schneeareal den Ernstfall in der Loipe testen konnten. Es waren echte Wettkampfkilometer auf Schnee, die gegen die eigenen Mannschaftskameraden ausgetragen wurden. Angesichts der bevorstehenden Weltcup-Duelle im eigenen Team demnach eine echte Generalprobe. Keiner pokerte, sondern jeder zeigte sein maximales Vermögen in der Loipe und ich kann jetzt schon sagen, dass es ein heißer Winter werden wird.

Mit den besten Eindrücken und Empfindungen bin nach Hause zurückgekehrt, wo es nun gilt, mentale Kraft für die bevorstehenden Aufgaben zu sammeln. Sponsorentermine und Pressegespräche stehen für die nächsten beiden Tage auf dem Programm, bevor ich dann zu den ersten Wettkämpfen der Saison aufbreche.

Herzlichst
Euer Eric

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